Mit seinen Worten, die Carsten Sostmeier am Montagabend bei den Olympischen Spielen über die deutsche Reiterin Julia Krajewski fand, hat der ARD-Kommentator eine Welle der Empörung ausgelöst. Nachdem sich Sostmeier inzwischen dafür entschuldigte, meldete sich nun erstmals die Betroffene zu Wort: "Bevor ich es mir nicht angeschaut habe, weiß ich nicht, ob ich die Entschuldigung annehmen kann", sagte Krajewski der dpa laut im Olympischen Haus in Rio de Janerio. "Und da ich nicht weiß, ob ich es mir anschauen werde, kann es etwas dauern."

Sostmeier muss sich also noch etwas gedulden, bis ihm sein Fehltritt möglicherweise verziehen wird. Mit seiner sehr bildhaften Sprache beschrieb er Krajewskis Olympia-Auftritt im Vielseitigkeitsreiten teils abschätzig. "Da kippt das Mädel fast aus dem Sattel und Reitsportdeutschland aus allen Wolken", nahm der Kommentator Anlauf, ehe er ins seither vielzitierte Fettnäpfchen trat: "Die Dame hat schon einen braunen Strich in der Hose, wenn sie losreitet."

Dass sich Sostmeier in Zukunft etwas in seiner Leidenschaft zügeln soll, wird ihm nun auch aus Athleten-Sicht deutlich gemacht. "Es tut natürlich weh. Ich glaube, dass jeder einzelne Sportler sein Allerbestes gibt", sagte Krajewski. Sportler seien aber auch nur Menschen. Deshalb wird es dem Athleten "in schwierigen Situation definitiv nicht leichter" gemacht, wenn zu solchen Aussagen gegriffen wird. ARD-Teamchef Gerd Gottlob hatte sich bereits entschuldigt und den Kommentar als "völlig uangemessen" bezeichnet. Inzwischen saß Carsten Sostmeier allerdings wieder am Mikrofon.

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