Mit dem im Dezember 2025 in Kraft getretenen Reform-Staatsvertrag wurde auch die Einrichtung eines neuen "Medienrates" beschlossen, der anders als die bisherigen Aufsichtsgremien der einzelnen Anstalten generell und "von außen" anstaltsübergreifend auf das gesamte öffentlich-rechtliche System blicken soll. Nun hat sich das neue Gremium zur konstituierenden Sitzung getroffen und dabei Nathalie Wappler zur Vorsitzenden gewählt.
Wappler bringt Erfahrung aus dem öffentlich-rechtlichen System mit, war sie doch beispielsweise schon Programmdirektorin des MDR, ehe sie 2018 zur Direktorin des Schweizer Rundfunks und Fernsehens gewählt wurde. Diesen Posten hatte sie bis vor Kurzem noch inne. Jeanette Hofmann, Politikwissenschaftlerin und Professorin für Internetpolitik an der FU Berlin, wurde zur stellvertretenden Vorsitzenden gewählt.
Auch wenn der Medienrat sich nun konstituiert hat: Seine inhaltliche Arbeit kann er noch nicht aufnehmen, weil bislang noch die Strukturen und Prozesse fehlen, die "in den kommenden Wochen" aufgebaut werden sollen. Auch die Geschäftsstellenleitung will man nun zeitnah ausschreiben und besetzen. Angesiedelt ist die Stelle an der Bauhaus-Universität in Weimar.
"Unsere Ambition und unser Auftrag ist es, die Transformation des öffentlich-rechtlichen Rundfunks durch unabhängige Expertise und strategische Impulse zu begleiten, Debatten anzustoßen und einen Beitrag zur Qualitätssicherung zu leisten", erklärt Wappler. Der Medienrat soll die Aufsichtsgremien innerhalb der Rundfunkanstalten nicht ersetzen, sondern als übergeordnetes Bewertungs- und Beratungsgremium ergänzen. So soll der Medienrat etwa überprüfen, ob der öffentlich-rechtliche Rundfunk seinen Auftrag wirklich erfüllt. Der Medienrat erfüllt dabei keine regulatorische oder Aufsichtsfunktion, sondern ist als "analysierende, bewertende und empfehlende Instanz" angelegt und soll Impulse für die Weiterentwicklung des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks geben.
Neben Wappler und Hofmann gehören dem Gremium noch Anne Bartsch, Professorin für Empirische Kommunikations- und Medienforschung an der Universität Leipzig, Boris Alexander Kühnle, Rektor der Hochschule der Medien Stuttgart, Peter Müller, Bundesverfassungsrichter a.D. und Ministerpräsident a. D. sowie Annika Sehl, Inhaberin des Lehrstuhls für Journalistik mit dem Schwerpunkt Medienstrukturen und Gesellschaft an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt an.
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