Der Umbau beim Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) ist weiter in vollem Gange. Anfang des Jahres hatte das Unternehmen die Leitungsstellen der zweiten Führungsebene neu ausgeschrieben. Das ist der Bereich an Führungspersonen, der direkt unter der Intendantin und den beiden Direktionen angesiedelt ist, dazu zählt auch die Stelle des Chefredakteurs bzw. der Chefredakteurin. Die Posten sollten eigentlich zum 1. April besetzt werden, doch hier kommt es nun zu einer (vermutlich kleinen) Verzögerung. Zum Beginn des neuen Monats können die neuen Chefinnen und Chefs nicht anfangen - noch ist nicht einmal klar, wer die ausgeschriebenen Leitungsstellen bekleiden wird.
Es ist eine durchaus große Transformation, die der RBB durchmacht. Die Zahl der Hauptabteilungsleitungen wird von 12 auf 6 halbiert, die Zahl der außertariflich beschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter reduziert sich dadurch weiter. Schon in den zurückliegenden Jahren hatte der RBB die Anzahl der außertariflich bezahlten Leitungspositionen unterhalb der Geschäftsleitung von 25 auf 12 reduziert. Auf der zweiten Führungsebene entfallen künftig die verschiedenen Contentboxen, die es bislang noch gibt. Auch die Bereiche Personal und Finanzen haben künftig keinen getrennten Hauptabteilungsleiter mehr.
Die genaue Aufstellung der sechs Führungsbereiche sieht so aus (Beschreibung der Stellen durch den RBB):
- Leitung Programmentwicklung & Innovation: Verantwortet den Prozess zur Gestaltung des künftigen Programmportfolios des RBB, treibt Innovationen in Formaten, Ausspielwegen und Technologien voran und verantwortet das strategische Portfoliomanagement.
- Programm-Manager:in: Sichert die organisatorische Grundlage für ein starkes, adaptives Programm, übersetzt Strategie in wirksame Prozesse und vernetzt journalistische Fachteams.
- Chefredakteur:in: Verantwortet als "erste/r Journalist*in" die publizistische Linie, journalistische Qualität und die strategische Themenplanung des rbb.
- Leitung Technologie & Infrastruktur: Verantwortet Betrieb und Weiterentwicklung der technischen Systeme und Gebäude sowie die technologische Strategie des RBB.
- Leitung Ressourcenplanung: Plant und steuert Personal-, Finanz- und Sachmittelressourcen strategisch und schafft ein zentrales Ressourcenmonitoring.
- Leitung Operatives Geschäft: Übersetzt strategische Entscheidungen in effiziente Produktions- und Serviceprozesse, gewährleistet wirtschaftliche Abläufe und entwickelt die Produktionsketten des täglichen Betriebs weiter.
Bis zum Abschluss der Umbaumaßnahmen im Haus wird es zusätzlich zu den sechs genannten Leitungspositionen auch noch die ebenfalls Anfang des Jahres neu ausgeschriebene Rolle der Leitung Immobilienstrategie geben. Diese Stelle ist bis zunächst 2032 angelegt, die verbleibenden Aufgaben sollen ab dann von der Leitung Technologie & Infrastruktur übernommen werden.
Verwaltungsrat schaut noch auf Vertragsdetails
Doch warum klappt die Besetzung zum 1. April nicht wie geplant? Auf Anfrage des Medienmagazins DWDL.de teilt ein Unternehmenssprecher mit: "Der Verwaltungsrat berät aktuell die vom RBB-Direktorium vorgeschlagene Vertragsgestaltung für neue Führungskräfte des Senders." Die Verträge würden dem vom Verwaltungsrat 2023 verabschiedeten Konzept für außertariflich Beschäftigte folgen. Diese Verträge müssen grundsätzlich vom Verwaltungsrat abgenickt werden.
Das Aufsichtsgremium des RBB entscheidet über die Details im Vertrag, nicht aber über die Personen, die die Posten letztlich einnehmen. Sollte der Verwaltungsrat grünes Licht geben, kann der RBB die verbindlichen Vertragsabschlüsse in die Wege leiten. "Die sich daraus ergebenden Personalveränderungen wollen wir Mitte April intern und extern vorstellen", heißt es vom Sender. In rund zwei Wochen soll also erst einmal feststehen, wer die Personen sind, die die 6 + 1 Leitungsfunktionen künftig übernehmen. Dann wird wohl auch feststehen, wann genau sie starten können.
Noch mehr Veränderungen
Perspektivisch wird es weitere Änderungen im RBB geben: Die Stelle des Justiziars bzw. der Justiziarin wurde Anfang des Jahres ebenfalls neu ausgeschrieben, sie wird aber schlicht neu besetzt. Das Justiziariat bleibt auch künftig als Stabsstelle an die Intendanz angesiedelt. Wann es hier eine Entscheidung zur Besetzung gibt, ist aktuell noch nicht öffentlich bekannt. Darüber hinaus sollen auch die Bereiche Marketing & PR sowie Presse & Information zusammengelegt werden - auch hier ist die Ausschreibung für die Leitungsfunktion mittlerweile erfolgt. Klar ist: Die langjährige Marketingchefin Pia Stein wird den neu zusammengestellten Bereich nicht leiten, ihr Abschied vom Unternehmen wurde gerade erst bekannt (DWDL.de berichtete).
Noch immer keine Entscheidung gibt es bei den Leitungspositionen für die Landesangebote für Berlin und Brandenburg. Sie sind im RBB-Staatsvertrag, der seit Anfang 2024 in Kraft ist, vorgeschrieben. Der RBB hatte zunächst versucht, juristisch gegen die neuen Vorgaben vorzugehen - scheiterte damit jedoch vor dem Verfassungsgericht. Vor allem Brandenburg hatte auf die Posten gedrängt - das Bundesland sieht sich im Programm chronisch unterrepräsentiert. Ab Ende Mai sendet der RBB daher auch ab 21:45 Uhr getrennt für die beiden Bundesländer - das ist ebenfalls eine Konsequenz des Staatsvertrags. Zu den Leitungspositionen für die Landesangebote kündigte ein RBB-Sprecher im Januar weitere Schritte in naher Zukunft an.
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