Die UFA hat ein großes Technologie-Innovationsprojekt angekündigt, das man ab Februar rund um die RTL-Daily "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" testet. So erprobt man am Standort Babelsberg das Pilotprojekt "GZSZ goes VP". Dabei will man die technische, gestalterische und organisatorische Integration von Virtual Production (VP) in die Herstellung serieller Inhalte am Beispiel der RTL-Serie austesten. Ziel sei es, KI- und VP-Workflows "schrittweise in den regulären Produktionsprozess zu integrieren".

Vom Medienboard Berlin-Brandenburg (MBB) wird nun ein mehrwöchiger Testdreh im LED-Studio (Studio Babelsberg) zur Erprobung KI-gestützter Virtual Production Workflows bei der Reproduktion, Optimierung und Erweiterung zuvor on location gedrehter Szenen gefördert. Der Fokus liegt dabei nach Angaben der Produktionsfirma auf hybriden Produktionsansätzen, Effizienzsteigerungen und einer realistischer Integration urbaner Berliner Räume, an denen Drehgenehmigungen bisher nur schwer oder gar nicht zu bekommen sind. Das Medienboard fördert das Projekt mit 400.000 Euro. 

Unterstützt wird das "GZSZ"-Team von Arkanum Pictures, einer Firma am Standort mit Expertise im Bereich Virtual Production sowie von Jonathan Ho, Virtual Production Supervisor ("Call My Agent - Berlin"). Sie begleiten das Projekt als Creative Consultants in allen Phasen. Weitere Partner sind Studio Babelsberg, ICT, Robe, LAVAlabs, Lux AI, Sons of Motion Picture und Sony.

Die Partner von © MBB Die Partner von "GZSZ goes VP" im Studio 11 auf dem Gelände von Studio Babelsberg
 

Die Beteiligten wollen mit dem Projekt nach eigenen Angaben einen Vorzeigestandard etablieren, "der den Standort für vielfältige Produktionen – von täglichen Serien über Shows und Werbung bis hin zu Dramaserien – attraktiv macht und den Aufbau eines Virtual-Production-Studios mit skalierbaren, wirtschaftlich tragfähigen Strukturen ermöglicht". Ernst Feiler übernimmt die Projektleitung und Beratung. 

Katja Bäuerle, Produzentin der RTL-Daily bei UFA Serial Drama, sagt: "Für das extrem professionelle und technologieinteressierte Team von GZSZ ist dieser Test eine spannende Herausforderung. Wir haben hohe qualitative Standards und gleichzeitig eindeutig definierte Rahmenbedingung hinsichtlich Zeit und Budget, die wenig bis keinen Spielraum zulassen. Entsprechend klar definiert sind unsere Erwartungen an die Ergebnisse. Wir werden dieses Projekt ergebnisoffen, pragmatisch und analytisch auswerten und am Schluss idealerweise nicht nur selbst entscheiden können, ob wir als tägliche Serie mit dieser Technologie weiterarbeiten, sondern auch für andere Produzent:innen mehr Transparenz über den Status Quo LED liefern."

Helge Jürgens, Medienboard-Geschäftsführer New-Media-Förderung: "Wir freuen uns sehr über dieses gemeinsame Projekt hier am Standort! Es vereint zentrale Akteure und geballte Expertise für eine neue Idee: die innovative Anwendung von KI und Virtual Production für serielle Formate. Die Medienboard-Förderung konnte im Rahmen der Senderkooperation mit RTL und dank der finanziellen Unterstützung des Brandenburger Wirtschaftsministerium erfolgen. Ziel ist es, Babelsberg weiter als zukunftsweisenden Produktionsstandort auszubauen!"

Und Jörg Bachmaier, CEO von Studio Babelsberg, ergänzt: "Virtual Production und Künstliche Intelligenz eröffnen neue Wege, um die Effizienz, Planbarkeit und Qualität hochwertiger Serien- und Filmproduktionen zu verbessern. Entscheidend ist dabei nicht nur die Technologie, sondern wie wir sie einsetzen: verantwortungsvoll, kostengünstig, wirtschaftlich sinnvoll und immer mit dem Menschen im Mittelpunkt. Projekte wie dieses zeigen, wie Innovation konkreten Mehrwert schafft – für Kreative, Produzenten und den gesamten Markt. Wir freuen uns, gemeinsam mit starken Partnern Babelsberg als führenden Standort für die kreative Community weiter zu stärken."