Helge Haas © Radio Bremen / C. Wasenmüller
DWDL.de-Interview

"Wortbreaks straffen": Helge Haas über das neue Bremen Vier

 

Radio Bremen stellt sich im Hörfunk neu auf und schraubt an seinem zentralen Sender Bremen Vier. Im Gespräch mit DWDL.de erklärt Wellenchef Helge Haas, der zugleich für die jungen Angebote von Radio Bremen verantwortlich ist, die Strategie.

von Alexander Krei
31.01.2020 - 15:51 Uhr

Herr Haas, Ihr Radioprogramm Bremen Vier will vorwiegend die 25- bis 49-Jährigen als Zielgruppe ansprechen. Wie lassen die sich unter einen Hut bringen?

Indem man sie nicht über das Alter sondern über die Lebensphase definiert. Bremen Vier war und ist die Popwelle von Radio Bremen und richtet sich an Menschen, die mitten im Leben stehen. Die jonglieren mit Job- und Familienleben und lassen sich dabei vom Radio durch den Tag begleiten. Das Radio ist Teil eines Medienmixes, der sich immer weiter verändert und der in unserer Zielgruppe anders aussieht als bei Jugendlichen oder Senioren. Sagen wir es so: Bremen Vier ist das zentrale Programm zwischen dem jüngeren Bremen NEXT und dem älteren Bremen Eins.

Von Montag an setzen Sie auf neue Formate und ein neues Design. Welche Auswirkungen hat der Relaunch auf den Wortanteil im Programm von Bremen Vier? 

Der wird unterm Strich unverändert bleiben, aber die Taktung wird eine andere. Insgesamt werden wir im Radio die Wortbreaks straffen und dafür häufiger setzen. Wir tun das, weil unsere Hörerinnen und Hörer oft gar nicht die Zeit oder den Nerv haben, sich auf lange Wortbreaks einzulassen. Also müssen wir Inhalte so aufbereiten, dass sie im hektischen Alltag eine Chance haben anzukommen.

In der Ankündigung ist die Rede davon, dass sich das Musikprogramm ändern wird. Wie genau macht sich diese Änderung bemerkbar und warum war das überhaupt nötig?

Das Musikprogramm von Bremen Vier hat sich bereits in den vergangenen Monaten in Teilen geändert – der Schwerpunkt von Bremen Vier bleibt bei aktueller Pop- und Rockmusik, wir haben aber den Mix angepasst. So haben wir neben den aktuellen Titeln den Anteil an Songs aus den 80ern und 90ern wieder erhöht, weil wir festgestellt haben, dass die auch beim jüngeren Teil unserer Zielgruppe gut ankommen. "Die beste Playlist im Bremen Vier-Land" wird dabei künftig noch direkter von den Hörerinnen und Hörern mitgestaltet. Über den neuen Webplayer auf bremenvier.de wird es die Möglichkeit geben, jeden Titel sofort zu bewerten. Dieses Feedback geht direkt an die Bremen-Vier-Musikredaktion und wirkt so auf die Playlist ein.

Sie weisen darauf hin, dass Apps gecheckt werden und über soziale Netzwerke kommuniziert wird, während das Radio läuft: Was genau bedeutet das für Radiomacher - die Hörer nur nicht dabei stören? Oder wie wollen Sie die Aufmerksamkeit aufs eigene Programm lenken?

Der intensive Dialog mit unserem Publikum ist für Bremen Vier ein zentrales Element. Der findet über viele Wege statt – per Telefon, WhatsApp, Mail oder Posting. Deshalb ist künftig ein Teammitglied in unserer neuen Morgenshow „Die Vier am Morgen“ unsere Community Managerin, die auf all diese Quellen zugreifen kann und das klassische Radio mit der Netzwelt verbindet. Das wird dann im Radio hoffentlich nicht als Störung, sondern als informativ und unterhaltsam empfunden. Daneben kommunizieren wir aber auch direkt auf sozialen Plattformen – man kann also Bremen-Vier-Inhalte auch jenseits des Radios erleben.

Durch die Abschaffung von Spezialsendungen verliert das Radioprogramm Ecken und Kanten, das es ermöglicht, den musikalischen Horizont der Hörerinnen und Hörer zu erweitern. Warum lässt so etwas aus Ihrer Sicht nur noch schwer mit einer Popwelle wie Bremen Vier verbinden?

Unsere Spezialsendungen am Abend waren musikalisch sehr unterschiedlich und sie hatten nicht mehr viel mit dem Bremen Vier-Musikprogramm am Tag zu tun. De facto hatte man das Gefühl, man schaltet um 20 Uhr einen anderen Sender ein – und zwar an jedem Wochentag einen anderen! Das ist schwierig für ein Programm, das ansonsten eine musikalisch verlässliche Playlist anbietet. In der neuen "Spätschicht", die wochentags von 19 bis 0 Uhr läuft, geht es aber nach wie vor um musikalische Horizonte. Das können spannende neue Titel sein, lange nicht mehr gehörte Songs und vieles mehr. Da ist auch Zeit, Musik aus der Region zu checken, neue Alben näher zu entdecken oder ausführliche Interviews mit Künstlern zu führen. Und am Sonntagabend wartet dann eine ausgesprochene Rock-Strecke mit den bisherigen Spezialsendungen "Bremen Vier rockt" und "Heuckzeug".

Herr Haas, vielen Dank für das Gespräch.

Über den Autor

Alexander Krei ist seit 2009 Redakteur beim Medienmagazin DWDL.de. Liebt die große Fernsehshow ebenso wie das kleine Kammerspiel. Analysiert neue Formate und die Quoten am Morgen danach. Ist Sesselsportler, von Bundesliga bis Darts-WM.

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