Elke Walthelm © Sky
Sky-Programmchefin Elke Walthelm im Gespräch

"'Babylon Berlin' soll für uns erst der Anfang sein"

 

Die Erwartungen an "Babylon Berlin" sind hoch, doch für Sky ist die Hochglanz-Serie schon vor der Ausstrahlung ein Erfolg - sagt zumindest Programmchefin Elke Walthelm im DWDL.de-Interview. Dennoch sei die Anspannung im gesamten Haus zu spüren.

von Alexander Krei
12.10.2017 - 12:04 Uhr

Frau Walthelm, die Premieren-Events von "Babylon Berlin" liegen hinter Ihnen und der TV-Start steht unmittelbar bevor. Was kann jetzt eigentlich noch schiefgehen?

Wir sind sehr zufrieden mit der bisher sehr positiven Resonanz und sind davon überzeugt,  dass uns allen mit "Babylon Berlin" etwas Herausragendes gelungen ist. Aber natürlich steht der letzte Realitätscheck noch aus, also die Frage, ob unsere Kunden und Zuschauer das genauso sehen. Deswegen sind wir sehr gespannt auf die Zahlen der nächsten Monate. Anders als im Free-TV ist für uns nicht die eine Erstausstrahlung am Freitagabend wichtig, sondern das Interesse über die kommenden Wochen hinweg.

Abgerechnet wird also Ende des Jahres?

Ganz genau. Wir bieten den Zuschauern ganz unterschiedliche Möglichkeiten, "Babylon Berlin" zu sehen. Neben der Erstausstrahlung gibt es zahlreiche Wiederholungs-Termine im linearen Programm, dazu kommt die Möglichkeit "Babylon Berlin" jederzeit flexibel über Sky Go, Sky On Demand und Sky Ticket abzurufen. Ab Dezember wird zudem das ganze Boxset von Babylon Berlin zur Verfügung stehen, sodass die Zuschauer die Gelegenheit bekommen, alle 16 Folgen am Stück zu sehen.

Ist die Anspannung im Haus zu spüren?

Am Freitag werden alle Sky Offices im "Babylon Berlin"-Stil gebrandet sein, um auch die Mitarbeiter in 20er-Jahre-Stimmung zu versetzen. Aber schon jetzt liegen Anspannung und Vorfreude im gesamten Haus in der Luft. Es gibt einen noch nie da gewesenen Fokus auf einen eigenen Content und nicht zu vergleichen mit der Ausstrahlung einer weiteren Staffel von zum Beispiel "Game of Thrones". Schließlich sind wir frühzeitig selbst ins Risiko gegangen, um auf Initiative von X Filme die Finanzierung von "Babylon Berlin" gemeinsam mit den Partnern ARD Degeto und Beta Film zu ermöglichen - ohne zu diesem Zeitpunkt zu wissen, dass das Ergebnis so besonders sein wird.

Was macht "Babylon Berlin" für Sie so besonders?

Es ist das erste Mal, dass sich ein deutsches Serien-Projekt auf Augenhöhe mit internationalen Standards befindet. Das ist Hollywood made in Germany und soll für uns erst der Anfang sein. Gleichzeitig haben wir es mit einer großartig erzählten Geschichte zu tun, in deren Mittelpunkt ungewöhnliche Charaktere stehen. Für die Serie spricht auch, dass sie in einer Zeit spielt, die noch nicht zu oft erzählt wurde. Und sie ist mit all ihren Gegensätzen wahnsinnig spannend. Ich bin deshalb absolut überzeugt davon, dass "Babylon Berlin" einen Nerv der Zeit treffen wird.

Mancher wundert sich allerdings, dass die Serie bei Sky 1 läuft, also auf einem Sender, der eigentlich eher für leichte Unterhaltung gedacht ist.

Unser oberstes Ziel war es, möglichst viele Kunden mit "Babylon Berlin" in Kontakt zu bringen. Sky 1 ist ein Sender, der allen Sky-Kunden zur Verfügung steht und sich mit seiner breiten Zielgruppe großer Beliebtheit erfreut. Daher haben wir uns für ihn entschieden. Es ist bei "Babylon Berlin" letztlich so, wie bei anderen Serien auch: Man muss das Publikum zunächst anfixen, um eine Sucht auszulösen.

Wann ist "Babylon Berlin" für Sky ein Erfolg?

"Babylon Berlin" ist schon heute ein Erfolg, weil wir es geschafft haben, Sky Teil der Diskussion um anspruchsvolle Serien auf internationalem Niveau "made in Germany" werden zu lassen. Die ebenso positive wie umfangreiche Berichterstattung in den Medien hat unsere bereits hohen Erwartungen noch übertroffen. An genau diesen Qualitätsstandard von "Babylon Berlin" wollen wir uns auch bei unseren nächsten eigenen Produktionen orientieren, also bei "Das Boot", "Acht Tage", und "Der Pass".

Dennoch sind Sie auch abhängig vom Publikumserfolg, insbesondere wenn wir an die Free-TV-Ausstrahlung in der ARD denken, die erst in einem Jahr stattfinden soll. Wäre eine Fortsetzung von "Babylon Berlin" theoretisch ohne den öffentlich-rechtlichen Partner denkbar?

Wie bisher auch werden wir alle Entscheidungen gemeinsam mit den Partnern treffen. Aber natürlich wünschen wir uns, dass "Babylon Berlin" auch für die ARD ein Erfolg wird. Ich bin mir sicher, dass die ARD ebenso wie Sky vom Hype um die Serie profitieren wird.

Sie würden sich also erneut auf eine solche Partnerschaft einlassen?

Wir sind für alle Modelle offen, von komplexen Koproduktions-Partnerschaften wie bei "Babylon Berlin" über internationale Sky Projekte, für die wir mit Sky UK und Sky Italia zusammenarbeiten, bis hin zur eigenständigen Umsetzung von Ideen. Am Ende geht es immer darum, unseren Abonnenten den bestmöglichen Inhalt zu bieten.

Frau Walthelm, vielen Dank für das Gespräch.


Über den Autor

Alexander Krei ist seit 2009 Redakteur beim Medienmagazin DWDL.de. Liebt die große Fernsehshow ebenso wie das kleine Kammerspiel. Analysiert neue Formate und die Quoten am Morgen danach. Sport mag er am liebsten, wenn er in der Glotze läuft.

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