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Print-Kongress

"Blogger sind keine Alternative zu Journalismus"

 

Die Verlage müssen sich zu Multimediahäusern entwickeln und etwa die Lokalberichterstattung auch im Bewegtbild anbieten, so der Tenor des Print-Gipfels. Von Bloggern hält man bei der WAZ hingegen wohl nicht viel.

von Uwe Mantel
19.06.2007 - 15:55 Uhr

Foto: Photocase"Aufbruch in neue Zeitungswelten" hieß das Thema, das auf dem Printkongress im Rahmen des medienforum.nrw am Dienstag diskutiert wurde. Einig war man sich, dass die Verlagshäuser sich in Zukunft nicht allein auf ihr Print-Produkt konzentrieren können.

Vielmehr gelte es, die Kernkompetenzen der Verlage für verschiedenen Medien zu nutzen. Allen voran sei das die Kompetenz im lokalen Bereich. Ein viel genanntes Beispiel war hier die Bereitstellung von Bewegtbildern, an die man etwa durch die Ausstattung der Journalisten mit Kamerahandys oder die Einstellung von Videoreportern kommen will.

Clemens Bauer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Mediengruppe "Rheinische Post" betonte etwa, dass Verlage sich zu "Multimediahäusern" entwickeln müssten. Dr. Stephan Holthoff-Pförtner, Vertreter eines Teils der WAZ-Gesellschafter, sekundierte: "Nur Artikel ins Internet zu stellen, ist völlig falsch". Dass man davon weg will, zeigen auch die Projekte des Verlags: So steht etwa der Start des neuen Portals, das derzeit noch unter dem vorläufigen Namen "West1" bekannt ist, bevor, womit sich die WAZ-Gruppe im Web völlig neu und mit einer gemeinsamen Seite neu aufstellen will.


Ob sich die WAZ-Gruppe den Start durch den Auftritt Holthoff-Pförtners auf dem medienforum.nrw aber unbedingt erleichtert hat, sei dahingestellt - viele Freunde in der Web-Community dürfte er sich in jedem Fall nicht machen. Denn dem Web 2.0 und Blogging insbesonderem steht Holthoff-Pförtner sehr kritisch gegenüber.

Blogger seien "keine Alternative zu Journalismus" und verdienen keinen Schutz durch Artikel 5 des Grundgesetzes, so Holthoff-Pförtner in einer seiner provokanten Äußerungen. Artikel 5 regelt unter anderem die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung - worauf Holthoff-Pförtner wohl abzielte - aber auch die allgemeine Meinungsfreiheit. Das Bloggen sei "wie Wikipedia". Dort könne auch schonmal drei Wochen stehen, dass der österreichische Kanzler Moser heiße, so Holthoff-Pförtners etwas verquere und nicht von allzu viel Wissen in diesem Bereich zeugende Äußerung.

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