Der BR ist innerhalb der ARD so etwas wie ein Vorreiter in Sachen KI. Natürlich ist das Thema in allen Häusern präsent und wichtig, der BR hatte aber schon vor mehr als zwei Jahren mit Verlagen, der Wissenschaft und Industrie das Netzwerk "AI for Media" gegründet. Mit Ulrike Köppen gibt’s im Unternehmen einen Chief Artificial Intelligence Officer. Und seit dem vergangenen Jahr lässt man Nutzer-Kommentare durch eine KI zusammenfassen, außerdem testete man 2025 einen KI-Bot zum Oktoberfest. Nun kommt das nächste KI-Projekt aus dem Süden.
Wie der BR jetzt nämlich angekündigt hat, wird die neue KI-gestützte Anwendung "Dein News-Assistent" ab sofort auf die journalistisch geprüften Inhalte von BR24 und "Tagesschau" zugreifen und diese zusammenfassen. Leserinnen und Leser sollen die News so schneller erfassen. Das Angebot steht als Beta-Version auf der BR24-Startseite sowie in ausgewählten Beiträgen in Web und App zur Verfügung.
"Grundlage sämtlicher KI-generierter Inhalte sind ausschließlich journalistisch recherchierte und veröffentlichte Beiträge von BR24 und tagesschau", heißt es vom BR. Man verbinde damit die Möglichkeiten moderner KI-Technologie mit verlässlichen, redaktionell verantworteten Informationsquellen. Neben Zusammenfassungen aktueller News soll es auch Zeitleisten zur bisherigen Entwicklung von Themen, Empfehlungen zu weiterführenden Beiträgen sowie Erklärungen von Fachbegriffen geben. Hinzu kommt ein Chat, der Fragen auf Basis der Inhalte von BR24 und "Tagesschau" beantworten soll.
BR-Intendantin Katja Wildermuth sagt: "Der BR setzt künstliche Intelligenz dort ein, wo sie den Zugang zu verlässlichem Journalismus erleichtert: transparent, quellenbasiert und unter redaktioneller Verantwortung. Unser News-Assistent ersetzt keine Redaktion und keine journalistische Entscheidung. Er fasst geprüfte Inhalte von BR24 und der tagesschau zusammen, weist Quellen aus und macht Nachrichten schneller verständlich. Aktuelle Studien bestätigen: Gerade in einer Zeit von Fehl- und Desinformation schätzen die Menschen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk für seine vertrauenswürdigen Inhalte. Dafür steht der BR: moderne Technologie im Dienst von unabhängigem Qualitätsjournalismus – nicht umgekehrt."
Und der ARD-Vorsitzende Florian Hager ergänzt: "Mit dem News-Assistenten zeigt der BR, wie wir journalistische Inhalte mittels KI neu zugänglich machen. Das Beste daran: Wir bauen damit ein Fundament für einen gemeinsamen Wissensraum der ARD, in dem verlässliche Beiträge als Daten zusammenfließen. So erreichen wir auch Menschen, die sich per KI informieren."
Technisch basiert der News-Assistent auf einer sogenannten Retrieval-Augmented-Generation-Architektur (RAG). Dabei werden Inhalte von BR24 und der "Tagesschau" für ein Sprachmodell aufbereitet, das auf dieser Grundlage Zusammenfassungen, Rückblicke und Antworten erstellt. Verwendete Quellen sollen transparent ausgewiesen und direkt verlinkt werden.
Vom BR heißt es, dass man durch das Projekt die Grundlage für eine stärkere inhaltliche Vernetzung innerhalb der ARD schaffe. Durch die automatisierte Nutzung von BR24- und "Tagesschau"-Inhalten entstünde ein erster gemeinsamer Wissenspool journalistisch geprüfter Informationen. "Perspektivisch soll daraus ein umfassender Zugang zum Wissen und zu den Inhalten der gesamten ARD entstehen", so der BR. Der News-Assistent ist jetzt erst einmal als Pilotprojekt angelegt. Man wolle damit evaluieren, welche Funktionen den größten Mehrwert bieten. Perspektivisch soll der Assistent für die "Tagesschau" und alle Landesrundfunkanstalten der ARD weiterentwickelt werden.
Konzipiert und umgesetzt wurde der News-Assistent vom BR AI + Automation Lab gemeinsam mit den Redaktionen von BR24 und "Tagesschau" in Zusammenarbeit mit der ARD Tech-Unit.
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