Es war eine der größten Neuigkeiten, die Anfang Juli beim Screenforce Festival in Düsseldorf verkündet wurden: Aus dem Disney Channel wird Disney TV (DWDL.de berichtete). Was auf dem Papier nach einer kleinen Marginalie aussieht, ist in Wahrheit allerdings die umfassendste Veränderung, die der Disney-Konzern vornimmt, seit man den Sender in Deutschland, Österreich und der Schweiz vor mittlerweile mehr als zwölf Jahren vom Pay- ins Free-TV holte.

Offen war bislang allerdings noch, wann genau das Rebranding erfolgen wird. Nun ist klar: Disney TV startet am 1. Dezember, wie der Disney-Konzern gegenüber DWDL.de bestätigt hat. 

Eun-Ky Park © Disney Eun-Ky Park
"Der Sender wird erwachsen", kündigte Eun-Ky Park, Country Managerin von Disney in Deutschland, Österreich und der Schweiz, schon im Juli an. Und tatsächlich geht mit der Umbenennung der endgültige Abschied der Positionierung als klassischer Kindersender einher, durch die man in den vergangenen Jahren tagsüber vor allem mit der RTL-Kindermarke Toggo und dem öffentlich-rechtlichen Kika konkurrierte.

Konkret wird Disney TV ab Dezember tagsüber zwischen 8:30 Uhr und 13:00 Uhr sowie ab 17:00 Uhr auf Drama- und Comedyserien setzen. In der Primetime wiederum ist die Rede von "klar definierten Programmwelten für ein erwachsenes Publikum". So sollen Action-, Crime- und Drama-Serien das Angebot künftig ebenso ergänzen wie ausgewählte Dokumentationen, Live-Action-Filme und regelmäßige Programmblöcke rund um FX, Marvel Studios und "Star Wars" - derartige Programmierungen waren bislang unter dem klar positionierten Label des Disney Channel nach der Logik des Konzerns nicht möglich.

Das genaue Programmschema von Disney TV lässt das Unternehmen zwar noch offen, doch klar ist, dass Franchises an festen Wochentagen eigene Programmflächen erhalten sollen. Das soll für "ein abwechslungsreiches Fernseherlebnis mit starken Geschichten und bekannten Charakteren aus dem Disney-Universum" sorgen, heißt es.

Mehr Potenzial für die Vermarktung

Julia Schörner © Disney Julia Schörner
Programme für Kinder und Familien soll es zwar auch weiterhin geben - aber eben längst nicht mehr so umfangreich wie bisher. Überraschend kommt der Schritt indes nicht, immerhin hat der Disney Channel schon seit Anfang 2025 in der Daytime sowie am Vorabend vermehrt Flächen für Comedyserien freigeräumt, von denen sich der Konzern höhere Reichweiten erhoffte als im zuletzt zunehmend schrumpfenden Free-TV-Kindermarkt. Mit der Quotenentwicklung und den Ergebnissen aus der Vermarktung scheint man in München so zufrieden zu sein, dass man nun also den nächsten Schritt wagt.

Schon beim Screenforce Festival verwies Vermarktungschefin Julia Schörner auf zusätzliche Wachstumsmöglichkeiten, insbesondere bei jungen erwachsenen Zielgruppen ab 16 Jahren, die Disney TV den Werbekunden künftig bieten könne. Und zwar, wie man jetzt weiß, pünktlich zum für die Branche so wichtigen Weihnachtsgeschäft.