Im Rahmen des Restrukturierungsprogramms "Shift 2026" wird bei RTL News einmal alles auf den Kopf gestellt und in der Konsequenz auch fürs Publikum besonders sichtbar. Die Mitarbeitenden wurden am Mittwochvormittag über die neue Struktur informiert, die einen Abschied vom bisherigen Ressort-Denken zu Gunsten eines zentralen Newsrooms in Köln, mit Pendant in Berlin, vorsieht. Unterschieden wird künftig nach Aktualität: Nachrichten-Themen für heute/morgen einerseits, Magazin-Themen für übermorgen andererseits. 

Während das organisatorische Details sind, werden Auswirkungen fürs Publikum schon sehr bald ersichtlich. Die Promi-Magazine "Gala" bei RTL und "Prominent" bei Vox werden bereits am kommenden Wochenende zum letzten Mal laufen. Auch das Kurzformat "#VOXStimme" wird nicht fortgeführt. VIP- und People-Themen will man künftig unter der Marke "Exclusiv" bündeln, die ab dem 17. Januar auch samstags laufen wird. Ab dem Frühjahr spart sich RTL dann auch die Sendungen "Punkt 6", "Punkt 7" und "Punkt 8".

Sie sollen ersetzt werden durch ein gemeinsames Morgenprogramm mit dem Nachrichtensender ntv. Arbeitstitel: "Deutschland am Morgen". Der genaue Starttermin dafür steht noch nicht fest, auch weil die Sendung aus dem schon seit Jahren angekündigten neuen ntv-Studioset kommen soll, das derzeit noch gebaut wird. Ebenso ist noch unklar, wer die neue gemeinsame Morgensendung von ntv und RTL mderieren wird.

In der Primetime konzentriert sich RTL News künftig auf investigative Programme unter den Marken "Team Wallraff" und "Stern investigativ" sowie die Magazinmarke "Extra". Aus dem Bereich Factual Entertainment zieht sich RTL News zurück. Aber nicht nur im Linearen wird gespart: Bei den Online-Angeboten wird Wetter.de als eigene Portalmarke aufgegeben und Sport.de an den bisherigen Partner, die Münsteraner Heimspiel Medien GmbH & Co. KG abgegeben.

Die geplanten Maßnahmen führen im Rahmen des angekündigten Stellenabbaus bei RTL Deutschland im Bereich von RTL News zu einer Streichung von 230 Stellen. ntv sowie "stern", "Geo" und "Capital" sind nach Angaben von RTL Deutschland von dem Abbau nicht direkt betroffen. Die Veränderungen erfolgen in enger Abstimmung mit dem Betriebsrat weitgehend durch Abfindungsangebote. Betriebsbedingte Kündigungen sollen vermieden werden.

Martin Gradl © RTL / Marina Rosa Weigl Martin Gradl
"Entscheidungen wie diese fallen uns nicht leicht und sind sehr schmerzhaft. Gleichzeitig sind sie notwendig geworden, um RTL News weiterhin in einer starken und zukunftssicheren Position zu halten. Uns ist bewusst, wie sehr diese Veränderungen einzelne Menschen treffen“, sagt Martin Gradl, Geschäftsführer RTL News und ntv. "Hinter jeder Kollegin und jedem Kollegen stehen persönliche Geschichten, Engagement und viele Jahre Loyalität – dafür sind wir zutiefst dankbar. Ihnen allen gilt unser ausdrücklicher Dank und Respekt. Wir werden diesen Prozess verantwortungsvoll, fair und so transparent wie möglich gestalten."

Mehr zum Thema