Yoko Higuchi-Zitzmann macht sich selbstständig und gründet mit der Yoko Holding GmbH ein Unternehmen, mit dem sie sich künftig voll und ganz auf die Produktion von KI-Kinofilmen und/oder Serien konzentrieren will. "Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich den Sprung ins Unternehmertum gewagt", bestätigt die Filmproduzentin auf ihrer LinkedIn-Seite. Mit "herausragenden Mitgründern und Partnern von Weltklasse" baue man ein zukunftsfähiges Content-Studio für Filme, Serien, Kurzformate und digitale Inhalte auf – "basierend auf generativer KI und hybrider Filmproduktion".

Zu den "herausragenden Mitgründern und Partnern von Weltklasse" macht Higuchi-Zitzmann keine weiteren Angaben - weder auf ihrem LinkedIn-Profil noch in einem großen Stück der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" ("FAS"), die über die Pläne der Filmproduzentin berichtet. Auch im Handelsregister findet sich das neu gegründete Unternehmen noch nicht, insofern bleiben die genaue Aufstellung und die Personen dahinter unklar. Mit Mark Wachholz und Sylvia Nitzsche hat sich Higuchi-Zitzmann nun aber bereits die Dienste von zwei Filmemachern gesichert. 

Gegenüber der "FAS" stapelt Higuchi-Zitzmann nicht gerade tief: "Wir wollen einen europäischen Champion für KI-Filme schaffen", sagt sie. Man wolle große und kommerzielle Filme und Serien produzieren - und keine kleinen Experimente in der Nische durchführen. "Mit KI beginnt eine neue Film-Ära." Man könne einen Film innerhalb weniger Monate produzieren - anstatt wie bislang in zwei oder drei Jahren. Kosten soll das zudem viel weniger. In der Sonntagszeitung sagt die Managerin, dass ein KI-Film im Vergleich zu einer traditionellen Produktion nur rund 10 bis 30 Prozent koste. "Man geht eben nicht mehr mit 60 Leuten ans Set."

Und dennoch: Vieles, das heutzutage vorrangig mit KI produziert wurde, ist qualitativ noch weit von dem entfernt, was die Konsumentinnen und Konsumenten gewohnt sind. Das weiß auch Higuchi-Zitzmann, gegenüber der "FAS" sagt sie: "Da ist viel Trash im Umlauf. Viel billig produzierter Mist." Und: "Wer heute einen KI-Film in die Kinos bringen wollte, würde bitter draufzahlen. Das will kein Mensch sehen."

Die Filmemacherin glaubt jedoch an eine rapide Entwicklung der Technik, die mutmaßlich dazu führen wird, dass Filme und Serien immer besser und günstiger mit Künstlicher Intelligenz produziert werden können. "Wir stehen kurz vor dem Durchbruch. 2026 wird der große KI-Moment im Filmgeschäft", glaubt die Managerin, die zuvor unter anderem schon in den Diensten von Constantin Film, Ziegler Film, Studio Hamburg Production Group oder auch Pantaleon Films und Telepool stand. 

Tatsächlich überschlägt sich die technische Entwicklung aktuell gefühlt von Woche zu Woche, immer wieder werden neue Tools veröffentlicht, mit denen KI-Videos fast spielend leicht erstellt werden können. Beim ZDF können sie ein Lied davon singen: Ein KI-Video hatte es zuletzt ins "heute journal" geschafft. Es wurde als echt verkauft - und niemand hatte es erkannt. Es folgte eine breite Kritikwelle und in Mainz gelobte man Besserung. 

Immer mehr KI-Gründungen und Kooperationen

Das Thema beschäftigt gerade die gesamte Branche. Inzwischen kommt KI nicht nur nahezu in allen Unternehmen zum Einsatz, die Medienkonzerne wollen den Wandel auch aktiv mitgestalten. Disney und NBC Universal klagten zunächst gegen das Tech-Start-up Midjourney, Disney stieg vor einigen Wochen aber beim vielleicht bekanntesten KI-Konzern - OpenAI - ein (DWDL.de berichtete). Für Higuchi-Zitzmann ist dieser Deal ein Wendepunkt, wie die "FAS" schreibt. Künftig werde alles, anders als bislang, in rechtliche Bahnen gelenkt. Bislang war es meist so, dass sich KI-Firmen ungefragt am Material anderer Unternehmen bedienten - sehr zu deren Missfallen, wie unter anderem die Klagen gegen Midjourney zeigten.

 

Yoko Higuchi-Zitzmann reiht sich mit ihrer Yoko Holding GmbH in eine lange Schlange von Neugründungen im Film- und Produktionsbereich ein, die künftig ebenfalls einen Fokus auf KI legen wollen. Zuletzt gründete unter anderem Florida Entertainment zusammen mit Regisseur Simon Meyer ein KI-Unternehmen, vor wenigen Wochen haben zudem Beta Film, Drive-Beta-Geschäftsführer Hannes Jakobsen, Dominik Böhm und Lars Stark die Gründung des gemeinsamen Startups Chapter41 angekündigt. Hinzu kommt die KI-Produktionsfirma seven200 von Tim Greve, ehemals Constantin Film, und Florian Arndt.