Sherlock © ARD Degeto/BBC/Hartswood Films
Deutliche Zuschauerverluste

Das Erste wird für "Sherlock"-Mut nicht belohnt

 

An Christi Himmelfahrt durfte "Sherlock" erstmals zur besten Sendezeit ermitteln - vom Publikum wurde das allerdings kaum belohnt. "Der Tatortreiniger" tat sich anschließend noch schwerer und erreichte nicht mal zwei Millionen Zuschauer.

von Alexander Krei
18.05.2012 - 09:18 Uhr

Mit "Sherlock" hatte Das Erste im vergangenen Jahr einen der Überraschungen des Sommers im Programm - am späten Sonntagabend verzeichnete die britische Krimireihe insbesondere beim jungen Publikum hervorragende Quoten. Nicht zuletzt deshalb durfte der Auftakt zur zweiten Staffel nun sogar zur besten Sendezeit ran, doch wirklich belohnt wurde der Sender für seinen Mut, die in vielerlei hinsichtlich ungewöhnliche Serie um 20:15 Uhr zu zeigen nicht. Zumindest, wenn man die Gesamtzuschauerzahlen als Maßstab nimmt.

Nur 2,76 Millionen Zuschauer entschieden sich an Christi Himmelfahrt für "Sherlock" - das war die mit Abstand geringste Zuschauerzahl aller bisher ausgestrahlten Folgen. Auffällig: Von Folge zu Folge gab die Krimireihe bislang Zuschauer ab. Der Marktanteil lag diesmal übrigens bei lediglich 9,1 Prozent. Dafür war der Anteil jüngerer Zuschauer für ARD-Verhältnisse jedoch ungewöhnlich hoch. Eine Million Zuschauer waren zwischen 14 und 49 Jahre alt, der Marktanteil belief sich hier auf durchaus gute 8,6 Prozent. In der Gruppe der 20- bis 59-Jährigen sah es mit 10,4 Prozent sogar richtig gut aus.

Zuschauer-Trend: Sherlock
Sherlock

Das ist zwar ein Achtungserfolg, doch auch in dieser Gruppe war "Sherlock" damit deutlich schwächer als noch im vergangenen Sommer. Ebenfalls nicht belohnt wurde Das Erste für eine weitere erfreuliche Entscheidung: Der Serien-Auftakt zu "Der Tatortreiniger", gerade erst mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet, durfte ungewöhnlicherweise im Hauptprogramm nach "Sherlock" seiner Arbeit nachgehen, hielt allerdings gerade mal noch 1,85 Millionen Zuschauer vor dem Fernseher, die sehr schwachen 6,2 Prozent Marktanteil entsprachen. Bei den 14- bis 49-Jährigen waren nicht mehr als 5,1 Prozent drin.

Während Das Erste mit seinen eher ungewöhnlichen Formaten aus Quotensicht in vielerlei Hinsicht eine Bauchlandung hinlegte, dominierte im ZDF indes mit großem Vorsprung Altbewährtes. Jörg Pilawa sicherte sich mit "Deutschlands Superhirn 2012" den klaren Tagessieg und erreichte im Schnitt 5,53 Millionen Zuschauer sowie 19,4 Prozent Marktanteil. Zwar waren fast 900.000 Zuschauer weniger dabei als bei der Show-Premiere im Dezember vergangenen Jahres, doch den Erfolg schmälert das in keinem Fall, zumal es angesichts eines Marktanteils von 8,5 Prozent für die Pilawa-Show auch bei den jüngeren Zuschauern gut lief.

Am Tagesende drückte sich die ZDF-Stärke in der Primetime auch in den Tagesmarktanteilen aus: Mit 13,6 Prozent waren die Mainzer klarer Gesamt-Sieger an Christi Himmelfahrt, Das Erste musste sich mit schwachen 8,5 Prozent begnügen. Schuld waren allerdings nicht nur die durchwachsenen Quoten am Abend, sondern auch ein in weiten Teilen verkorkstes Tagesprogramm, bei dem die etwas mehr als zwei Millionen Zuschauer sowie der Marktanteil von 11,2 Prozent beim Champions League-Finale der Frauen am Vorabend bereits den Höhepunkt markierten.

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