Der neue Medienrat, der mit einem "Blick von außen" auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk blicken soll, ist komplett. Die ARD-Gremienvertreterkonferenz (GVK) wählte Nathalie Wappler und Peter Müller in das sechsköpfige Gremium. Wappler ist noch bis April Direktorin des Schweizer Radios und Fernsehens und war zuvor unter anderem Programmdirektorin des MDR. Müller wiederum war zwölf Jahre lang Ministerpräsident des Saarlands und anschließend von 2011 bis 2023 Bundesverfassungsrichter.

"Mit Nathalie Wappler konnten die Gremienvertreterinnen und -vertreter der Landesrundfunkanstalten eine vielfach bewährte und ausgewiesene Fachfrau aus der Praxis des gemeinwohlorientierten Rundfunks - in Deutschland wie in Schweiz - für den Medienrat gewinnen", sagte Klaus Sondergeld, Vorsitzender der GVK. Peter Müller ergänze zugleich "die Vielfalt der durch die anderen Mitglieder vertretenen Fachgebiete in idealer Weise um die Perspektive des Verfassungsrechts".

Neben den beiden gehören auch Annika Sehl - gewählt vom ZDF-Fernsehrat - , Jeanette Hofmann - gewählt vom Deutschlandradio-Hörfunkrat - sowie Anne Bartsch und Boris Alexander Kühnle - jeweils berufen von den Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder - dem Medienrat an.

 

Der Medienrat ist ein unabhängiges Expertengremium, das die Länder mit dem am 1. Dezember 2025 in Kraft getretenen Reformstaatsvertrag neu geschaffen haben. Zu seinen Aufgaben gehört es, regelmäßig zu prüfen, wie ARD, ZDF und Deutschlandradio insgesamt ihren gesetzlichen Auftrag erfüllen - also wie gut der öffentlich-rechtliche Rundfunk im Zusammenwirken seinem Informations-, Bildungs-, Kultur- und Unterhaltungsauftrag nachkommt. Alle zwei Jahre legt der Medienrat dazu den so genannten Auftragsbericht vor. Grundlage hierfür sind aktuelle wissenschaftliche Standards und im Medienstaatsvertrag festgelegte Kriterien.