Kopf-an-Kopf-Rennen sind Gold für die Dramaturgie von Casting-Shows wie "The Voice" oder "DSDS". Doch manchmal setzt sich der Kampf um einen hauchdünnen Vorsprung auch hinter den Kulissen fort – zwischen den Produktionsfirmen. Mit einem regelrechten Foto-Finish geht dieses Jahr das DWDL.de-Produzenten-Ranking aus: Talpa Germany schafft erstmals den Sprung an die Spitze – und lässt Konkurrent UFA Show & Factual um gerade einmal neun Punkte hinter sich.

So knapp war es noch nie. 2015 hatten die "DSDS"- und "Supertalent"-Macher das Rennen noch mit einem komfortablen Vorsprung von 114 Punkten vor dem Zweitplatzierten gewonnen. Und auch in den Jahren davor lagen stets mehr als 40 Punkte zwischen Gold- und Silberrang. Der Wechsel an der Spitze führt auch dazu, dass die UFA 2016 zum ersten Mal nicht mehr die erfolgreichste Gruppe im DWDL.de-Ranking ist, sondern den britischen ITV-Studios-Konzern, zu dem Talpa mittlerweile gehört, an sich vorbeiziehen lassen muss.

 

Das Medienmagazin DWDL.de ermittelt jedes Jahr die erfolgreichsten TV-Produzenten – und zwar nicht auf Basis von Umsatz, Produktionsvolumen oder Programmqualität, sondern einzig und allein nach Quotenerfolg. Maßgeblich dafür sind die Top 100 der meistgesehenen Sendungen in der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen. In die Wertung fließen die durchschnittlichen Reichweiten aller im Kalenderjahr (1. Januar bis 11. Dezember 2016) regelmäßig ausgestrahlten Formate mit mindestens drei Erstausstrahlungen ein. Für das Format, das auf dem ersten Platz der Top 100 gelandet ist, erhält der jeweilige Produzent 100 Punkte. Für den zweiten Platz gibt es 99 Punkte, für den dritten 98 usw. bis hinunter zu einem Punkt für Platz 100. Alle Punkte, die eine Firma mit ihren Top-100-Platzierungen einspielt, addieren sich zur Gesamtpunktzahl.

Der neue Spitzenreiter Talpa Germany konnte sechs verschiedene Formate in der Top-100-Liste platzieren: Größter Quotenhit im Portfolio ist natürlich "The Voice of Germany" auf Platz 4. Für den Talpa-Sprint in diesem Jahr ist jedoch entscheidend, dass mehr Produktionen als je zuvor eine Platzierung schafften. Sowohl 2015 als auch 2014 – damals noch unter dem alten Namen Schwartzkopff TV und mit anderer Eignerstruktur – waren es nur vier Top-100-Formate, die Talpa jeweils den fünften Rang im DWDL.de-Ranking bescherten. Mit den neuen "Puppenstars" auf Platz 11, "The Voice Kids" auf Platz 35, dem ebenfalls neuen "Dance Dance Dance" auf Platz 39, "Sing meinen Song" auf Platz 51 und "Jungen gegen Mädchen" auf Platz 67 kommen unterm Strich 399 Punkte zusammen – und damit der Aufstieg um vier Ränge.

Die erfolgreichsten TV-Produzenten des Jahres 2016 (Plätze 1-10)


Produktionsfirma Punkte Top-100-Formate
1   Talpa Germany
399 6
2
  UFA Show & Factual 390 5
3   Endemol Shine Germany
347
7
4
  Warner Bros. ITVP
307
4
5
  Redseven Entertainment
252
8
6
  Tower Productions
195
3
7
  Sony Pictures Television 179
2
8
  i&u TV Produktion 147
3
9
  ITV Studios Germany 144
2
10
  Seapoint Productions 142
2

Quelle: DWDL.de-Berechnungen auf Basis AGF/GfK/media control

Mit fünf Top-100-Formaten ist die Leistungsbilanz von UFA Show & Factual im Vergleich zum Vorjahr konstant. Vier davon sind dieselben wie 2015: "DSDS" auf Platz 3, "Das Supertalent" auf Platz 6, das stark abgerutschte "Bauer sucht Frau" nur noch auf Platz 17 und "Take me out" auf Platz 19. Anstelle des kurzlebigen "Deutschlands schönste Frau" rundet diesmal "Wer weiß denn sowas XXL", die Prime-Time-Variante des neuen ARD-Vorabenderfolgs, auf Platz 70 das Portfolio ab. Das macht 390 Punkte für UFA Show & Factual, 38 weniger als vor einem Jahr.

Vom zweiten auf den dritten Rang ist Endemol Shine Germany gerutscht. Statt acht Formate im Vorjahr fanden sich 2016 nur noch sieben in den Top 100. Die vom werberelevanten Publikum meistgesehene Endemol-Shine-Produktion ist nach wie vor "Wer wird Millionär?" auf Platz 20, erfolgreichster Newcomer des Hauses ist "The Big Music Quiz" auf Platz 38. Ebenfalls einen Rang abwärts ging es für Warner Bros. International Television Production Deutschland, auf dessen Konto erstmalig – nach zwei Produzentenwechseln innerhalb von zwei Jahren – "Der Bachelor" zu verbuchen ist. Auf Platz 13 der Format-Charts ist die RTL-Kuppelei auch prompt das erfolgreichste Warner-Werk.

Einsamer Spitzenreiter, wenn es um die Anzahl verschiedener Formate unter den 100 meistgesehenen Sendungen des Jahres geht, ist Redseven Entertainment. Die ProSiebenSat.1-Tochter verzeichnet als einzige Firma acht Platzierungen. Da jedoch mit Ausnahme von "Germany's Next Topmodel" auf Platz 15 alle anderen jenseits von Platz 60 liegen, reicht die Gesamtpunktzahl nur für den fünften Rang, immerhin einen Zähler höher als im Vorjahr. Auf den Rängen 6 und 7 folgen die Aufsteiger des Jahres: Tower Productions und Sony Pictures verbessern sich jeweils um sechs Ränge. Bei Tower liegt das unter anderem daran, dass "Undercover Boss" auf Platz 5 der Top 100 kräftig Boden gut gemacht hat. Sony konnte seine RTL-Serie "Der Lehrer" vom zwölften auf den neunten Platz und seine Vox-Show "Die Höhle der Löwen" gar vom 47. auf den 14. Platz hochkatapultieren.

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