Seit Anfang des vergangenen Jahres kommuniziert Netflix nun schon keine genauen Abo-Zahlen mehr. Damals hieß es, man wolle sich in der Geschäftsentwicklung vor allem auf den Umsatz und andere Kennzahlen konzentrieren. Das macht durchaus Sinn, zuletzt trieb der Streamingdienst bekanntlich sein Werbegeschäft stark voran. Nun hat Netflix trotzdem mal wieder einen kleinen Einblick in seine Nutzer-Datenbank gegeben, so zählt man mittlerweile mehr als 325 Millionen zahlende Kundinnen und Kunden.
Geholfen hat beim Abo-Wachstum im letzten Quartal sicherlich auch die finale Staffel von "Stranger Things", die weltweit stark nachgefragt war. Und auch die anderen nun kommunizierten Geschäftszahlen sind ein Ausrufezeichen. Im abgelaufenen Quartal erreichte Netflix einen Umsatz in Höhe von 12,05 Milliarden Dollar, das waren 17,6 Prozent mehr als vor einem Jahr. Unterm Strich erzielte das Unternehmen einen Gewinn in Höhe von 2,42 Milliarden Dollar - das ist sogar ein Plus von 29 Prozent.
Auch der Ausblick ist für Außenstehende ein Zeichen anhaltender Stärke, erfolgsverwöhnte Börsenanalysten aber zeigten sich teilweise enttäuscht. So geht Netflix im ersten Quartal 2026 von einem Umsatzwachstum in Höhe von 15,3 Prozent auf 12,16 Milliarden Dollar aus. Der Gewinn soll auf 3,26 Milliarden steigen. Die angesprochenen Analysten hatten jedoch mit noch etwas besseren Zahlen gerechnet. Das belastet die Aktie des Streaminganbieters aktuell ebenso wie die anhaltende Übernahmeschlacht um Warner Bros. Discovery (WBD).
Kurz vor der Veröffentlichung der neuesten Geschäftszahlen hat Netflix sein Angebot für die Streaming- und Studiosparte von WBD noch einmal nachgebessert. So will man nun alles in bar bezahlen und nichts mehr in eigenen Aktien - diesen Punkt hatte zuletzt Konkurrent Paramount bemängelt. Paramount will WBD ebenfalls übernehmen - allerdings als Gesamtkonzern, also auch inklusive der TV-Sender. Die Netflix-Aktie hat in den letzten sechs Monaten rund ein Drittel ihres Wertes verloren. WBD unterstützt das Netflix-Angebot.
Neben der geplanten Übernahme der WBD-Assets will sich Netflix im Jahr 2026 unter anderem auf den Ausbau des Werbegeschäfts konzentrieren. 2025 erzielte man Werbeumsätze in Höhe von etwas mehr als 1,5 Milliarden Dollar, das waren mehr als zweieinhalb Mal so viel wie ein Jahr zuvor. Und diese Zahl soll auch in diesem Jahr noch einmal verdoppelt werden, wie Netflix jetzt angekündigt hat. Darüber hinaus will Netflix sein Engagement im Live-Bereich ausweiten und verstärkt auch auf Hochkant-Videos setzen.
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