Herr Schmitter, bis Mitte April muss die EU-Kommission reagieren. Wie gut sind Sie im Warten? Und auf was wartet man dann eigentlich konkret: Anruf, eMail, Einschreiben?
Wir haben in den vergangenen Wochen gut, offen und konstruktiv mit der Kommission zusammengearbeitet und warten positiv angespannt auf die nächsten Schritte des Verfahrens – egal wann und auf welchem Wege uns die Reaktion erreichen wird. Aber wir sind zuversichtlich, dass wir den Kauf von Sky im ersten Halbjahr 2026 zu einem guten Abschluss bringen.
Nun ist in der EU meist doch alles genau geregelt. Was ist der konkrete nächste Schritt im Verfahren?
Es gibt ein festgelegtes Prozedere für die sogenannte Phase 1, das wir mit unserer offiziellen Einreichung Ende Februar ausgelöst haben. Ende April wird es dann dazu Ergebnisse geben und wir setzen uns wieder in den Eurostar nach Brüssel. Der übrigens immer sehr zuverlässig und pünktlich fährt.
Wenn die EU grünes Licht geben sollte, wie würde der weitere Zeitplan aussehen? Gibt die kommende Bundesliga-Saison die Taktung vor?
Erst einmal ist es jetzt wichtig, geduldig zu warten, wie die EU-Kommission entscheidet. Wenn ich es mir persönlich wünschen könnte, dann, dass wir noch im ersten Halbjahr Klarheit für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben und wir nach einem Jahr Vorfreude tatsächlich zum Anpfiff der Bundesliga-Saison 2026/27 mit der gemeinsamen Firma loslegen und allen Fans ein ganz besonderes Sporterlebnis bieten können.
Parallel zur geplanten Übernahme von Sky Deutschland wollen Sie RTL+ von der in Köln eigenentwickelten Technik auf die Bedrock-Plattform der RTL Group umstellen - oder warten Sie jetzt auf Sky Deutschland, wo wieder eigene Technik genutzt wird?
Nein, die Bedrock-Migration ist bereits im vollen Gange und wir machen sehr gute Fortschritte. Rund 50 Prozent unserer RTL+ Kund*innen streamen schon auf der neuen Plattform unter anderem die Besitzer von LG- und Samsung-Geräten. In den nächsten Wochen sind dann Amazon Fire TV sowie die mobilen Nutzer iOS an der Reihe. Anfang Mai wollen wir die gesamte Migration abgeschlossen haben.
RTL Deutschland liefert der RTL Group und damit Bertelsmann auch 2025 hunderte Millionen Euro Gewinn. Wie schafft man einen empathischen Spagat zwischen immer noch stolzen Gewinnen - und der Entscheidung, im Haus 600 Stellen abzubauen?
Das Haus hat im ersten Quartal wieder einmal eindrucksvoll unter Beweis gestellt, welche außergewöhnliche Firma RTL Deutschland ist. Trotz der schweren und hochemotionalen Situation für alle Mitarbeiter:innen ist unsere Neustrukturierung sehr ruhig, professionell und fokussiert abgelaufen. Dafür kann ich mich nur bei allen Mitarbeiter:innen im Haus nur von Herzen bedanken. Wir haben unsere gesetzten Ziele fast erreicht und schauen jetzt nach vorne.
Die Zukunft heißt für uns ohne Wenn und Aber: Streaming
Ist der Prozess abgeschlossen?
Bereits Anfang März haben wir in vielen Bereichen die neuen Strukturen implementiert und die Teams finden sich darin jeden Tag besser zurecht. Im Kern geht es darum, unser Haus, das sehr lange allein den linearen Erfolg im Fokus hatte mit aller Konsequenz auf die Zukunft auszurichten. Und die heißt für uns ohne Wenn und Aber: Streaming. Deshalb haben wir uns von der bisherigen Kanallogik zwischen RTL, Vox, Nitro etc. verabschiedet und stellen ab sofort den Content in seiner Gesamtheit und die Consumer auf all unseren Plattformen in den Mittelpunkt unserer strategischen Ausrichtung.
Das heißt konkret?
Konkret bedeutet das, dass ein großes gemeinsames Team unabhängig vom Ausspielkanal den besten Content im jeweiligen Genre wie, Entertainment, Sport, News, Filme, Serien erstellt und wir dann für jedes einzelne Format individuell entscheiden welche Auswertungsstrategie für uns die erfolgreichste und somit wirtschaftlich beste ist. Ist das die Community hinter der Paywall bei RTL+ oder die breite lineare Masse auf RTL oder ist es vielleicht sogar sie Ausspielung im Rahmen einer Partnerschaft, auf Social Media oder auf einer Drittplattform. Für diesen neuen Fokus müssen nicht nur unsere Struktur, sondern auch unser gesamtes Mindset radikal weiterentwickeln.
