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Print-Krise

Kahlschlag bei der "Westdeutschen Zeitung"

von Timo Niemeier
28.03.2014 - 09:24 Uhr

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Die Krise der gedruckten Zeitungen hat ein weiteres Opfer gefunden: Die "Westdeutsche Zeitung" ("WZ") streicht nach Informationen des Branchendienstes "Newsroom.de" 50 von 100 redaktionellen Stellen. Einen eigenen Mantel wird es in Zukunft nicht mehr geben.

Nach dem Aus für die eigenständige "Westfälische Rundschau" Anfang 2013 und den gerade erst angekündigten Sparmaßnahmen bei DuMont-Schauberg verkündet die nächste Zeitung aus NRW drastische Maßnahmen, um in Zukunft am Markt zu bestehen. Laut "Newsroom.de" wird die Redaktion der "Westdeutschen Zeitung" halbiert - von 100 auf 50 Mitarbeiter. Das sei den Journalisten und den Redaktionen zuarbeitenden Mitarbeitern am Donnerstag auf Betriebsversammlungen erklärt worden. 

Dieser Kahlschlag hat natürlich auch Folgen für die inhaltliche Ausrichtung des Blattes aus dem Girardet-Verlag: So soll es in Zukunft keinen eigenen Mantelteil mehr geben. Bislang wurde dieser von 20 bis 25 Mitarbeitern gestemmt, laut "Newsroom.de" sollen sich zukünftig nur noch sieben Redakteure um die eingekauften Inhalte kümmern. 

Und auch in den Lokalredaktionen wird gespart: In Mettmann, Neuss und am Niederrhein wird es die "Westdeutsche Zeitung" zwar auch in Zukunft zu kaufen geben - allerdings nach dem Vorbild der "Westfälischen Rundschau". Also ohne eigene Redakteure. Die neuen Regional-Inhalte kommen demnächst wohl von der "Rheinischen Post". In Burscheid, Düsseldorf, Krefeld und Wuppertal will die "WZ" weiterhin mit eigenen Redaktionen vertreten bleiben.

Außerdem wurde am Rande der Mitarbeiterversammlungen bekannt, dass die "WZ" zum 1. Mai einen neuen Chefredakteur bekommen wird. Der hat dann die undankbare Aufgabe, die stark dezimierte Redaktion zu leiten. Bislang wird diese Aufgabe kommissarisch von Lothar Leuschen übernommen. 

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) hat sich bereits zu den geplanten Sparmaßnahmen der "WZ" geäußert und kritisiert, dass mal wieder viele Journalisten ihren Job verlieren. "Der Wandel in der Zeitungsbranche geht einmal mehr deutlich zu Lasten der Mitarbeiter", sagt Uwe Tonscheidt, stellvertretender DJV-Landesvorsitzender. Es sei ein weiterer Schritt der Verleger, "sich von der Meinungsvielfalt zu verabschieden". 

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