Die Geschäftszahlen der RTL Group für das erste Quartal 2026 fallen angesichts der schwachen Konjunkturlage solide aus. Das Unternehmen kam in den ersten drei Monaten auf einen Gesamtumsatz in Höhe von 1,3 Milliarden Euro, damit lag RTL auf dem Niveau des Vorjahres bzw. minimal darüber. Organisch kann man sich sogar über ein Wachstum in Höhe von 2,5 Prozent freuen. Wie immer bei den Q1-Zahlen hat die RTL Group jetzt nur Umsatz- und keine Ergebniszahlen veröffentlicht.
Ein genauer Blick unter die Motorhaube ist jedoch möglich und liefert interessante Erkenntnisse. So lag der gesamte Werbeumsatz bei 663 Millionen Euro, das waren 3,2 Prozent weniger als im Vorjahresquartal. Im Bereich der TV-Werbung ging der Umsatz sogar um 6,5 Prozent zurück. Die Radio-, Print- und sonstigen Werbeumsätze sanken um 5,3 Prozent, während der digitale Werbeumsatz um 14,6 Prozent auf 118 Millionen kletterte. Der Markt für lineare TV-Werbung steht also weiterhin unter Druck. Die RTL Group schätzt, dass dieser Bereich in Deutschland netto um 3,5 bis 4,5 Prozent geschrumpft ist - das ist aber nichts im Vergleich zu Frankreich. Hier stürzte der Netto-TV-Werbemarkt im ersten Quartal 2026 nach RTL-Schätzungen um 12 Prozent in die Tiefe.
Besser lief es für RTL im Inhalt-Geschäft: Der Umsatz von Fremantle lag mit 372 Millionen Euro auf dem Niveau des ersten Quartals 2025, was man aber vor allem mit negativen Wechselkurseffekten erklärt. Organisch wuchs der Umsatz dieses Bereichs demnach um 4,2 Prozent. Weiterhin sehr dynamisch ist die RTL Group dagegen im Streaming-Bereich unterwegs, hier stieg der Umsatz um 27 Prozent auf 141 Millionen Euro. Das Unternehmen führt das auf mehr zahlende Abonnenten, höhere Abopreise bei RTL+ in Deutschland sowie schnell wachsende Werbeumsätze zurück.
Meilenstein im Streaming
Ende März verzeichnete die RTL Group 8,4 Millionen zahlende Abonnenten in ihren verschiedenen Märkten, das war ein Plus von 18,8 Prozent. Ein Großteil davon entfällt auf Deutschland, so kam RTL+ auf 7,3 Millionen Abonnentinnen und Abonnenten (+16,1 Prozent). Diese Entwicklung führte nun außerdem dazu, dass das Streaming-Geschäft der RTL Group im ersten Quartal dieses Jahres erstmals profitabel war. Damit ist man auf einem guten Weg, das selbstgesteckte Ziel zu erreichen: Streaming-Profitabilität für das gesamte Jahr 2026.
Auch wenn die RTL Group festhält, dass das geopolitische und makroökonomische Umfeld volatil bleibe und entsprechende Auswirkungen auf die eigenen Geschäfte schwer vorherzusagen seien, bestätigt man jetzt erst einmal den im März getätigten Ausblick für das Gesamtjahr. Demnach geht man von leicht sinkenden TV-Werbeumsätzen in Höhe von 3 Prozent aus, was angesichts der aktuellen Entwicklung wohl schon ziemlich optimistisch ist. Gleichzeitig soll der Streaming-Umsatz um 25 Prozent und der Fremantle-Umsatz um 3 Prozent steigen. Demnach erwartet das Unternehmen einen Gesamtumsatz im Jahr 2026 in Höhe von 6,1 bis 6,2 Millionen Euro. Das Adjusted EBITA soll auf rund 725 Millionen Euro (plus/minus 3 Prozent) steigen.
Sky-Integration voraus
Den Ausblick wird man in jedem Fall aber noch einmal im Sommer anpassen, einen entsprechenden Schritt hat die RTL Group für den August angekündigt. Hintergrund ist die Tatsache, dass die Übernahme von Sky Deutschland bis dahin vollzogen sein wird. Die EU-Kommission hatte den Deal zuletzt ohne Auflagen genehmigt (DWDL.de berichtete). Die Integration von Sky in den Konzern wird entsprechende Auswirkungen auf die Geschäftszahlen haben.
Clément Schwebig, der gerade erst den CEO-Posten bei der RTL Group übernommen hat, sagt zu den jetzt veröffentlichten Geschäftszahlen: "Wir sind solide in das Geschäftsjahr 2026 gestartet. Sowohl die RTL Group insgesamt als auch unser Inhaltegeschäft Fremantle sind wieder aus eigener Kraft gewachsen. Das Umfeld für lineare TV-Werbung bleibt angesichts der anhaltenden Verlagerung in Richtung Streaming weiterhin herausfordernd." Schwebig verweist darüber hinaus auf die erstmals erreichte Profitabilität im Streaming-Geschäft. Er sagt: "Alle wichtigen Streaming-Kennzahlen sind gestiegen: vom Umsatz über die Anzahl der zahlenden Abonnenten bis hin zur Nutzungsdauer. Wir rechnen deshalb für das Gesamtjahr mit einem operativen Streaming-Gewinn zwischen 25 und 50 Millionen Euro."
Parallel zur RTL Group hat am Mittwoch auch Bertelsmann seine Geschäftszahlen für das erste Quartal vorgestellt. Demnach lag der Umsatz des Medienkonzerns bei 4,4 Milliarden Euro, das waren rund 100 Millionen weniger als vor einem Jahr. Operativ und um Wechselkurs- und Portfolioeffekte, wie insbesondere den Verkauf von RTL Niederlande im Jahr 2025, bereinigt, stieg der Umsatz jedoch um 4,9 Prozent. Besonders stark legten demnach BMG, die Arvato Group und Bertelsmann Investments zu.
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