Warner Bros. Discovery hat im zweiten Quartal die Erwartungen vieler Analysten verfehlt. Der Medienkonzern setzte 8,7 Milliarden US-Dollar um und damit elf Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Belastet wurden die Zahlen vor allem durch den Verlust der NBA-Übertragungsrechte sowie das schwache Abschneiden des Kinofilms "Supergirl".
Während Analysten mit 9,2 Milliarden Dollar Umsatz gerechnet hatten, fiel das Ergebnis niedriger aus. Beim Gewinn je Aktie übertraf Warner Bros. Discovery die Prognosen hingegen: Statt eines erwarteten Verlusts stand ein Gewinn von sechs Cent je Aktie. Lichtblick bleibt das Streaminggeschäft: Dessen Erlöse stiegen um zehn Prozent auf 3,1 Milliarden Dollar, das operative Ergebnis legte sogar um 75 Prozent auf 512 Millionen Dollar zu. Für Wachstum sorgten unter anderem die internationale Expansion von HBO Max sowie Serien wie "House of the Dragon", "Euphoria", "Hacks" und "The Pitt".
Deutlich schwieriger verlief das Quartal für das Filmstudio. Die Umsätze sanken um 39 Prozent auf 2,3 Milliarden Dollar, das operative Ergebnis brach gar um 89 Prozent ein. "Supergirl" spielte weltweit bislang lediglich 126 Millionen Dollar ein und entwickelte sich damit zum schwächsten DC-Kinofilm seit "Catwoman" aus dem Jahr 2004. Und auch das klassische TV-Geschäft geriet weiter unter Druck. Die Werbeerlöse gingen um 22 Prozent auf 1,7 Milliarden Dollar zurück - vor allem, weil Warner Bros. Discovery nach fast 40 Jahren die NBA-Rechte verloren hat. Entsprechend sank auch der Umsatz der Sparte "Global Linear Networks" um 17 Prozent auf knapp vier Milliarden Dollar.
Die Quartalszahlen veröffentlicht der Konzern inmitten des juristischen Streits um die geplante 110-Milliarden-Dollar-Fusion mit Paramount. Mehrere US-Bundesstaaten und die Writers Guild of America wollen den Zusammenschluss kartellrechtlich verhindern. Die Kartellverhandlungen hierzu sollen erst im März 2027 beginnen (DWDL.de berichtete).
Grünes Licht aus Großbritannien
Unterdessen hat Großbritannien die geplante Übernahme von Warner Bros. durch Paramount Skydance genehmigt. Zuvor hatte Paramount seine Zusagen mit Blick auf das Programmangebots und die Nachrichtenversorgung im Land verstärkt. "Die Wettbewerbs- und Marktaufsichtsbehörde hat heute ihre Entscheidung bekannt gegeben, dass diese geplante Fusion im Vereinigten Königreich keine wettbewerbsrechtlichen Aspekte aufweist, die ein weiteres Eingreifen ihrerseits erfordern würden", erklärte das britische Ministerium für Kultur, Medien und Sport am Donnerstag. Zumindest diese Hürde hat Paramount nun also genommen. Zu Ende ist die Hängepartie damit aber natürlich nicht.
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