Im Juli hatten wir noch den höchsten Wiederholungsanteil der acht großen Vollprogramme seit dem Corona-Sommer vor sechs Jahren konstatieren müssen, im August gab es nun eine deutlich spürbare Belebung: Alle acht Sender zeigten wieder mehr Erstausstrahlungen und Free-TV-Premieren in der Zeit zwischen 20:15 Uhr und Mitternacht als noch im Monat zuvor. Die Privatsender der zweiten Generation, also Kabel Eins, RTLzwei und Vox hielten sich aber trotzdem weiterhin vergleichsweise stark zurück. Diese Sender bestritten auch im August rund 80 Prozent ihres Abendprogramms mit Wiederholungen.

Umgekehrte Lage beim ZDF: Dort stieg der Anteil an frischer Ware im Abendprogramm wieder auf 80 Prozent, ein Plus von 24 Prozentpunkten im Vergleich zum Juli. Das ZDF zeigte damit auch deutlich weniger Wiederholungen als im August des vergangenen Jahres. Die Mainzer belegten mit deutlichem Vorsprung vor dem Ersten Platz 1 im Frische-Ranking, weil Das Erste sich noch etwas stärker zurückhielt und nur auf 69 Prozent Frische-Anteil kam.

RTL blieb zwar der Privatsender mit dem höchsten Frische-Anteil - während man sonst aber meist in einer Liga mit den Öffentlich-Rechtlichen spielt und die anderen Privaten weit hinter sich lässt, lag diesmal Sat.1 nur knapp dahinter. RTL kam auf einen Frische-Anteil von 57 Prozent, Sat.1 erreichte 53 Prozent. ProSieben rangierte mit 43 Prozent zwar ein gutes Stück dahinter, das Plus im Vergleich zum Juli und im Vergleich zum August vergangenen Jahres fiel aber bei keinem anderen Sender größer aus.

    FIX-Punkte
August 2026
Vergleich zum
Vormonat
Vergleich zum
August 2025
Jahresschnitt '26
(vs 01-08/25)
ZDF 80 von 100 +24 +13 80
(-2)
Das Erste 69 von 100 +16 +9 77
(+0)
RTL 57 von 100 +15 -2 75
(-7)
Sat.1 53 von 100 +22 -14 44
(-18)
ProSieben 43 von 100 +27 +20 42
(-5)
kabel eins 23 von 100 +8 -2 21
(-1)
RTLzwei 19 von 100 +9 -15 23
(-12)
VOX 18 von 100 +4 -8 30
(-5)

Frische-Index-Verlauf bis August 2026

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Quelle: DWDL.de-Recherche
dwdl.de/zahlenzentrale

Wie wir die Daten erheben und was sie aussagen

Wir werten Monat für Monat das Programm der acht großen Vollprogramme zwischen 20:15 Uhr und Mitternacht aus und ermitteln den Anteil an "frischem Programm", wozu wir Erstausstrahlungen und Free-TV-Premieren rechnen. Sendungen, die vorab gestreamt werden konnten, gelten hier ebenfalls als "frisches Programm". Über die Qualität des Programms sagt der Anteil der Erstausstrahlungen natürlich nicht unbedingt etwas aus, doch es ist eines von mehreren Indizien, mit welchem Aufwand ein Programm derzeit betrieben wird.

Zu beachten ist zudem: Der Frische-Index gibt einen Trend an, bildet die Situation aber nicht ganz genau ab. So gibt es beispielsweise einen systembedingten "Nachteil" für Das Erste und das ZDF: Aufgrund der Werbefreiheit müssen sie mehr eigenes Programm produzieren, um die Zeit zu füllen, während die Privatsender einen gar nicht so geringen Teil des Abends mit Werbeblöcken füllen. Eine Stunde Erstausstrahlung ohne Werbung im Ersten haben wir aber genauso gewertet wie eine Stunde Erstausstrahlung bei den Privaten mit Werbung.