In der Belegschaft ist es sicher nicht einfach zu vermitteln, wie hoher Gewinn und das größte Restrukturierungsprogramm in der Unternehmensgeschichte zusammenpassen.
RTL+ ist eines der größten Einzelinvestment, in der Geschichte von Bertelsmann. Über viele Jahre wurde sehr viel Geld investiert, damit wir ein Geschäftsmodell im Streaming aufbauen können, eine echte Zukunft haben und im harten Wettbewerb mit US-amerikanischen Streaming Giganten bestehen. Dieses extrem starke Commitment haben unser Gesellschafter dann im vergangenen Jahr nochmal zusätzlich mit dem Kauf von Sky unterstrichen. Das ist für uns Ansporn und Verpflichtung, unser Geschäft und vor allem Strukturen so anzupassen, dass sie hundertprozentig zu den Zielen des Investments passen. Wissen Sie, was mich in diesem Zusammenhang tief beeindruckt hat?
Worauf wollen Sie hinaus?
Obwohl die ersten drei Monate für unser Haus sehr herausfordernd waren, ist es uns gelungen, erfolgreich in das Jahr zu starten. Trotz der Belastung und Betroffenheit quer durch alle Abteilungen, haben unserer Mitarbeiter:innen nie den Fokus für ihre Arbeit und unsere Ziele verloren. So sind wir im ersten Quartal trotz Olympia deutlich besser gestartet als 2025, und haben unter anderem mit "IBES" und "Lets Dance" herausragende Quoten eingefahren.
Wie spiegelt sich der Stellenabbau eigentlich in struktureller Veränderung?
Die strukturellen Veränderungen gehen quer durchs ganze Haus und sind detailliert aufeinander abgestimmt. Es bringt uns ja keinen Schritt weiter, wenn wir im Contentbereich alles verändern, aber im Marketing alles so lassen wie es ist. Nehmen sie zum Beispiel unsere Data Abteilung. Wenn wir zukünftig alles noch konsequenter auf Streaming ausrichten, dann brauchen wir dort mehr Data Engineers als Kolleg:innen, die die lineare Verlaufskurve vom Vorabend einordnen. Oder die Ad Alliance, die ihre Struktur nochmal stärker auf die konvergente Vermarktung ausrichtet, um unseren Kunden die bestmöglichen Kontaktchancen im Wettbewerb mit den Streamern zu ermöglichen. Oder die gemeinsame Morgensendung von RTL und ntv, die voraussichtlich im Juni starten wird und ganz andere redaktionelle Abläufe definiert. Wir stellen uns gerade komplett neu auf.
RTL+ wurde als „All-in-one-Entertainment“-Abo positioniert. Inklusive Musik, Hörbüchern und Journalismus. Mit Blick auf die Neustrukturierung spielt aber Bewegtbild künftig eine noch größere Rolle, nehme ich an?
Ja, unser Fokus liegt zukünftig klar auf dem Bewegtbildangebot. Aber nach wie vor haben auch die anderen Genres für RTL+ einen großen Wert. Damit können wir den Kund:innen ein attraktives Gesamtangebot machen, was in besonders preissensiblen Zeiten ein großer Pluspunkt und nach wie vor stark nachgefragt ist.
Aber das Commitment zu den gleich drei Nachrichtenmarken des Hauses, also RTL Aktuell, ntv und Stern bzw. Stern+ steht?
Auch hier ein sehr klares Ja. Alle drei Marken sind gesetzt, haben eine einzigartige und komplementäre Positionierung im Markt und Millionen Deutsche vertrauen ihnen täglich. In all den Krisen ein unschätzbarer Wert. Dabei spricht RTL Aktuell eine andere Zuschauerschaft an als ntv, das sich als Free-Produkt mit hoher Breaking News Kompetenz, wiederum von unserem Paid Angebot Stern+ unterscheidet. Diese drei Marken definieren das breite, unabhängige Informationsangebot von RTL Deutschland, und die große journalistische und gesellschaftliche Verantwortung, die wir quer über alle Zielgruppen hinweg wahrnehmen.
