Austria-Update vom 19. August
Eine Bad Bank und Kooperationen: Pig skizziert die ORF-Zukunft
© ORF/Thomas Ramstorfer
Clemens Pig hat sich in mehreren Interviews zu seinen Plänen als künftiger ORF-Chef geäußert. Außerdem: Die "Kronen Zeitung" verliert ihren Geschäftsführer und Joyn bzw. Puls 4 übertragen einige Spiele der US Open.
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In der vergangenen Woche hatten wir an dieser Stelle darüber berichtet, dass der Stiftungsrat des ORF das neue Direktorenteam vom künftigen Generaldirektor Clemens Pig bestellt hat. Kurz nach der Bestellung hat Pig erstmals mehrere Interviews (z.B. mit "Standard" und "Kurier") gegeben und darin über seine Ziele und Herausforderungen gesprochen. "Niemand will den ORF-Beitrag erhöhen", sagt Pig beispielsweise gegenüber dem "Standard". Gegen die Streichung von etwas mehr als 90 Millionen Euro aus Bundesmitteln geht das Unternehmen mittlerweile aber vor (DWDL.de berichtete). Darüber hinaus plädiert der künftige ORF-Chef dafür, die aktuell geltende Haushaltsabgabe "verfassungsmäßig abzusichern".
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In den Interviews hat Pig auch eine Idee platziert, mit der er die Skandale der jüngeren Vergangenheit hinter sich und dem ORF lassen will. So hat er die Gründung einer virtuellen Bad Bank angekündigt. Diese Bad Bank betreffe "alle Rechtsfälle, alle Themen, die dazu geführt haben, dass der ORF auch in dieser Imagekrise gelandet ist". Und sie sollen dort nicht nur wahrnehmbar vom restlichen ORF abgetrennt werden, sondern auch konkret buchhalterisch. "Ich will mich von all jenen Menschen trennen, die schädlich sind für diese Unternehmenskultur. Und dafür benötigt es eine Bad Bank", sagt Pig außerdem im "Standard". Einen größeren Personalabbau könne er "zum aktuellen Zeitpunkt leider tatsächlich nicht ausschließen", so Pig im "Kurier"-Interview.
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Im Gespräch mit dem "Standard" hat sich Clemens Pig auch zu Kooperationen mit anderen Medien geäußert - und auch speziell zur Zusammenarbeit mit Joyn. Stiftungsratschef Heinz Lederer sah zuletzt schon das Ende von Joyn nah, der künftige ORF-General schlägt nun andere Töne an - die sind aber nicht minder spannend. Joyn sei ein "schönes Beispiel" dafür, wie es funktioniere, Menschen auf österreichische Plattformen zurückzuholen. Daher will Pig auch, dass es auch künftig ORF-Inhalte auf Joyn gibt - "verbunden mit finanziellen Abgeltungen, damit das einen rechtlichen sauberen Rahmen hat". Das ist besonders interessant, denn bislang übernimmt Joyn die ORF-Inhalte einfach so, weil man glaubt, die Rechtslage lasse das zu. In Deutschland scheiterte ProSiebenSat.1 mit dem gleichen Versuch im vergangenen Jahr. Clemens Pig will nun ein "Revenue-Sharing". Der künftige ORF-Chef: "Letztlich braucht es einen rechtlichen Rahmen, und das sind Lizenzverträge". Dass es die bislang nicht gibt, ist ein großes Fragezeichen in der "Kooperation", die der ORF bislang einfach so zulässt.
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Die Staatsanwaltschaft Wien hat entschieden, kein Ermittlungsverfahren in der ORF-Causa Pius Strobl einzuleiten. Das hat die Staatsanwaltschaft jetzt gegenüber dem "Standard" bestätigt. Zur Erinnerung: Strobl ist ein hochrangiger (Ex-)Manager des ORF, bereits 2012 soll ihm der damalige Generaldirektor Alexander Wrabetz eine Pensionszusage gemacht haben, von der sonst niemand etwas wusste. Nachdem Wrabetz aus dem Unternehmen ausschied, erbte Roland Weißmann den Fall - und ließ mehrere Rechtsgutachten dazu erstellen. Schließlich lehnte Weißmann die vermeintlichen Ansprüche Strobls ab - worüber der alles andere als glücklich war. Strobl kündigte an, nach seinem Pensionsantritt klagen zu wollen. Der Fall ist auch deshalb so heikel, weil der im Frühjahr wegen Vorwürfen zurückgetretene Weißmann Anzeige gegen eine Frau einbrachte, die diese Vorwürfe gegen ihn erhoben hatte. Diese Frau arbeitete im ORF im Bereich von Pius Strobl. Vor einigen Wochen ist auch Strobl freigestellt worden, Hintergrund sind Compliance-Vorwürfe und eine entsprechende Untersuchung. "Der Standard" veröffentlichte zuletzt einige Teile der Pensions-Vereinbarung zwischen Strobl und Wrabetz. Der Ex-Generaldirektor erklärte im Medienmagazin "Breaking Media" von Puls 4 unter anderem, dass die Vereinbarung "kein bindender, förmlicher Vertrag" gewesen sei.
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Umbau bei der "Kronen Zeitung", Geschäftsführer Gerhard Valeskini verlässt die Boulevardzeitung Ende September. Gleichzeitig gibt er auch seinen Posten beim Verlag Mediaprint ab. Sein Nachfolger ist Clemens Schwaiger, der schon vor einigen Wochen bei der "Krone" zum Hauptgeschäftsführer bestellt wurde. Wie die "Krone" in eigener Sache berichtet, verlasse Valeskini das Haus "auf eigenen Wunsch". Ein "Standard"-Bericht legt jedoch nahe, dass sich der Manager gegen die neue Aufstellung bei der "Krone" unter CEO Schwaiger wehrte. "Krone"-Hauptgesellschafter Christoph Dichand dankte dem scheidenden Geschäftsführer "sowohl aus persönlicher als auch aus fachlicher Sicht". Dichand: "Gerhard Valeskini hat die ,Krone‘ in den letzten neun Jahren mit Weitblick, strategischer Kompetenz und klarer Haltung weiterentwickelt." Valeskini sagt, es sie ein "guter Zeitpunkt, mich für eine berufliche Neuorientierung entscheiden zu können".
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Wenn vom 30. August bis zum 13. September die US Open anstehen, können Fans einige Spiele auch bei Puls 4 und Joyn sehen. Insgesamt 26 Begegnungen wird ProSiebenSat.1Puls4 übertragen. Mit Lilli Tagger, Anastasia Potapova und Sinja Kraus sowie Filip Misolic sind drei Frauen und ein Mann aus Österreich fix im Hauptbewerb. Einige weitere befinden sich aktuell noch in der Qualifikation. Das Kommentatoren-Team von Puls 4 besteht aus Mario Hochgerner, Bianca Ambros, Florian Knöchl, Phillip Hajszan und Lukas Kapun. Unterstützt werden sie von den ehemaligen österreichischen Tennis-Profis Stefan Koubek, Julian Knowle und Dennis Novak. Bei Joyn gibt’s täglich zwei Spiele aus dem Hauptbewerb ab 16:45 Uhr zu sehen, im Free-TV bei Puls 4 geht’s ab dem Achtelfinale los. Der Sender überträgt ein Achtelfinale sowie jeweils ein Damen- und Herren-Halbfinale. Übertragen werden auch die beiden Finalspiele. Möglich machen das alles eine Sublizenz von Sportdeutschland.TV sowie eine Medien-Partnerschaft mit der DOSB New Media GmbH.
Eine Bad Bank und Kooperationen: Pig skizziert die ORF-Zukunft
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