Tennis © Bill David Brooks (CC BY-SA 2.0)
Streit ums Wimbledon-Finale

"Überzogene Preisvorstellungen": ARD kontert Sky

von Thomas Lückerath
05.07.2013 - 16:25 Uhr

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Am Donnerstagabend berichtete DWDL.de über die Absage von Sky an die ARD: Das Wimbledon-Finale der Damen mit Sabine Lisicki findet damit nur im Pay-TV statt. Am Freitag zieht die ARD nach und wirft dem Pay-TV-Anbieter "überzogene Preisvorstellungen" vor.

Die Absage von Sky formulierte Sprecher Ralph Fürther am Donnerstagabend recht nüchtern: "Die ARD hat uns ein Angebot für die Live-Übertragung des Wimbledon-Finals der Damen vorgelegt. Wir haben dies eingehend geprüft und für nicht ausreichend erachtet. Dies bedeutet, dass Sky das Endspiel von Sabine Lisicki am Samstag live und exklusiv übertragen wird." Doch das will man bei der ARD nicht auf sich sitzen lassen und kontert am Freitagnachmittag - offenbar nach nochmals geführten Gesprächen mit Sky.



ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky lässt zumindest wissen: "Wir haben uns bis heute Nachmittag intensiv bemüht, die Free-TV-Rechte am Damen-Endspiel in Wimbledon für Millionen interessierte Zuschauer zu erwerben." Eine Einigung gab es aber auch am Freitag nicht. "Leider sind die Verhandlungen an den überzogenen Preisvorstellungen von Sky gescheitert. Wir bedauern dies sehr. Wir hätten uns gewünscht, dass die Tennis-Fans im Free-TV live dabei sein können."

Schon seit der Absage von Sky am Donnerstagabend läuft die Diskussion darüber, wer durch diese Verhandlungen den größeren Image-Schaden auf sich gezogen hat. Ist es die ARD, die sich in den letzten Jahren nicht mehr für Wimbledon interessiert hat und jetzt kurzfristig angesichts des überraschenden Erfolges von Sabine Lisicki doch bitte dabei sein möchte, aber nicht genug zahlen will? Oder ist es Sky, die den Unmut aller Nicht-Abonnenten auf sich ziehen könnten, dass ein Wimbledon-Finale mit deutscher Beteiligung jetzt eben den Sky-Abonnenten vorbehalten bleibt?

Eine Verpflichtung zur Einigung gibt es nicht. Ob es hilft, dass die ARD sich nun als Kämpfer für den Gebührenzahler inszeniert, ist fraglich. Erste Reaktionen am Donnerstagabend lobten eher Sky für die Entscheidung. Wie so oft scheiterte es am Ende einfach am Preis. Welche Summen sich die ARD den kurzfristigen Erwerb der Free-TV-Rechte hätte kosten lassen und wie viel Sky gerne gehabt hätte, ist leider unbekannt. Etwas irreführend ist in dem Zusammenhang eine Pressemitteilung des Ersten, die am Freitagnachmittag verschickt wurde: "Sportnachmittag im Ersten mit Damen-Finale in Wimbledon" heißt es dort in der Überschrift. Gemeint ist allerdings eine 30-minütige Zusammenfassung ab etwa 17.40 Uhr - also nach Ende des Spiels.

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