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Dezente Wandlung

Servus TV: Mainstream statt Alpen-Donau-Adria-Raum

 

In der vergangenen Woche machte der Salzburger Fernsehsender Servus TV Schlagzeilen mit dem Erwerb von TV-Rechten an der Deutschen Eishockey Liga. Der zum Red Bull-Konzern gehörende Kanal setzt gut zweieinhalb Jahre nach dem Start zunehmend auf Mainstream statt Lokalprogramm.

von Thomas Lückerath
29.06.2012 - 10:33 Uhr

Am 1. Oktober 2009 wurde aus Salzburg TV der neue Sender Servus TV. Aus einem lokalen Sender für Salzburg wurde ein europaweit empfangbares Programm aus und in erster Linie auch für die Alpen-Donau-Adria-Region. Das Programm wurde dominiert von Reportagen und Dokumentationen sowie Magazinen, die allesamt in HD produziert wurden. Inhaltlich wie technisch hat der Sender hohe Ansprüche und positionierte sich als das öffentlich-rechtlichste unter den privaten TV-Angeboten in Österreich aber auch Deutschland. Nach der Etablierung der Marke im österreichischen Heimatmarkt nimmt man längst auch den größeren und wirtschaftlich lukrativeren deutschen Markt ins Visier und arbeitet gezielt an der technischen Verbreitung. Digital ist der Sender bereits in ganz Deutschland via Kabel und Satellit zu empfangen und inzwischen auch in einigen analogen Kabelnetzen.

Parallel zum Ausbau der Reichweite wurde das Programm in den vergangenen Monaten geöffnet. Mit einem Sport- und Kulturtalk hatte der Sender zwar schon oftmals Schlagzeilen gemacht, weil man prominente Gastmoderatoren gewinnen konnte, doch darüber hinaus beschäftigte sich der Sender möglicherweise zu stark mit seinen lokalen und regionalen Wurzeln. Die will man zwar nicht vergessen, aber sich zugänglicher präsentieren: So definierte man den "Servus-Raum" als Kerngebiet des Senders - also die Regionen in denen "Servus" als Gruß verstanden wird. Auch das wirkt nördlich des Weißwurst-Äquators noch etwas volkstümlich, aber schon weit weniger als der zuvor so gern genannte Alpen-Donau-Adria-Raum. Und auch im Programm schlägt sich das nieder: Mit "Einfach Kathi" zeigt der Sender ab dem 13. Juli jeden Freitag um 22.15 Uhr eine neue Talkshow. Die Salzburgerin Kathi Wörndl lädt darin Prominente samt Freunden und Familie in ein urigen Lokals inmitten der Salzburger Innenstadt ein. Es werde "geplaudert, nachgefragt und überrascht", verspricht der Sender.

Das Format sei sinnbildlich für den Wandel von Servus TV. Ein anderthalbstündiger Talk über das Turiner Grabtuch mag zwar einige wenige Zuschauer entzücken, doch ein Programm auf diesem Level führt bei einem privatwirtschaftlichen Sender auf Dauer eben zum Tod in Schönheit. Auch wenn Red Bull-Chef Dietrich Mateschitz dem Sender Zeit zur Entwicklung gibt, so müssen sich eben mittelfristig ehrenhafter Anspruch und banale Wirklichkeit treffen. Boulevardesk oder beliebig will man aber trotzdem nicht werden. Hier eine neue Unterhaltungssendung, da neue Sportrechte oder beispielsweise die FreeTV-Premiere des Dokumentarfilms "Klitschko" über die berühmten Brüder. Die zeigt Servus TV, auch da hat man gelernt, in einer cleveren Programmierung: Am Samstag, den 7. Juli um 20.15 Uhr - vor dem später am Abend von RTL übertragenen Boxkampf von Wladimir Klitschko. Auch eine Konzertreihe ist für diesen Sommer geplant. All das bedeutet etwas mehr Mainstream, etwas leichtere Zugänglichkeit und macht die kommende TV-Saison zur ersten, in der es Servus TV auch auf dem deutschen Markt wissen will.

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