Sie sprachen eben vom guten Start ins Jahr 2026. Doch rückblickend war 2025 ein brutales Jahr mit Reichweitenverlusten.
Das kann man so oder so sehen.
Naja, es war ja nicht einmal ein klassisches Sportjahr…
Nach der klassischen Definition nicht, aber wir erleben in den letzten Jahren ein stark steigendes Interesse an einer Vielzahl von Sportarten und Turnieren, die bisher nicht im Fokus standen. Wie zum Beispiel die Frauen-Fußball-EM bei ARD und ZDF, oder die U21 EM bei ProSiebenSat.1. Auch im Jahr 2025 stand somit viel Sport auf dem sommerlichen Programmmenü. Wenn man dann am Nachmittag oder in der Primtime gezwungen ist gegen diese starken Inhalte Wiederholungen zu spielen, dann hat die natürlichen Auswirkungen.
Aber das Argument traf alle Privatsender...
Natürlich gibt es immer es auch hausgemachte Gründe, wenn man Reichweite verliert: einzelne Programme sind nicht hundertprozentig auf den Punkt produziert, oder, ältere Formate erreichen das Ende ihres Lebenszyklus - siehe unser „Supertalent“ Und neue Formate beim Publikum zu etablieren, ist momentan für alle eine Riesenherausforderung. Darüber hinaus haben wir auch einen hohen Betrag aus dem Programmbudget rausgenommen, um auf die negative Dynamik im Werbemarkt zu reagieren. Unterm Strich war 2025 kein Jubeljahr, aber wir waren zufrieden und haben versucht die richtigen Rückschlüsse für 2026 zu ziehen. Die Reichweiten im ersten Quartal zeigen, dass uns das augenscheinlich ganz gut gelungen ist.
2026 soll dann am Ende schon mindestens auf dem Niveau von 2025 liegen?
Auf jeden Fall. Und wir haben sogar ein echtes Super-Sportjahr (lacht)
Zum erfolgreichen Jahresstart gehörte auch „Ich bin ein Star - holt mich hier raus“, wo RTL allerdings bei unwidersprochenen Falschaussagen von Gil Ofarim auf der ganz großen Reality-Bühne nicht gut aussah. Hat Sie das beschäftigt?
Natürlich haben wir das intern reflektiert. Das Team vor Ort in Australien hat das Thema an vielen Stellen in den Sendungen sehr gut verarbeitet. Und doch gab es ein, zwei Sendungen, in denen es zugespitzte Behauptungen gab, bei denen wir agiert haben, wie wir es bislang immer im Dschungel getan haben: die Protagonisten erzählen, diskutieren, regeln ihre Themen untereinander und der Zuschauer:in macht sich sein eigenes Bild. Bei Social Media und in der Presse waren die Meinungen dazu sehr gespalten und wir waren gleichzeitig mit vielen unterschiedlichen Wahrnehmungen konfrontiert. Aus heutiger Sicht wäre es an der einen oder anderen Stelle besser bzw. richtig gewesen, die Fakten direkt in der Livesendung klarzustellen und nicht nur in „Der Stunde danach“.Da hätten wir in Köln redaktionell reagieren müssen. Und sei es nur mit einer Bauchbinde.
...dann kann es auch sein, dass derselbe Content zeitnah auf Vox und RTL ausgestrahlt wird
RTL und Vox werden von einem Team verantwortet, ab Frühjahr zeigen ntv und RTL ein gemeinsames Morgen-Programm. Sind das die größten Synergien oder gibt es weitere, die sie im Auge haben?
Unsere Analysen zeigen, dass die Menschen zunehmend in verschiedenen Content-Blasen unterwegs sind und vor lauter Auswahlmöglichkeiten und dem großen Marketinglärm mit dem sie konfrontiert sind, gar nicht mehr mitbekommen, wo überall spannende Inhalte zu finden sind. Viele konzentrieren große Teile ihrer Watch Time auf einen Dienst bzw. in einer Blase wie Netflix, Instagram oder RTL+. Das „Jeder weiß, wann wo was läuft“ von früher gibt es nicht mehr. Deshalb entscheiden wir zukünftig Format für Format, welche Auswertungsstrategie die beste ist und für uns den größten Wert schafft. Dann kann es auch sein, dass derselbe Content zeitnah auf Vox und RTL ausgestrahlt wird, wenn wir der Meinung sind, dass wir unterschiedliche Zielgruppen mit geringen Überschneidungen erreichen. Wenn ich sehe, wie Inga Leschek und ihre Teams gerade mit dieser neuen Logik arbeiten, welche Dynamiken entstehen, wenn der Erfolgsstandard der letzten 40 Jahre neu gedacht wird, dann können wir uns auf viele spannende Content-Auswertungen freuen. Auch in neuen Partnerschaften.
