Die Pyramide mit Micky Beisenherz und Joachim Llambi © ZDF/Rico Rossival
DWDL.de-TV-Kritik

Comeback der "Pyramide": Altbacken? Keine Spur!

 

Ohne Dieter Thomas Heck, aber mit reichlich Spaß am Spiel feierte der Rate-Klassiker "Die Pyramide" sein Comeback bei ZDFneo. Auch fast zwei Jahrzehnte nach der letzten Folge zeigt sich: Das Konzept funktioniert noch heute...

von Alexander Krei
06.08.2012 - 20:48 Uhr

"Eine Legende kehrt zurück" - nein, an Superlativen wurde zu Beginn der Neuauflage keineswegs gespart. Doch warum auch? Mehr als 15 Jahre lang moderierte Dieter Thomas Heck einst "Die Pyramide" im ZDF. Als eine Rateshow mit simplem Regelwerk, einer Hand voll Promis und jeder Menge spaßiger Momente blieb sie in Erinnerung. Nun, 18 Jahre nach der letzten Folge und einige Jahre nach einem Billig-Comeback im Vormittagsprogramm von Sat.1, ist die Show also wieder da, zunächst bei ZDFneo, in wenigen Wochen dann auch täglich im Hauptprogramm.

Glücklicherweise hat man sich im Vorfeld offenbar noch einmal einige frühere Ausgaben angesehen, denn die neue "Pyramide" hat erstaunlich viel vom Charme des Originals behalten. Angestaubt wirkt die Neuauflage aber dennoch nicht - mitunter eher sogar fast ein wenig kultig, weil man etwa glücklicherweise die fabelhafte Titelmusik des Originals beibehalten hat. Geändert hat sich freilich die Besetzung: Mit Micky Beisenherz führt nun ein Mann durch die Show, der bislang meist eher hinter der Kamera agierte. Gleich zu Beginn merkt er zwar höflich an, dass es zugegebermaßen nicht ganz leicht sei, in Hecks Fußstapfen zu treten. Bestanden hat er seine Bewährungsprobe aber allemal.

Mit dem Jury-erfahrenen Joachim Llambi hat das ZDF Beisenherz zudem einen echten Gegenpart ins Studio gesetzt, der für so manche Spitze sorgt. "Ich muss hier kein Geld gewinnen. Ich kriege das auch so", scherzt Llambi, als er in seiner Rolle als etwas vorlauter Schiedsrichter eine strenge Entscheidung trifft. Und auch sonst gibt's viel zu lachen in der ersten Sendung, die nach dem gewohnten Konzept funktioniert. Jeweils ein Promi spielt mit einem Normalo: In einer oder zwei Runden müssen gegenseitig Worte und Begriffe durch Mimik, Gestik und Geräusche erklärt werden, was damals wie heute zu so mancher kurioser Situation führt.

Etwa, wenn Oliver Pocher nicht so recht weiß, wie er seinem Gegenüber nun das Wort "Barista" erklären soll. Als er sich über die Schwierigkeit des Wortes beklagt, tönt Gegenspielerin Christine Neubauer hämisch: "Lieber mal mit Leistung überzeugen!" So macht "Die Pyramide" Spaß - und da sieht man auch gerne über den etwas behäbigen Start der Premieren-Ausgabe hinweg. Richtig spannend sind die Final-Runden, wenn das jeweils beste Team gemeinsam um Geld spielt und der Wort-Erklärer seine Hände durch Schlaufen legen muss, um nur nicht mehr herumzufuchteln. Dass die Promis für ihren Kandidaten spielen, sorgt im Übrigen dafür, dass sie sich auch tatsächlich ins Zeug legen.

Das ist eine willkommene Abwechslung zu den zahlreichen Formaten, bei denen es ausschließlich um den guten Zweck geht. Das ist zwar aller Ehren wert, mitunter aber eben auch ein wenig langweilig. Kurzum: "Die Pyramide" ist auch im Jahr 2012 noch äußerst unterhaltsam. Das ZDF hat eine nette Neuauflage auf die Beine gestellt, von der man sich nur wünschen kann, dass sie insbesondere im Hauptprogramm ihr Publikum finden wird. Und ganz nebenbei hat das ZDF auch noch - ähnlich wie schon der NDR mit "Dalli Dalli" - unter Beweis gestellt, dass alte Showformate keineswegs zwangsläufig altbacken sein müssen. Im Gegenteil: Gute Ideen haben immer eine Chance verdient.

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