Die ARD hat einen Veröffentlichungs- und Sendetermin für die Miniserie "Breitscheidplatz 19/12" gefunden, in der es inhaltlich um den Anschlag auf den Breitscheidplatz am 19. Dezember 2016 geht. Schon vor rund fünf Jahren war bekannt geworden, dass die NeueSuper an einem entsprechenden Stoff arbeitet (DWDL.de berichtete). Die sechs Folgen werden nun am 30. Oktober in der ARD-Mediathek veröffentlicht. Die lineare Ausstrahlung erfolgt an zwei Abenden: Am 1. November ab 21:45 Uhr sowie am 6. November ab 23:55 Uhr im Ersten. 

Und so beschreibt die ARD die Serie, die zunächst im Jahr 2015 spielt: Der Islamische Staat rekrutiert Kämpfer im syrischen Bürgerkrieg. Der NRW-Staatsschützer Laudin (Albrecht Schuch) beobachtet einen Medizinstudenten (Doguhan Kabadayi), der sich den Terrormilizen anschließen möchte. Um an die Hassprediger heranzukommen, die junge Männer radikalisieren, schleust Laudin einen Informanten in das IS-Milieu ein: den Ex-Kriminellen Murat Cem (Tamer Trasoglu), der sich seine riskanten Dienste bezahlen lässt. Dank seiner Freundschaft mit dem Prediger Salaman (Damir Avdic) findet der abgebrühte Cem bald einen Platz in der Bruderschaft. 

Dort lernt Cem einen jungen Mann kennen, den er für den Idealtypen eines künftigen Attentäters hält: Anis Amri (Wael Alkhatib), ein labiler und gewaltbereiter Einzelgänger. Cems Hinweisen geht die junge Polizeibeamtin Isra (Bayan Layla) nach, die selbst mit ihrer Familie aus Syrien geflohen ist. Doch der BKA-Experte Heyse (Hanno Koffler) hält Amri für einen kleinen Fisch. Während Frankreich von Terrorwellen erschüttert wird, erwartet Laudin einen Anschlag in Deutschland. Im Nebel aus Befugnissen und Rivalitäten fällt Anis jedoch durchs Raster. Als er am 19. Dezember in Berlin zu einer Amokfahrt aufbricht, stellt sich niemand in den Weg.

Der Anschlag am 19. Dezember 2016 gilt als einer der schwester Terroranschläge in der Geschichte der Bundesrepublik, 13 Personen starben und mindestens 67 weitere wurden zum Teil schwer verletzt. "Entlang wahrer Begebenheiten und genau recherchierter Ereignisse verdichten Regisseur David Nawrath und sein Autorenteam – in teils fiktionalen Elementen und Figuren – das Bild eines multiplen Staatsversagens in der sechsteiligen Serie", heißt es von der ARD. Die Bücher schrieben David Marian und David Nawrath.

Julia Koschitz ermittelt in Österreich

Darüber hinaus hat die ARD jetzt auch bekannt gegeben, wie und wann man die Miniserie "Das Vergessen - Spurlos im Moor" veröffentlichen wird, die man gemeinsam mit dem ORF umgesetzt hat. Als Produktionsfirmen fungieren Odeon Fiction und Mona Film. Die sechs Folgen stehen ab dem 23. Oktober in der Mediathek zum Abruf bereit, linear feiert die Serie am 24. Oktober um 20:15 Uhr Premiere im Ersten. Weiter geht’s einen Tag später - dann allerdings erst ab 21:45 Uhr. 

Und darum geht’s: Im österreichischen Dorf Engelsberg sorgt die Polizistin Pia Kraus (Julia Koschitz) mit Augenmaß für Recht und Ordnung. Ihre gesundheitlichen Sorgen verschweigt sie vor ihrem Mann Jonas (Matthias Koeberlin) und den beiden Kindern Vivian (Anja Pichler) und Linus (Leopold Pallua). Nur ihre enge Freundin, die Ärztin Anni Rath (Regula Grauwiller), hat davon Kenntnis. Pia kann jedoch nicht kürzertreten: Seit Monaten sucht sie nach ihrer 17-jährigen Nichte Amelie (Fabia Matuschek), die nach einem Streit mit ihrer Mutter Caro Scheuer (Martina Ebm) spurlos verschwunden ist.

Als Amelies Leiche im Moor entdeckt wird, nimmt Pia mit ihrem Kollegen Tarek Moser (Bardo Böhlefeld) die Mordermittlungen auf. Sie müssen jedoch nicht nur nach dem Täter suchen, sondern auch nach einem Baby, das Amelie kurz vor ihrem Tod zur Welt gebracht hat und das vielleicht noch lebt. Ins Visier kommt zunächst Amelies "Ex" Roman (León Orlandianyi), der einiges zu verbergen hat. Doch er ist nicht der Einzige: Sowohl der Autohausbetreiber Broszek (Julian Looman) als auch der Lehrer Bichler (Clemens Berndorff) müssen fürchten, was Nachforschungen über sie ans Licht bringen könnten. Als Pia erkennt, keinem mehr trauen zu können, versucht sie verzweifelt, ihr eigenes Geheimnis zu verbergen, um die Mordermittlungen weiterführen zu können. Auf sich gestellt, scheut sie kein Risiko – und keine bittere Wahrheit.

Inszeniert wird die Serie vom Regieduo Daniel Geronimo Prochaska (Folgen 1-4) und Johanna Moder (Folgen 5-6). Entwickelt wurde die Serie von Timo Lombeck, Marcel Kawentel und Rebekka Reuber, die auch die Drehbücher geschrieben haben.