Stichwort „Gladiators“ mit Prime Video oder „Alarm für Cobra 11“ und Disney? Es wird gerade viel ausprobiert.
Dieses Ausprobieren folgt einem klaren strategischen Plan. Auch hier geht es darum die eingefahrenen Logiken aufzubrechen und alles neu zu denken. Welche Partnerschaft wurde bisher vielleicht noch nicht richtig in Szene gesetzt? Welche Chancen für unseren eigenen Plan haben wir übersehen? Mit wem lohnen sich Partnerschaften und wie zahlen sie auf die jeweiligen Ziele ein? Welche Marken können vielleicht woanders ganz neue Zielgruppen erreichen und damit ihren Wert steigern? Wie gesagt, die unterschiedlichen Blasen, müssen immer wieder neu mit unserem Content angestochen werden, damit wir so viel Publikum wie möglich mit unseren Inhalten erreichen.
Welche Rolle spielt KI bei der Neuausrichtung?
Wir wollen als RTL Deutschland das führende europäische Medienunternehmen beim Thema KI und Agentic AI werden und in der Bewegtbildproduktion den Maßstab setzen. Unter anderem haben die Kollegen von RTL-Studios den AI Director entwickelt, der im April erstmals bei „Are you the one?“ zum Einsatz kommt.
Was macht der "AI Director"?
Dieses Tool beobachtet bei einer Reality-Produktion rund um die Uhr alle verfügbaren Kameras, ist kontextuell genau auf das jeweilige Format und die Besonderheiten einen RTL Reality geschult. Dem AI Director entgeht nichts mehr: kein Streit, kein Flirt, keine große oder kleine Storyline. Er schneidet Tag und Nacht eigenständig in Echtzeit aus den verschiedenen Bildern und Handlungssträngen einzelne Kurzsequenzen vor.
Das spart Zeit - und Personal?
Aus diesen Vorschnitt kann dann das Kreativteam von RTL Studios die fertige Sendung mit viel Zeitersparnis zusammenbauen. Da wir bei der Produktion von Reality-Formaten ja über extrem viel Material sprechen, was rund um die Uhr gesichtet und geschnitten werden muss, ist der AI Director eine große Unterstützung. Dadurch, dass wir viel effektiver in der Postproduktion sind, können wir die Formate viel schneller und in höherer Frequenz auf RTL+ oder on air bringen. Das ist im umkämpften Streamingmarkt ein echter Wettbewerbsvorteil. Dazu kommen auch finanzielle Effekte, aber im Kern geht es um Qualitäts- und Tempoverbesserung. Zunächst bei „Are you the one?“ aber sicher schon bald bei einer Vielzahl weiterer erfolgreicher RTL Realitys.
Beim Thema „Zielgruppen erschließen“ diskutiert die Branche - und vor allem YouTube selbst - in den letzten Jahren gerne darüber, wie man YouTube dafür nutzt. Und die Frage vieler Content-Häuser: Ist Big Tech nun Freund oder Feind?
Ich denke im Fall von YouTube: Beides. Mein Sohn ist 19 Jahre alt und er bewegt sich überwiegend in der YouTube Blase. Dort schaut er Sport, Nachrichten, Influencerformate und entdeckt auch neue spannende Themen für sich. Das ist die neue Wirklichkeit, die der YouTube Chef in seinen Präsentationen mit folgendem Satz auf den Punkt bringen: YouTube ist Television! Wir stehen im direkten Wettbewerb mit YouTube und müssen uns fragen, wie wir mit unserem Content auch in diese Blase kommen und die jungen Zuschauer davon überzeugen, dass wir das bessere und spannendere Television sind.
Und wie fällt die Antwort aus?
