Unser Frische-Index zeigt für Januar für sechs der acht großen Sender einen höheren Wiederholungs-Anteil im Abendprogramm als noch vor einem Jahr. Für den Frische-Index ermitteln wir, welchen Anteil der Sendezeit zwischen 20:15 Uhr und Mitternacht mit TV-Erstausstrahlungen oder Free-TV-Premieren gefüllt wurde. Im Januar fiel die Lücke zwischen der Spitzengruppe, der wieder die beiden öffentlich-rechtlichen Sender und RTL angehörten, und dem Rest der privaten Vollprogramme, besonders groß aus.
Ganz vorne lag das ZDF, weil es seinen Frische-Anteil im Vergleich zum Vorjahr mit 89 Prozent stabil halten konnte, während RTL fünf Prozentpunkte einbüßte. Auch 85 Prozent Frische-Anteil sind aber weiter ein hoher Wert, angetrieben zuletzt durch das Dschungelcamp, das inklusive "Stunde danach" und "Halber Stunde nach der Stunde danach" ja den kompletten Abend füllt. Das Erste rangiert mit 82 Prozent noch dahinter, hier lag der Frische-Anteil im Vorjahr noch sechs Prozentpunkte höher.
Erheblich zurückhaltender als zuletzt war man in Unterföhring. Sat.1 kommt im Januar 2026 nur noch auf einen Frische-Anteil von 39 Prozent anstelle von 52 Prozent im Januar 2025. Bei ProSieben ging es von 46 auf 28 Prozent runter. Kabel Eins bildet dabei eine Ausnahme und legte sogar minimal auf 25 Prozent zu, womit man klar an RTLzwei vorbeizog. Dort liefen selbst die "Geissens" und Sozialdokus im Januar teils in Wiederholungen. Auch bei Vox waren mehr als zwei Drittel des Abendprogramms mit alter Ware gefüllt.
| FIX-Punkte Januar 2026 |
Vergleich zum Vormonat |
Vergleich zum Januar 2025 |
Jahresschnitt '26 (vs 01-01/25) |
||
| ZDF | 89 von 100 | +9 | +0 | 89 (+0) |
|
| RTL | 85 von 100 | -7 | -5 | 85 (-5) |
|
| Das Erste | 82 von 100 | -5 | -6 | 82 (-6) |
|
| Sat.1 | 39 von 100 | -15 | -13 | 39 (-13) |
|
| VOX | 29 von 100 | -2 | -8 | 29 (-8) |
|
| ProSieben | 28 von 100 | -19 | -18 | 28 (-18) |
|
| kabel eins | 25 von 100 | +5 | +1 | 25 (+1) |
|
| RTLzwei | 14 von 100 | -11 | -24 | 14 (-24) |
Frische-Index-Verlauf bis Januar 2026
dwdl.de/zahlenzentrale
Wie wir die Daten erheben und was sie aussagen
Wir werten Monat für Monat das Programm der acht großen Vollprogramme zwischen 20:15 Uhr und Mitternacht aus und ermitteln den Anteil an "frischem Programm", wozu wir Erstausstrahlungen und Free-TV-Premieren rechnen. Sendungen, die vorab gestreamt werden konnten, gelten hier ebenfalls als "frisches Programm". Über die Qualität des Programms sagt der Anteil der Erstausstrahlungen natürlich nicht unbedingt etwas aus, doch es ist eines von mehreren Indizien, mit welchem Aufwand ein Programm derzeit betrieben wird.
Zu beachten ist zudem: Der Frische-Index gibt einen Trend an, bildet die Situation aber nicht ganz genau ab. So gibt es beispielsweise einen systembedingten "Nachteil" für Das Erste und das ZDF: Aufgrund der Werbefreiheit müssen sie mehr eigenes Programm produzieren, um die Zeit zu füllen, während die Privatsender einen gar nicht so geringen Teil des Abends mit Werbeblöcken füllen. Eine Stunde Erstausstrahlung ohne Werbung im Ersten haben wir aber genauso gewertet wie eine Stunde Erstausstrahlung bei den Privaten mit Werbung.
von


