Oliver Al Liebl © Oliver Al Liebl
DWDL.de-Interview

e.clips-Programmchef Al Liebl gibt Ausblick

 

Der PayTV-Entertainment-Sender e.clips hat in diesen Wochen stark in Programm und Verpackung investiert. Programmchef Oliver Al Liebl verrät im DWDL.de-Interview wohin die Reise gehen soll und wie wichtig das Web für e.clips ist...

von Thomas Lückerath
17.11.2008 - 15:28 Uhr

e.clipsHerr Liebl, für den Fall, dass man e.clips noch nicht kennt - was mit Verlaub ja durchaus möglich ist: Was bietet Ihr Sender?

e.clips ist ein Special-Interest-Sender mit dem Schwerpunkt Entertainment. Wir sind seit etwa einem Jahr auf Sendung und über Premiere Star zu empfangen. Unsere Welt ist die des Kinos, Films, Lifestyles sowie der Promis, Events und der Musik - jeweils auch mit klarem Fokus auf den deutschen Markt. Wir haben mit e.clips eine Entertainment-Plattform in Deutschland positioniert.

Und dazu gab es erst kürzlich Neuigkeiten aus Ihrem Haus. Können Sie die zusammenfassen?

Wir haben bei e.clips ein neues Programmraster eingeführt, mit dem wir klare Schwerpunkte gesetzt haben. Die Boulevard-News haben feste Zeiten bekommen und die Abende sind klar thematisiert: Montags haben wir die Games-Sendungen, mittwochs Kino, am Donnerstag Home Entertainment, also DVD und Blu-ray. Der Dienstag wird bald unser Celebrity-Abend für die eher weibliche Zielgruppe. Zudem wurden sämtliche Sendungen mit Rubriken und Talk-Elementen verdichtet. Wir haben unser Studio aufgefrischt, was den Moderatorinnen und Moderatoren mehr Bewegungsfreiheit gibt. Dazu hat e.clips ein neues Logo und OnAir-Design erhalten.

Wieviel neues Programm senden Sie derzeit pro Tag?

Das ist täglich verschieden, aber wir haben jeden Tag neue Sendungen. Darunter die halbstündigen Boulevard-News und dann je nach Tag Kino-, DVD-, Games- oder Musiksendungen, mit denen dann ein bis anderthalb Stunden neues Programm rausgehen. Wir kommen insgesamt auf etwa drei Stunden frisches Programm pro Tag, das unseren Programmix dann kontinuierlich erneuert.

Sie sprachen schon das neue Programmraster an. Das schien dringend nötig, weil man bislang bei e.clips keine Struktur erkennen konnte...


Man könnte jetzt ketzerisch sagen, dass so mancher Sender es vor lauter Ankündigungen nicht einmal zum Sendestart schafft. e.clips ist hingegen gestartet und steht auf solidem finanziellem Fundament. Bei einem jungen Sender gibt es immer  Verbesserungsmöglichkeiten im Programm. Und wir konnten das erste Jahr sehr gut nutzen, um herauszufinden, was bei unserem Publikum ankommt und was eher nicht.
 
 

 
 
Sie sagen e.clips  steht auf einem soliden finanziellen Fundament. Dabei ist es ja waghalsig im PayTV-Markt tagesaktuelle redaktionelle Inhalte aufzubereiten. Nicht die billigste Art Programm zu erstellen.

Natürlich kaufen auch wir Material ein. Aber wir verpacken es neu, setzen eigene Schwerpunkte und bauen es nach unserer redaktionellen Entscheidung in die jeweiligen Formate ein. Und die Boulevard-News sowie die zahlreichen Specials von Events oder zu aktuellen Entertainment-Themen sind natürlich eigene Produktionen und heben uns von den reinen Abspielkanälen ab.

Sie sind also auch auf Promo-Material angewiesen. Wie begegnen Sie der Herausforderung zwischen eigenem redaktionellen Anspruch und dem Promo-Wunsch von Plattenfirmen, Filmstudios und Games-Publishern?


Es kommt darauf an, wie schwer man es sich macht. Wenn ein Film schlecht ist und wir das nicht so sagen würden, dann glaubt uns das Publikum nicht mehr. Das hat nicht nur, aber sehr deutlich die Games-Branche gezeigt: Wer stets nur gefällig berichtete, bekam irgendwann ein Problem mit seinem Publikum und vor allem mit der Glaubwürdigkeit. Wir pflegen bei allem eine eigene Meinung, egal ob positiv oder negativ. Wir merken, dass das die Unternehmen auch schätzen, solange man der Sache fachlich gerecht wird. Weitere redaktionelle Zeichen setzen wir mit den von uns geführten Interviews. Solange man die Glaubwürdigkeit hoch hält, sehe ich also keine Schwierigkeiten.

Wie groß ist das Team des Senders?

Da muss man unterscheiden, weil die technische Abwicklung von einem Dienstleister übernommen wird. Redaktionell arbeiten bei uns drei Redakteure in der Boulevard-Redaktion, die auch gleichzeitig moderieren. Bei uns wissen die Akteure also, wovon sie sprechen und sind in dem Thema wirklich zuhause. Es gibt auch keinen Prompter; sie reden frei. Mit weiteren Redakteuren, Moderatoren und Autoren kommen wir derzeit auf rund 10 Personen, die mit dem Programm beschäftigt sind.

Wie sieht es mit dem Internet aus: Welche Bedeutung hat das Web für e.clips?

Wir werden unseren Auftritt im nächsten Jahr relaunchen. Wir machen das Schritt für Schritt. Unser Webauftritt ist bislang allenfalls sendungsbegleitend, was sicherlich für eine Entertainment-Marke wie e.clips nicht reicht. Wir wollen ein relevantes Entertainment-Portal aufbauen - und nehmen uns dafür die nötige Zeit.

Ist der amerikanische Sender E! Entertainment eigentlich ein Vorbild für Sie?


Für uns ist E! Entertainment weder Vorbild noch Konkurrent. Wir senden aus Deutschland für Deutschland mit einem starken Fokus auf unseren Stars und Stories.

Wie steht es denn eigentlich inzwischen um die Bekanntheit des Senders e.clips in Ihrem redaktionellen Alltag? Kennt man e.clips?

Natürlich war es die ersten Monate nicht ganz einfach, aber inzwischen treffen wir auf offene Türen und spüren auch keine Probleme mehr in der redaktionellen Arbeit. e.clips ist ein Begriff - und unsere Mitarbeiter haben Erfahrung in der Branche. Die kennen sich aus und haben den schnellen Erfolg erst möglich gemacht. Auf Zuschauerseite stellen wir zudem fest, dass unser Konzept eine Lücke füllt. Und darauf sind wir stolz.  

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Sie haben einen Text aus dem Archiv des Medienmagazins DWDL.de aufgerufen, das bis ins Jahr 2001 zurückreicht und mehrere Zehntausend Artikel umfasst.



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