Kein anderes Format hat ProSieben in den vergangenen Jahren so sehr geprägt wie "The Big Bang Theory". Die Sitcom ist nicht nur seit vielen Jahren der verlässlichste Quotenbringer, sie füllt auch Unmengen an Sendezeit. ProSieben wird also schon etwas daran zu knabbern haben, dass die Serie in diesem Jahr nach zwölf Staffeln zu Ende ging. Dass die "Big Bang"-Dosis nun sprunghaft zurückgeht, ist wohl trotzdem kaum zu erwarten - denn auch bislang schon waren fast 99 Prozent aller Ausstrahlungen der Serie im ProSieben-Programm Wiederholungen.

Konkret ausgedrückt: 24 Episoden der finalen zwölften Staffel der Nerd-Sitcom waren in diesem Jahr in Erstausstrahlung zu sehen, ingesamt hatte ProSieben aber 2.332 Mal "The Big Bang Theory" im Programm. Selbst wenn man nur das Abendprogramm zwischen 20:15 Uhr und Mitternacht betrachtet, dann war nur knapp jede zehnte "Big Bang"-Folge eine Erstausstrahlung. Nachdem ProSieben im Jahr zuvor sein Versprechen, die Dosis ein wenig zu reduzieren, in die Tat umgesetzt hatte, legte man nun also sogar wieder eine Schippe drauf: 2018 lag die "Big Bang"-Dosis noch bei "nur" 2.218 Ausstrahlungen. Insgesamt existieren übrigens 279 "Big Bang"-Folgen, ProSieben hat die gesamte Serie somit statistisch gesehen allein im letzten Jahr über acht Mal komplett wiederholt.

Schon aufgrund der kurzen Laufzeit von Sitcoms von netto wenig mehr als 20 Minuten, schießt die Zahl der Ausstrahlungen hier natürlich recht schnell nach oben. So finden sich auch weiterhin auch "Two and a half Men", "The Middle", "2 Broke Girls", "How I met your mother" oder "Die Simpsons" weit oben in unserer Heavy-Rotation-Liste, weil ProSieben damit eben große Teile seines Daytime- und Vorabendprogramms füllt. Noch viel mehr Sendezeit belegte aber auch 2019 wieder die Reihe "Medical Detectives". Vox ist vor längerem dazu übergegangen, nachts fast ausschließlich diese Reihe in Dauerrotation zu senden. Sie kommt daher allein bei Vox auf 2.232 Ausstrahlungen. Ebenfalls als Stunden-Format sehr stark im Einsatz ist zudem weiterhin "Navy CIS", das neben den Erstausstrahlungen bei Sat.1 auch bei Kabel Eins zu sehen ist.

Ein etwas überraschendes Comeback in unserer Heavy-Rotation-Top-10 feierte "Der Blaulicht-Report", der nach einem extremen Rückgang im Vorjahr wieder fast drei Mal so häufig bei RTL zu sehen war. Zwar zeigt RTL die Blaulicht-Geschichten nicht mehr werktags am Nachmittag - wo man sich ja von der Scripted-Reality-Farbe ganz getrennt hat - dafür sind die reichlich absurd anmutenden Storylines beispielsweise großflächig am Wochenende oder auch morgens und nachts zu sehen. Weil bei Sat.1 die Blaulicht-Formate wie "Auf Streife" noch immer erhebliche Sendeflächen in Anspruch nehmen, bleibt das Genre also weiterhin ziemlich präsent im deutschen Fernsehen.

  Ausstrahlungen
auf den großen 8 Sendern*
davon Primetime
(20:15-0 Uhr)
davon Free-TV-Premieren
The Big Bang Theory
2.332 230
24
Medical Detectives
2.232 41
0
Two and a half Men
1.999 18
0
Die Simpsons
1.175
90
16
The Middle
1.033 16
16
Navy CIS
971 141
27
2 Broke Girls
942 0
0
Der Blaulicht-Report
942 0
0
How I Met Your Mother
878 0
0
Auf Streife
845
0
?
Shopping Queen
752
0
?
Blue Bloods
743
0
44
Navy CIS: L.A.
693
73
24
CSI
619
0
0
Die Superhändler
598 0
?

