Erst vor wenigen Tagen hat das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) öffentlich gemacht, dass es vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern sowie der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus im September verstärkt Aktivitäten zur Informationsmanipulation festgestellt habe. Das BfV schreibt diese Aktivitäten der Desinformationskampagne "Matrjoschka" zu, die mutmaßlich von Russland aus gesteuert wird. 

"Die Kampagne zeichnet sich durch englischsprachige Kurzvideos aus, die das Layout bekannter deutscher Medien imitieren. Mit reißerischen Überschriften und tendenziösen Behauptungen werden Narrative verbreitet, die eine Polarisierung zwischen Ost- und Westdeutschland zum Ziel haben, Stimmung gegen die Bundesregierung machen oder Landes- und Kommunalpolitiker diskreditieren sollen", heißt es vom BfV. 

Nun ist offenbar auch der MDR von den Manipulationen betroffen. Der Sender hat eine Geschichte in eigener Sache veröffentlicht und auch via Pressemitteilung dazu kommuniziert. So warnt das öffentlich-rechtliche Medienunternehmen vor Fake-Videos, die aktuell mit MDR-Optik im Umlauf seien. Dem MDR liegt demnach ein entsprechender Datensatz mit 338 Posts vor, einige davon sollen auch das MDR-Logo tragen, aber eigentlich gar nicht vom Sender stammen. Betroffen sind auch etliche andere etablierte Medien, darunter beispielsweise "Spiegel", das ZDF, "Zeit" oder auch "Bild" und die "Tagesschau". 

MDR-Chefredakteurin Christin Bohmann sagt dazu: "Die Fälschung journalistischer Marken und die Verbreitung von Desinformation sind Angriffe auf die Glaubwürdigkeit freier Medien. Der MDR steht für verlässliche, faktenbasierte und unabhängige Berichterstattung und wird dieser auch weiterhin mit aller Konsequenz treu bleiben." In diesem Zusammenhang verweist der MDR auch noch einmal auf die Berichterstattung auf den eigenen Seiten bzw. Social-Media-Kanälen.

Dass nun auch der MDR von der Desinformationskampagne betroffen ist, ist insofern heikel, weil in Sachsen-Anhalt im September Landtagswahlen anstehen - also im Sendegebiet des MDR. Die AfD liegt in allen Umfragen weit in Führung und könnte, je nach dem, wie viele Parteien es letztlich in den Landtag schaffen, sogar die absolute Mehrheit erreichen. Das hätte wohl auch direkte Konsequenzen auf den MDR: Die AfD hat bereits angekündigt, in einem solchen Fall die Rundfunkstaatsverträge zu kündigen. Das würde wohl zu einem jahrelangen Streit vor Gericht führen. 

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