Vergangene Woche kündigte die Filmförderanstalt FFA an, dass die Fördertöpfe DFFF und GMPF für dieses Jahr bereits ausgeschöpft seien und daher keine weiteren Anträge entgegengenommen werden können. Dass bereits mehr als vier Monate vor Jahresende das gesamte Budget bereits vergeben ist, kam durchaus überraschend - schließlich hatte die Bundesregierung den Etat auf 250 Millionen Euro in etwa verdoppelt. 

Der frühe Förderstopp in diesem Jahr ist schon bitter für alle, die noch auf Förderung gehofft hatten - noch bitterer allerdings, dass im kommenden Jahr die gerade frisch erhöhte Fördersumme auch bereits wieder gekürzt werden soll. Angesichts der schwierigen Haushaltslage sollen dann nach den Plänen der Bundesregierung nur noch 200 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Das wäre zwar weiterhin deutlich mehr als noch bis zum vergangenen Jahr, aber im Vergleich zum aktuellen Jahr eine  Kürzung um 20 Prozent.

Kritik an diesen Plänen wurde schon zahlreich geübt, nun wird sie noch einmal konzertiert vorgetragen: Insgesamt 48 Verbände, Initiativen und Institutionen der Filmbranche haben sich für eine gemeinsame Erklärung zusammengetan. Sie schreiben, dass sich im Run auf die Förderung das Wachstumspotenzial des Filmstandorts Deutschland gezeigt habe, mit dem vorzeitigen Förderstopp nun aber "ein wertvoller Hebel für mehr Wertschöpfung und Beschäftigung in Deutschland leichtfertig aus der Hand gegeben" werde.

In der angekündigten Kürzung sehen sie einen Wortbruch von Wolfram Weimer. Ursprünglich war im Koalitionsvertrag die Schaffung eines steuerbasierten Filmfördersystems versprochen worden, das Weimer dann doch nicht weiterverfolgte. Stattdessen habe der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien habe die Erhöhung der wirtschaftlichen Filmförderung auf jährlich 250 Millionen Euro versprochen und in mehreren Gesprächen erklärt, dass der Haushaltsansatz für drei Jahre gesichert sei.

"Diese Zusage hat Vertrauen geschaffen, Projekte angestoßen und neue Investitionen ausgelöst", heißt es in dem Schreiben. Die nun geplante erneute Kürzung sei angesichts der wichtigen Rolle, die eine starke Filmwirtschaft auch für den Wirtschaftsstandort Deutschland spiele, unverständlich. "Sie gefährdet den gerade gewonnenen Aufschwung in der Produktionsbranche und droht, das Vertrauen in die Verlässlichkeit des Filmstandorts Deutschland erneut zu beschädigen. Zudem führt diese Kürzung dazu, dass Deutschland als Produktionsland im europäischen Standortwettbewerb weiter den Anschluss verliert."

Gemeinsam fordern die 48 Verbände daher die vollständige Rücknahme der Kürzung der Filmförderung für 2027. "Nur mit verlässlichen Rahmenbedingungen lassen sich Förderstopps verhindern, Investitionen absichern, Qualität und kulturelle Vielfalt am Filmstandort Deutschland fördern und Beschäftigung sowie Wertschöpfung nachhaltig stärken."

Im Folgenden eine Auflistung aller unterzeichnenden Verbände und Institutionen:

AG Animationsfilm e. V.
AG DOK – Berufsverband Dokumentarfilm e.V.
AG Filmfestival e. V.
AG Kino – Gilde deutscher Filmkunsttheater e.V.
AG Verleih – Die unabhängigen Filmverleihe e.V.
Assistant Directors Union e. V.
AVÜ – Die Audiovisuellen Übersetzer*innen e.V.
Berufsverband Kinematografie e. V. (BVK)
Berufsverband Script Supervisor e. V.
Berufsvereinigung Filmton e. V. (bvft)
Bundesverband Aufnahmeleitung e. V. (BVAL)
Bundesverband Beleuchtung und Kamerabühne e. V. (BVB)
Bundesverband der Fernsehkameraleute e. V. (BVFK)
Bundesverband Filmschnitt Editor e. V. (BFS)
Berufsverband Green Consultants Film & TV Dach e.V.
Bundesverband Herstellungs- und Produktionsleitung e. V. (BHP)
Bundesverband kommunale Filmarbeit e.V.
Bundesverband Produktion Film und Fernsehen e.V. (BvP)
Bundesverband Regie e. V. (BVR)
Bundesverband Schauspiel e. V. (BFFS)
Cast Me In e.V.
Cinematographinnen – Women*
Cinematographers Network e. V.
Deutsche Akademie für Fernsehen e. V. (DAfF)
Deutsche Filmakademie e. V.
Filmtonfrauen e. V.
Filmverband Südwest e. V.
Förderverein Deutscher Kinderfilm e.V.
German Researchers and Archive Producers e.V. (GRAP)
German Stunt Association – Bundesverband deutscher Stuntleute e. V.
Hauptverband Cinephilie e. V.
HDF KINO e. V.
Hörfilm e.V. – Vereinigung deutschsprachiger Filmbeschreiber*innen
Initiative Fair Film
Initiative Zukunft Kino+Film
Interessenverband Deutsches Schauspiel e. V. (IDS)
Produktionsallianz – Allianz Deutscher Produzentinnen und Produzenten – Film,
Fernsehen und Audiovisuelle Medien e. V.
PROG Producers of Germany e. V.
Queer Media Society e. V.
QMS Award e.V.
Spitzenorganisation der Filmwirtschaft e. V. (SPIO)
ver.di FilmUnion
Verband der Requisite und Set Decoration e. V. (VdR/SD)
Verband Deutscher Drehbuchautoren e. V. / Deutscher Drehbuchverband (DDV)
Verband Deutscher Filmexporteure e. V. (VDFE)
Verband für Film- und Fernsehdramaturgie e. V. (VeDRA)
Verband Technischer Betriebe für Film und Fernsehen e. V. (VTFF)
Vielfalt im Film e. V.
VRFF - Freie Produktionswirtschaft