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DWDL.de-Jahresrückblick 2019

Frische-Index 2019: Die Drei-Klassen-Gesellschaft

 

Das ZDF blieb auch 2019 der Sender mit dem geringsten Wiederholungs-Anteil am Abend, RTL verringerte den Abstand auf die Öffentlich-Rechtlichen. Fast alle Sender zeigten etwas mehr frisches Programm - mit Ausnahme von RTLzwei.

von Uwe Mantel
31.12.2019 - 13:19 Uhr

Seit mittlerweile acht Jahren berechnen wir bei DWDL.de Monat für Monat unseren "Frische-Index", für den wir den Anteil an "frischem Programm" - also Erstausstrahlungen oder Free-TV-Premieren - am Abendprogramm (20:15 Uhr bis Mitternacht) der acht großen Sender ermitteln. Erfreulich dabei: Sechs der acht großen Sender zeigten im zurückliegenden Jahr 2019 mehr frisches Programm als noch im Vorjahr. Besonders deutlich war der Aufschlag bei RTL, das in der Primetime sogar den geringsten Wiederholungsanteil seit 2013 aufwies. Nur noch rund ein Viertel des Abendprogramms bestritt RTL mit Wiederholungen.

Damit blieb RTL mit großem Abstand der Privatsender mit der geringsten Wiederholungs-Rate - und sogar näher an die beiden öffentlich-rechtlichen Sender ran, die das Rennen um die Spitze wie üblich unter sich ausmachten. Das fünfte Jahr in Folge behauptete sich das ZDF an der Spitze knapp vor dem Ersten, die Unterschiede sind hier nur marginal. Das ZDF kam auf einen Frische-Anteil von 82 Prozent, beim Ersten waren es 79 Prozent. Gemeinsam mit RTL bilden die Öffentlich-Rechtlichen damit die oberste Stufe einer Art Drei-Klassen-Gesellschaft, was die Programm-Frische angeht.

Dahinter sortieren sich Sat.1, ProSieben und Vox ein. Auch diese drei Sender steigerten ihren Frische-Anteil im Vergleich zum Vorjahr allesamt leicht und pendelten rund um die 50-Prozent-Marke. Sat.1 lag mit 54 Prozent noch darüber, ProSieben mit 49 Prozent minimal darunter, Vox folgte mit 47 Prozent. Sat. hält damit das gestiegene Niveau im Vergleich zu den Jahren 2014 bis 2016, als der Sender deutlich unter der 50-Prozent-Marke lag.

Eine andere Entwicklung machte in den letzten Jahren RTLzwei durch, das sich in Sachen Erstausstrahlungen doch deutlich stärker zurückhält als noch einige Jahre zuvor. Im vergangenen Jahr gab es einen massiven Rückgang um zehn Frische-Prozentpunkte, auf diesem Niveau verharrte RTLzwei nun weitgehend. Das bedeutet, dass etwa zwei Drittel des Abendprogramms aus Wiederholungen besteht. Es bleibt aber dabei, dass insbesondere die Sozialdokus eben auch im Rerun erstaunlich gut funktionieren, teils gar zweistellige Marktanteile holen - es gibt also auch wenig Grund, etwas an dieser Wiederholungs-Schlagzahl zu ändern. Kabel Eins bildet wie üblich und wie seit Beginn unserer Auswertungen das Schlusslicht, was den Frische-Anteil anbelangt. Er liegt hier nur bei wenig mehr als einem Viertel.

Frische-Index Jahresauswertung 2019

DWDL.de-Frische-Index - Jahresauswertung 2019

  FIX-Punkte
2019
Vergleich
zum Vorjahr
ZDF 82 von 100
+3
Das Erste
79 von 100
+2
RTL
74 von 100
+5
Sat.1 54 von 100
+1
ProSieben 49 von 100
+2
Vox
47 von 100 +1
RTL II
33 von 100
-1
kabel eins
26 von 100
+/-0

Zum Schluss wie immer ein paar Anmerkungen zu den Daten: Über die Qualität des Programms sagt der Anteil der Erstausstrahlungen natürlich nicht unbedingt etwas aus, doch es ist trotzdem eines von mehreren Indizien, mit welchem Aufwand ein Programm derzeit betrieben wird. Zu beachten ist zudem: Der Frische-Index gibt einen Trend an, bildet die Situation aber nicht ganz genau ab. So gibt es beispielsweise einen systembedingten "Nachteil" für Das Erste und das ZDF: Aufgrund der Werbefreiheit müssen sie mehr eigenes Programm produzieren, um die Zeit zu füllen, während die Privatsender einen gar nicht so geringen Teil des Abends mit Werbeblöcken füllen. Eine Stunde Erstausstrahlung ohne Werbung im Ersten haben wir aber genauso gewertet wie eine Stunde Erstausstrahlung bei den Privaten mit Werbung. Dazu kommt, dass einige Privatsender tendenziell etwas weniger Werbung zeigen als andere - so etwa Vox, das Serien anders als beispielsweise RTL nicht immer bis zu einer festen Anfangszeit um "viertel nach" streckt.

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