Matthias Opdenhövel © NDR/ProSieben/Willi Weber
Dieser Mann kann mehr als "Sportschau"

Opdenhövel kommt: Ecken und Kanten für die ARD

 

Mit Matthias Opdenhövel verliert ProSieben seinen besten Moderator - und einen Mann, der sich in den letzten Jahren wie kaum ein anderer entwickeln konnte. Das ist gut für die ARD, wirft aber auch eine Frage auf: Wo bleiben die eigenen Talente?

von Alexander Krei
18.05.2011 - 10:44 Uhr

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Man kann es positiv sehen. Zu warmen Worten haben sich die Verantwortlichen von ProSieben am Dienstag doch noch durchringen können. Für eine erfolgreiche Zeit bedankten sich Andreas Bartl und Jürgen Hörner artig bei dem Mann, der sich dazu entschieden hat, künftig die "Sportschau" im Ersten zu moderieren. Zu viel mehr als diesen Floskeln konnten sich die ProSieben-Lenker letztlich aber nicht durchringen - nach fast fünf Jahren und 28 Folgen, in denen es Matthias Opdenhövel gelungen ist, "Schlag den Raab" ein Gesicht zu geben. Abseits von Kampfmaschine Raab.

Matthias Opdenhövel hat wohl auf sein Herz gehört, als er seine Entscheidung zugunsten der altehrwürdigen "Sportschau" traf. Schon immer habe er davon geträumt, einmal Sportreporter zu werden, erzählte der heute 40-Jährige vor wenigen Jahren im DWDL.de-Interview. In der "SZ" sagte er einst, für die "Sportschau" würde er sich sogar einen Fuß abnehmen lassen. Das wird nicht nötig sein, denn bereits im Juli wird Opdenhövel mit beiden Beinen fest in der "Sportschau" stehen. Daran, dass er seine Sache gut machen wird, besteht kaum ein Zweifel.

 

Regelmäßig musste er gegen den für viele übermächtig erscheinenden Stefan Raab bestehen. Wer das schafft, kann natürlich auch "Sportschau" - und nicht wenige hätten Matthias Opdenhövel sogar noch höhere Aufgaben zugetraut, etwa die Moderation einer nicht unbekannten Familienshow bei einem anderen öffentlich-rechtlichen Sender. Man wünsche ihm nun "viel Erfolg auf seinem neuen Spielfeld", merkte ProSiebenSat.1-TV-Vorstand Bartl am Dienstag noch an. Das war's dann auch. Danke, bitte, gerne, tschüss.

Kein letzter Auftritt, keine Abschiedsshow - obwohl Opdenhövel zumindest für die kommende Ausgabe von "Schlag den Raab" Anfang Juni eigentlich fest eingeplant war. Bis Dienstag. Man kann die Verärgerung förmlich spüren, liest man jene Pressemitteilung, die ProSieben verschickte, um über die Zukunft von "Schlag den Raab" zu informieren - Opdenhövels Name taucht nicht mal in der Überschrift auf. Dafür der Name von Steven Gätjen, dem die undankbare Aufgabe zufällt, schon in gut zwei Wochen die Zügel beim Raab-Marathon am Samstagabend in der Hand halten zu müssen. Wie auch immer man bei ProSieben von Opdenhövels Abschied erfahren haben mag: Ein Abschied in Dankbarkeit sieht anders aus.

Dabei wurde Opdenhövels Rolle bei "Schlag den Raab" häufig unterschätzt. Sicher lebt die Show von den markigen Sprüchen eines Stefan Raab, der sich mit kaum zu bändigendem Ehrgeiz in jedes Duell mit seinen Herausforderern einlässt. Doch die Show lebt ebenso davon, dass es einen gibt, der den Meister auf den Boden der Tatsachen zurückholt und sich nicht zu schade dafür ist, ihm Paroli zu bieten. Wer, außer Opdenhövel, hat sich das bei Raab in den vergangenen Jahren sonst getraut? Und dennoch ist der Wechsel zur ARD verständlich: Kaum ein Spiel, kaum ein Szenario, das Opdenhövel bei "Schlag den Raab" nicht erlebt hätte. Mal stürzte Raab mit dem Fahrrad, mal spielte er mit links - einmal buhten die Zuschauer sogar einen Kandidaten aus.

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