Es fühlt sich zuletzt schon an wie der finale Countdown. Mit der Berlinale vor der Tür sowie gesteigerter Intensität und Tempo der Positionierungen zum Thema. Doch ein solcher Countdown wurde in der Vergangenheit schon allzu oft verbunden mit viel Hoffnung angezählt - und verstrich dann folgenlos. Die Debatte um eine Investitionsverpflichtung ist inzwischen so dringlich wie ermüdend. Entscheide sich jetzt nicht sehr kurzfristig etwas, so oft gehörte Befürchtungen aus der Branche, wird das Thema in der Bundesregierung erst einmal wieder auf die lange Bank geschoben. Und das wäre für die deutsche Produktionslandschaft um so dramatischer, weil dadurch auch die eigentlich schon zugesagte deutliche Erhöhung der Filmförder-Mittel gesperrt bliebe.
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Der via „FAZ“-Gastbeitrag am Wochenende vorgestellte Kompromiss sah „eine gesetzliche Verpflichtung zu Investitionen mit Rechterückbehalt, die aber mit klar definierten Öffnungsklauseln flexible und marktgerechte Lösungen zwischen den Marktpartnern zulässt“. Ein Vorschlag, den der Privatsenderverband VAUNET, dem inzwischen auch internationale Streamer angehören, am Mittwoch zurückwies. Er stelle "keinen tragfähigen Interessensausgleich" dar, sondern sei "ein altes Konzept in neuer Verpackung", heißt es in einer Mitteilung.
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Damit stehen so einige Ideen im Raum, die sich als Kompromiss verkaufen. Welcher gefunden wurde, wird sich nun wohl am späten Donnerstagvormittag klären. Angesichts der Kontroversen innerhalb der Branche sowie der Bundesregierung ist aber jetzt schon klar: In eine gewisse Erleichterung, dass nun überhaupt eine Entscheidung getroffen wurde, wird sich unmittelbar die Branchendebatte mischen, ob er möglicherweise faul ausgefallen ist, dieser politische Kompromiss. Eine Entscheidung, die auf kollektive Zustimmung trifft, wäre jedenfalls ein überraschender Plottwist.
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