Quelle: DWDL.de-Recherche, *gewertet wurden nur die Sender Das Erste, ZDF, RTL, Sat.1, ProSieben, Vox, RTLzwei und Kabel Eins

Das Nachmittagsprogramm von RTL ist zwar wie erwähnt nun frei von Scripted-Reality, doch die Probleme dort sind noch nicht gelöst. Einziger echter Erfolg ist dort bislang "Die Superhändler", die dann auch immer wieder als Notnagel herhalten müssen, wenn andere Formate nicht wie gewünscht funktionieren. So kam die Trödelshow bei RTL auf 598 Ausstrahlungen - mehr als "Bares für Rares" im ZDF, hier haben wir 2019 497 Ausstrahlungen gezählt (die "Lieblingsstücke"-Ausgaben mit eingerechnet). Das ist im Falle der Horst-Lichter-Trödelei aber natürlich nur die halbe Wahrheit - denn die Sendung ist ja auch bei ZDFneo im Dauereinsatz. Bezieht man das mit ein, dann kommt "Bares für Rares" schon auf sehr beachtliche 1.598 Ausstrahlungen innerhalb eines Jahres - nochmal 125 mehr 2018.

Wenn man in die Auswertung generell nicht nur für die großen acht, sondern alle Free-TV-Sender durchführt, die ihren Quoten ausweisen, dann stößt man aber auf zwei andere Sender, die die wahren Heavy-Rotation-Könige des deutschen Fernsehens sind: Comedy Central und RTLplus. Die 2.332 Ausstrahlungen von "The Big Bang Theory" auf ProSieben wirken geradezu zurückhaltend im Vergleich zu den 3.511 Ausstrahlungen, auf die "South Park" bei Comedy Central kommt - wobei es sich hier aber ja auch um einen Spartensender, und nicht um ein Vollprogramm wie ProSieben handelt. Auch "Bob's Burgers", "Modern Family" oder "American Dad" kommen so auf eine extrem hohe Anzahl an Ausstrahlungen.

Und bei RTLplus laufen nach wie vor die einstigen RTL-Gerichtsshows rauf und runter. 2.804 Mal lief dort "Das Familiengericht", 2.651 Mal "Das Jugendgericht", 2.437 Mal "Das Strafgericht" - und das mit gar nicht mal so schlechten Quoten. RTLplus gehört damit wohl zu den effizientesten Sendern, die man sich so vorstellen kann. Sat.1 Gold hat auch viele einstige Sat.1-Formate wie "Niedrig und Kuhnt" oder "K11" im Dauereinsatz, kommt aber auf nicht ganz so hohe Zahlen und bietet somit im Umkehrschluss etwas mehr Abwechslung. Wie immer weit oben in unserer Auflistung finden sich auch die ARD-Telenovelas "Sturm der Liebe" und - mit Abstrichen - "Rote Rosen" wieder. Hier schlagen sich die Wiederholungen in den Dritten nieder.

  Ausstrahlungen
im Free-TV
South Park
3.511
Das Familiengericht
2.804
Sturm der Liebe
2.704
Das Jugendgericht
2.651
Bob's Burgers
2.492
Medical Detectives
2.491
Modern Family
2.484
Das Strafgericht
2.437
American Dad
2.333
The Big Bang Theory
2.332
Two and a half Men
2.300
Niedrig und Kuhnt
1.913
K 11 - Kommissare im Einsatz
1.810
In aller Freundschaft
1.804
Friends 1.758
Bares für Rares (inkl. Lieblingsstücke)
1.598
Rote Rosen
1.257
Die Simpsons
1.244
Border Patrol Australia
1.215
The Middle
1.033

Quelle: DWDL.de-Recherche, gewertet wurden nur Sender, die ihre Quoten ausweisen - kein Anspruch auf Vollständigkeit