Promi Big Brother © Sat.1
DWDL.de-TV-Kritik zu "Promi Big Brother"

Zurück auf Los: "Big Brother" findet zu sich selbst

 

Nach der in vielerlei Hinsicht enttäuschenden ersten Staffel von "Promi Big Brother" soll in diesem Jahr vieles anders werden. Das ließ sich dann auch am Freitag sehr deutlich erkennen: Zum Staffel-Auftakt wirkte auf Anhieb vieles deutlich vertrauter...

von Alexander Krei
16.08.2014 - 02:07 Uhr

Sie haben gelernt. Nach der über weite Strecken reichlich verkorksten Premiere von "Promi Big Brother" im vergangenen Jahr haben sich Sat.1 und die Produktionsfirma Endemol augenscheinlich noch einmal viele Gedanken darüber gemacht, in welche Richtung sich die Realityshow entwickeln soll. Dass es nicht reicht, ein paar mehr oder weniger bekannte Personen zwei Wochen lang in vier Wände zu verfrachten, dürfte den Verantwortlichen schon damals schnell klar geworden sein. Und so wurde in der nun gestarteten zweiten Staffel vieles, was vor einem Jahr noch störte, radikal gestrichen. Die große Bühne vor dem Haus etwa oder auch Oliver Pocher, dessen Sprüche und Späße im Zusammenspiel mit Cindy aus Marzahn einfach nicht so recht zünden wollten.

Bildgewaltig war der Staffel-Auftakt damals, keine Frage; doch offenbar hatten die Macher der Show ihr Pulver bereits nach fünf Minuten verschossen. Ein Feuerwerk gab's diesmal nicht. "Back to the roots" lautet stattdessen in vielerlei Hinsicht das Motto des zweiten Versuchs, was ganz sicher auch daran liegt, dass nun mit Rainer Laux ein "Big Brother"-Mann der ersten Stunde hinter den Kulissen die Strippen zieht. Ein kleines Studio, eine Sofaecke und ein paar Monitore - viel mehr braucht es für die Eröffnung nicht. Für das Spektakel sollen diesmal allein die Bewohner sorgen. Ob Moderator Jochen Schropp, mehr Percy Hoven als Oliver Pocher, in der Rolle des süffisanten Kommentators zu "Promi Big Brother" passt, wird sich in den kommenden beiden Wochen noch zeigen müssen. In der Auftaktshow machte er allerdings schon mal eine gute Figur. Etwas mehr Biss wäre dennoch wünschenswert.

Positiv auch, dass der Einzug der Promis in diesem Jahr deutlich schneller vonstatten ging. Die Idee, einige Bewohner schon am Mittwoch einziehen zu lassen, erwies sich vor allem deshalb als gut, weil damit bereits in der ersten Show ein paar Geschichten aus dem Haus erzählt werden konnten. Dabei wurde deutlich, dass man sich offensichtlich auch vorgenommen hat, an der Qualität der Beiträge zu schrauben. Die ließen im vorigen Jahr tatsächlich zu wünschen übrig und waren gemessen an dem, was man inzwischen vom RTL-Dschungelcamp gewohnt ist, mitunter eine echte Zumutung. Wo es damals noch meist lieblose Zusammenschnitte gab, war nun tatsächlich so etwas wie eine Dramaturgie erkennbar.

Und die Promis? Nun ja, einen wie David Hasselhoff sucht man diesmal vergebens. Dafür wird verstärkt auf Protagonisten des Luder- und Bachelor-Gewerbes gesetzt. Von Porno-Sterchen bis Teppichluder ist alles vertreten. Daneben gibt's einen herrlich überforderten Hubert Kah, einen gnadenlos peinlichen Ronald Schill und - natürlich - den Dschungel-erprobten Wendler. Typisches Realityshow-Inventar also. Sie alle werden nun zwei Wochen lang in zwei Bereichen leben: Die eine Hälfte "oben", die andere Hälfte "unten". Das ist es vermutlich, was man bei Sat.1 als "Experiment" versteht, auch wenn es eine Aufteilung des Hauses auch in der Vergangenheit schon mehrfach gegeben hat. Weil man den Zuschauern aber offenbar nicht so recht zutraut, die Luxus-Hütte von der Unter-Tage-Welt zu unterscheiden, wurde der Sender am Freitag nicht müde, die jeweiligen Bereiche immer und immer wieder durch Einblendungen zu benennen. Wobei sich "Haus unten" von "Haus oben" schon alleine dadurch unterscheiden lässt, dass es unten beinahe ständig einen gibt, der oben ohne ist.

Und dann wäre da auch noch Cindy aus Marzahn, quasi ein Überbleibsel der problembehafteten Vorjahres-Staffel. Sie wurde inzwischen zur Webshow-Moderatorin degradiert, darf aber zumindest noch hin und wieder ein paar meist mäßige Witzchen von der Karte ablesen, ehe sie wieder hinter den Kulissen verschwindet. Kann man machen, ginge aber auch gut ohne. Das gilt im Übrigen gewissermaßen für die komplette Show, die in diesem Jahr allerdings deutlich unterhaltsamer - und vor allem professioneller - zu werden verspricht als beim Ausflug des großen Bruders in die Hauptstadt vor knapp zwölf Monaten. Dass "Big Brother" jetzt, zurück in Köln, wieder ungleich vertrauter daherkommt, kann ganz sicher nicht schaden.

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