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"Bild.de"-Relaunch: Weniger bunt und weniger wild

von Alexander Krei
26.03.2011 - 10:53 Uhr

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Heimlich, still und leise hat sich "Bild.de" am Samstag einer Frischzellenkur unterzogen. Auch wenn man über den Inhalt streiten mag: Etwas überraschend wirkt "Bild.de" nun deutlich ruhiger und dezenter und ist im Aufbau bisweilen sogar klassisch...

"Guten Morgen, Deutschland!" So begrüßt "Bild.de" am Samstagvormittag seine Leser - und verweist in einem Riesen-Aufmacher auf "Die schärfsten Fotos unserer Promis", einen Boxkampf von "Killer-Susi" Kentikian und den "Wahl-Krimi" in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Alles wie immer, könnte man meinen - doch "Bild.de" hat rechtzeitig zum Wochenende aufgeräumt.

Vor allem der obere Teil des Nachrichtenportals sieht dabei eher nach Evolution statt Revolution aus, weshalb "Bild.de" selbst auch nicht von einem Relaunch spricht, sondern von einem "Update": Eine veränderte Anordnung der Rubriken, darunter der gewöhnliche Schlagzeilen-Überblick mit der von "Bild" gewohnten Mischung aus Autounfall der Eltern von Schlagersängerin Andrea Berg, Formel 1 und einem Geheimbesuch des Verteidigungsministers in Afghanistan.

Deutlich prominenter platziert wurde dagegen der Sport, der nicht nur in der Mitte der Startseite Erwähnung findet, sondern direkt unter dem Topthemen-Kasten mit drei zusätzlichen Nachrichten vertreten ist. Ein cleverer Schachzug, schließlich punktet "Bild.de" nicht zuletzt mit seiner umfangreichen Berichterstattung über die Fußball-Bundesliga. Da liegt es nahe, diese Berichte fortan noch besser in Szene zu setzen. Wirklich interessant wird der Relaunch jedoch erst unter all diesen Aufmacher-Themen. Interessant vor allem deshalb, weil "Bild.de" insbesondere in der unteren Hälfte plötzlich auffallend ruhig und fast schon nüchtern daherkommt.

Es dominiert die zurückhaltend wirkende Farbe Grau - dort, wo es früher mitunter krawallig und bunt zuging, erscheint "Bild.de" durch den Relaunch bisweilen sogar ein wenig seriös. Über den Inhalt mag man streiten können, doch ordentlicher ist das Springer-Portal nun in jedem Fall. Ins Auge sticht dabei nicht zuletzt das Unterhaltungs-Ressort, das von der üblichen Darstellungsweise abweicht und neben großen Bildern und bunten Schlagzeilen TV-Tipps, Gewinner und Verlierer sowie die Rubrik "In & Out" übersichtlich präsentiert.

Gleiches gilt für die detaillierte Sport-Übersicht, die sich direkt darunter befindet. Positiv: Fans der Bundesliga finden nicht nur aktuelle Meldungen der eigenen Vereine, sondern - ohne klicken zu müssen - auch sämtliche Bundesliga-Ergebnisse der Saison. Das untere Drittel der "Bild.de"-Startseite ist schließlich ein Stück weit klassisch aufgebaut: Dort finden sich jeweils zwei Kategorien nebeneinander - etwa Lifestyle und Reise. Der zusätzliche Platz entsteht übrigens dadurch, dass auf der Startseite die zuletzt ziemlich vollgepackte rechte Spalte wegfällt.Kurzum: Durch die Frischzellenkur geht "Bild.de" vergleichsweise ungewöhnliche Wege: Aufgeräumter sowie weniger bunt und wild als zuvor. Genau so, wie man "Bild.de" eigentlich nicht erwarten würde.

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