ANGA Cable © DWDL/Walter
Streit um Einspeiseentgelte

"Ab 2013 habe ich auch vor, nicht mehr zu bezahlen"

 

Für die Verbreitung via Satellit und DVB-T zahlen die Sender, unter den Kabelnetzbetreibern bekamen bislang von den Öffentlich-Rechtlichen aber nur die drei Großen Geld. Und auch die sollen künftig leer ausgehen. Die Kabel-Branche hofft noch auf einen Kompromiss

von Uwe Mantel
12.06.2012 - 14:15 Uhr

"Ich bin Kunde bei Ihnen, ab 2013 hab ich aber auch vor, nicht mehr zu bezahlen", sagte Moderator Frank Thomsen in Richtung des Kabel Deutschland-COOs Manuel Cubero und nahm sich damit ein Beispiel an ARD und ZDF. Die wollen künftig keine Einspeiseentgelte mehr an die Kabelnetzbetreiber zahlen - was die Kabelbranche als Benachteiligung im Wettbewerb der Infrastruktur-Anbieter sieht. Bislang ist es so, dass die Sender für die Verbreitung via Satellit ganz selbstverständlich an Astra zahlen. Die Verbreitung via DVB-T ist umgerechnet auf die Zahl der erreichten Zuschauer sogar noch wesentlich teurer. Im Kabel-Bereich bekamen hingegen bislang nur die großen Netzbetreiber Unitymedia, Kabel BW und Kabel Deutschland Geld, während die Kleineren leer ausgingen. Künftig soll auch mit den Zahlungen an die Großen Schluss sein. Bei der KEF wurden für den nächsten Gebührenzeitraum jedenfalls direkt schon gar keine Einspeise-Entgelte mehr beantragt.

 

MDR-Intendantin Karola Wille, die bei der ANGA Cable als Vertreterin der Öffentlich-Rechtlichen am "Fernsehgipfel" teilnahm, hatte dafür auch eine einfache Erklärung: "Wir ermöglichen mit unseren Inhalten erst die Geschäftsmodelle der Kabelnetzbetreiber". Diese würden ihren Kabelanschluss schließlich aufgrund der kostenfrei zur Verfügung gestellten Inhalte überhaupt erst kostenpflichtig an den Mann bringen können. Bei Satellitenbetreibern oder bei DVB-T sei das anders, dort sei der Empfang von ARD und ZDF schließlich zunächst einmal kostenlos möglich, es bestehe keine Endkundenbeziehung.

 

Und noch etwas brachte Wille in die Diskussion ein: Der Markt habe sich einfach verändert. Inzwischen werden Inhalte auch über IPTV verbreitet, ein Anbieter wie Zattoo sorge ebenfalls für die Weitersendung des Signals - und auch dort zahle man keine Einspeiseentgelte. Diesen neuen Wettbewerb wolle man nicht behindern.

Manuel Cubero von Kabel Deutschland wollte diese Argumente natürlich nicht gelten lassen, gab sich weiterhin hoffnungsvoll, dass man noch in Verhandlungen eintreten werde und verwies auf die gute Partnerschaft, die man schon viele Jahre mit ARD und ZDF habe. Er hoffe auf eine Win-Win-Situation für beide Beteiligten. Auch Karola Wille stimmte schließlich zu, dass man über die unterschiedlichen Positionen noch einmal reden müsse. "Klingt nach einer Halbierung des Preises", so die trockene Folgerung von Moderator Frank Thomsen.

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