Zum Beispiel in dem wir alte Folgen eines Erfolgsformats auf YouTube stellen und die junge Zielgruppe damit auf neue Folgen im RTL Universum aufmerksam machen. Wir sehen im Moment einen sehr positiven Effekt bei alten „Alarm für Cobra 11“-Folgen. Via YouTube entdeckt gerade eine ganz neue Generation unser RTL-Erfolgsformat völlig neu. Autos, die durch die Luft fliegen, finden 20-Jährige heute genauso gut wie vor 15 Jahren und über die Freude an den alten Folgen, finden tatsächlich viele den Weg zu einem RTL+ Abo um dort die neuesten Folgen anzuschauen. Oder nehmen sie unseren aktuellem YouTube-Kanal zu „Let's Dance“ auf den wir jede Woche ein kurzes Best of unserer Tänze stellen und somit neue oder verloren gegangene Zielgruppen auf dieses außergewöhnliche, lineare Liveevent hinweisen. Heute machen sie den Bildschirm an und vor ihnen baut sich eine schier grenzenlose Auswahl an verschiedene Apps und Kanäle auf. Niemand kommt in diesem Wettbewerb mehr ganz selbstverständlich zu uns. Wir müssen uns jeden Kontakt hart erarbeiten – auch bzw. gerade bei der Generation YouTube.
Stichwort Reichweitenmessung. Ob nun 14-49 oder 14-59: Der globale Wettbewerb misst Nettoreichweite. Ist das der neue Standard?
Eine sehr spannende Frage, die wir gerade intensiv diskutieren. Durch die Transformation hin zum Streaming müssen wir zukünftig andere KPIs in den Fokus nehmen, wie zum Beispiel die Entwicklung der Abozahlen. RTL+ konnte im vergangenen Jahr wieder mehr als 15 Prozent neue Abonennt:innen hinzugewinnen, während der Gesamtmarkt nur um drei Prozent gewachsen ist.
Was ist bitterer: Die Europa League verloren zu haben oder die Darts-WM nicht bekommen zu haben?
Das sind zwei ganz unterschiedliche Themen. Der Verlust der Europa League 2027 schmerzt, weil wir dieses wunderbare Recht von Null für den linearen TV-Markt und im Streaming aufgebaut haben. Gemeinsam mit der UEFA haben wir das Produkt über die Jahre weiterentwickelt und wären gerne die Heimat der Europa League geblieben. Aber am Ende ist, das die Dynamik des Marktes und damit muss man sich dann auch abfinden.
Und die Darts-WM?
Die Dartsrechte liegen bei DAZN und es wurde uns von Seiten des Lizenzgebers sehr früh signalisiert, wohin die zukünftige Reise gehen wird. Von daher haben wir uns damit gar nicht weiter beschäftigt.
Ein Sleeper-Hit im Programm - auch uhrzeittechnisch - ist MMA, in Ihrem Fall Oktagon mit zuletzt zweistelligen Marktanteilen. Der Versuch, die nächste Sportart zu etablieren?
Dieser Sport wächst gerade weltweit quer durch alle Zielgruppen, was wir auch an den Reichweitenentwicklungen bei RTL und RTL+ ablesen können. Oktagon ist ja quasi die Weiterentwicklung des klassischen Boxens, wo wir ja schon einmal eine Erfolgsgeschichte geschrieben haben. Von daher passt das gut unserer DNA und wir freuen uns über die wachsende Aufmerksamkeit und Dynamik.
Enden wir mit einem Namen, ohne den wir auch diesmal nicht auskommen Raabs Weekly zur Primetime hat in zwei Anläufen nicht funktioniert. Wie erleichtert sind Sie, dass nun „Wer weiß wie wann was war?“ mit Schöneberger und Raab sehr erfolgreich gestartet ist?
Stefan und Barbara haben viel Liebe und Energie in das Konzept und die Details der Sendung gesteckt, und wir freuen uns einfach sehr, dass „Wer weiß wie wann was war?“ aus dem Stand so viele Zuschauer begeistert hat. Laut DWDL Datenbank war es sogar der beste Neustart einer Showreihe am Samstagabend seit 10 Jahren quer über alle Sender. Darüber hinaus tun wir gut daran bei den Produktionen von Stefan nüchtern auf die Fakten zu schauen. Gerade weil die mediale Lautstärke seit seinem Comeback extrem hoch ist und er polarisiert wie eh und je. Fakt ist, bei der Weekly in der linearen Primetime waren wir in Konzept und Länge zu optimistisch und haben Fehler gemacht. Aber das passiert bei kreativen Prozessen. Fakt ist aber auch: Schon vor „Wer weiß wie wann was war?“ kamen 5 der 10 erfolgreichsten Samstagabendshows auf RTL in 2025 von Stefan Raab. Und bei RTL+ bringen all uns seine Formate – von der Weekly bis zu seinen Shows - kontinuierlich viele neue, treue Abos in wichtigen männlichen Zielgruppen, die zum starken Wachstum im Streaming beitragen.
Herr Schmitter, herzlichen Dank für das Gespräch.
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