Mit unzähligen Staffeln des Comedyformats „LOL“, der bereits vierten Staffel des Realityformats „The 50“ und Experimenten wie der Gameshow „Yes or No Games“ besetzt Amazons Streamingdienst Prime Video in Deutschland schon länger non-fiktionale Genres, die in frühen Streamingjahren noch dem linearen Fernsehen vorbehalten schienen. Wie auch einige Wettbewerber identifizierte Prime Video non-fiktionale Unterhaltung als effizientes Genre für einen lokalen Anstrich. 

Diesen Sommer lud Prime Video nach Informationen des Medienmagazins DWDL.de zusammen mit Red Bull zum Pitch um den bislang größten Produktionsauftrag des Streamers in Deutschland für ein neues Show-Event. Vier Produktionsfirmen stellten ihre Ideen vor, darunter drei bereits vertraute Partner: Constantin Entertainment („LOL“), Endemol Shine Germany („The 50“) und ITV Studios Germany („Yes or No Games“) - sowie Raab Entertainment. 

Gesucht wurde das Konzept für ein Seifenkistenrennen-Spektakel, welches Red Bull zusammen mit Prime Video realisieren will. Prominente Teams in einem sportlichen Wettkampf mit unterhaltendem Charakter. Dass der Event-erprobte Energydrink-Hersteller dieses Thema mit Amazons Streamingdienst umsetzen wird, ist im Hause Red Bull längst kein Geheimnis mehr. Kommen soll das Show-Event 2027. Doch wer den Zuschlag für die Produktion - angesetzt mit einem stolzen mittleren einstelligen Millionenbudget - bekommen hat, ist bislang nicht bestätigt. 

Raab Entertainment © Raab Entertainment
Nach DWDL.de-Informationen hat schon vor einigen Wochen Raab Entertainment das Rennen ums Rennen gemacht. Teils absurde sportliches Spektakel mit prominenten Teams - ein Formatgenre, das Stefan Raab erfunden und in den vergangenen zwanzig Jahren maßgeblich geprägt hat. Inklusive prominenter Vermarktungsmöglichkeiten, die seine Live-Events zu den vermutlich längsten Dauerwerbesendungen im deutschen Fernsehen machten. 

Zuletzt setzte Raab Entertainment Ende August für RTL die „Jetski Star WM“ um und vermarktete die teilnehmenden Teams und Placements im Format selbst. Der Produktionsauftrag aus dem Pitch von Prime Video und Red Bull ist für die Produktionsfirma die erste Beauftragung abseits des beinahe legendären Deals mit RTL (und ESC-Formaten für die ARD). Die Erweiterung des Kundenkreises ist für Geschäftsführer Daniel Rosemann ein erklärtes Ziel.

Daniel Rosemann © Julia Feldhagen
Im Herbst vergangenen Jahres erklärte er im DWDL.de-Interview: „Natürlich haben wir durch Stefan und seine Programme einen sehr starken und geschätzten Partner in RTL, aber wir sind weder ‚nur‘ die Showbude von Stefan Raab, noch eine RTL-Tochter. Wir sind offen für alle.“ Eine aktuelle Anfrage zum nun gewonnenen Pitch von Prime Video und Red Bull blieb von Raab Entertainment unbeantwortet.

Ein Prime Video-Sprecher wollte diese Woche weder bestätigen noch dementieren, erklärte Anfrage lediglich: „Wir bitten um Verständnis, dass wir uns nicht an den Spekulationen beteiligen und somit die Informationen nicht kommentieren können.“