In den letzten drei Minuten der „Halben Stunde nach der Stunde danach“ zwischen der Werbepause und dem „Nachtjournal“ äußerte sich Stefan Raab am Donnerstagabend überraschend zur Zukunft seiner wöchentlichen RTL-Show; ein Einspieler ("Deutschland im Freudentaumel") verkündete dann Details. Die Sendung wechselt nach schwachen Einschaltquoten auf dem bisherigen Sendeplatz am Mittwoch um 20.15 Uhr ab übernächster Woche regulär in die LateNight.
Sein aktueller Dschungel-Nachklapp war offenbar Testlauf dafür. Im Windschatten der erfolgreichen Reality-Show und der „Stunde danach“ erzielt Raab gerade die höchsten Reichweiten seit vergangenen September. Künftig läuft „Die Stefan Raab Show“ immer donnerstags um 23.15 Uhr bei RTL - aber nicht nur dann. Es gibt demnach ab dem 10. Februar eine zweite Sendung pro Woche immer dienstags um 22 Uhr, aber dann ausschließlich beim Streamingdienst RTL+. Der doppelte Raab, allerdings mit der wochenaktuellen Sendung raus aus der Primetime.
Da holte im vergangenen Frühjahr zunächst „Du gewinnst hier nicht die Million bei Stefan Raab“ schwache Einschaltquoten für RTL und auch der neue Anlauf seit Herbst tat sich schwer: „Die Stefan Raab Show“ blieb bislang hinter den Erwartungen zurück, erreichte selten mehr als 700.000 Zuschauerinnen und Zuschauer. Zur Primetime um 20.15 Uhr zu wenig für RTL, wo außerdem über die Monate auch das Nachfolgeprogramm „Stern TV“ in Mitleidenschaft gezogen wurde.
Daher ist der Wechsel in LateNight im Grunde nicht überraschend. Der Timeslot passt ohnehin zum Setup der Sendung. Ob die „Stefan Raab Show“ nicht ein Programm sei, das man früher am späteren Abend gesendet hätte? Produzent Daniel Rosemann erklärte dazu im DWDL.de-Interview Mitte November noch: „Ich verstehe, was Sie meinen. Aber ich lasse das für uns nicht durchgehen. Das würde bedeuten, dass wenn man mit weniger Konkurrenz und kleinerem Markt laufen würde, alles gut wäre.“ In der Tat: Ein Selbstläufer wird es durch den neuen Sendeplatz nicht automatisch.
Wie RTL künftig nun den Mittwochabend bespielen wird, dürfte sich wohl im Laufe des Freitages klären. Die "Bild"-Zeitung berichtet auch schon in ihrer Freitagausgabe über die Änderungen bei der "Stefan Raab Show" und will darüber hinaus noch erfahren haben, dass in Kürze auch alte "TV Total"-Folgen und "Schlag den Raab"-Sendungen bei RTL+ veröffentlicht werden. Die Rechte daran hatte Raab bei der Trennung von Banijay offenbar mitgenommen.
Wie intensiv das alte Material nun genutzt werden wird, bleibt abzuwarten. Eine interessante Stichelei in Richtung ProSieben ist es in jedem Fall.
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