Eigentlich sollte mit dem Start der deutschen Lizenzausgabe des internationalen Promi-Magazins "OK!" vor drei Jahren eine neue Ära im Boulevardjournalismus anbrechen. So zumindest inszenierte die Verlagsgruppe Klambt den Launch 2008. Man sei das "Exklusiv-Magazin der Stars". Was gerne mal leichtfertig behauptet wird, wurde dank des internationalen "OK!"-Netzwerkes in diesem Fall immerhin recht glaubhaft untermauert.

Doch das ursprüngliche Konzept ging nicht auf. Schon sehr schnell verabschiedete sich die "OK!" von der Idee sich auf internationale Stars zu konzentrieren. Homestorys von hier nicht immer bekannten US- oder UK-Stars waren eben doch nicht so verkaufsfördernd wie deutsche Promis auf dem Cover. Es war die erste Wandlung der "OK!" und für lange Zeit die einzige. Doch jetzt gibt seit Januar Thomas Schneider, neuer Editorial Director, den Ton an.

Und das tut dem Heft nicht gut. Die deutsche "OK!" hat mit den internationalen Ausgaben immer weniger zu tun. Der einst durch die weltweite Marke vielversprechende Titel wird zur Mogelpackung. Man wolle sich auf die Story hinter der Story konzenrieren. Dem "kressreport" sagte Schneider: "Wir gehen noch einen Schritt weiter und verbinden die Gefühle, die eine solche Story auslöst, mit der Lebenswelt unserer Leserinnen."

Die Strategie dahinter fasst Schneider, offenbar wirklich ernst gemeint, wie folgt zusammen: "Wir wollen aus 'OK!' den ersten Hybrid aus einem People- und einem wöchentlichen Frauenmagazin machen." Der verschwurbelte Marketingsprech mag toll klingen. Aber man darf ja schon noch mal kritisch hinterfragen, was dahinter steckt. Und man fragt sich auch, ob Herr Schneider zuletzt mal einen Blick in seine Konkurrenztitel geworfen hat.

Denn diese Mischung gibt es am Kiosk bereits zur Genüge. Neu oder innovativ ist daran nichts. Noch erschreckender ist aber der Betrug an den eigenen Leserinnen und Lesern. Denen verspricht man momentan im Rahmen einer dringend nötigen Verkaufsaktion gegen die schwindende Auflage auf dem Cover in großer Schrift "Mehr Stars, mehr Storys, mehr Style. NEU!". Genau das Gegenteil ist jedoch der Fall: Das aktuelle Heft hat nur noch 84 Seiten - weniger als zuletzt.

Drei Jahre nach dem mit Spannung erwarteten Marktstart der internationalen Marke "OK!" ist aus dem Titel eine zunehmend belanglose Mischung aus immer weniger Stars und immer mehr Wohlfühl-, Service- und Ratgeberthemen geworden. Statt großer Stars gibt es Kleinigkeiten deutsche Castingshows in XXL und dazu immer öfter der Klassiker unter den Frauenzeitschriften: Diät-Tipps. Einen wertvoller Beitrag zum "OK!"-Netzwerk ist die deutsche Ausgabe so nicht mehr.

Bleibt abzuwarten, wie die Mogelpackung bei den Leserinenn und Lesern ankommen wird. Immerhin hat man sich vom Claim "Exklusiv-Magazin der Stars" getrennt. Es wäre auch noch dreister gewesen, hätte man daran festgehalten.  Schade eigentlich. Beim Schwesterblatt "in" hat die Verlagsgruppe Klambt mehr Geschick bewiesen.