Produktionsfirmen, Anwaltskanzleien, Sender, Streamer, Förderanstalten, Dienstleister, Agenturen und Verbände: In der Branche steht die Berlinale neben dem eigentlichen Wettbewerb des Filmfestivals und weiterer Screenings insbesondere für einen Marathon von Get-Togethers und Smalltalk. Am Sonntagabend machte der Wanderzirkus halt in der Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen fort, wo sich mehr als 1000 Gäste aus Film, Medien, Politik und Kultur trafen. Im Mittelpunkt standen Filmteams von NRW-geförderten Produktionen, die ihre Weltpremieren bei der Berlinale feiern, momentan im Kino laufen oder in Kürze Drehbeginn haben. 

Vor zwei Jahren crashte ein Feueralarm die Veranstaltung, diesmal sorgte die Film- und Medienstiftung NRW lieber selber für Alarm -  und läutete bei dem gemeinsam mit der Landesregierung Nordrhein-Westfalen veranstalteten Event - ihr Jubiläumsjahr ein: Am 27. Februar 1991 wurde die damalige Filmstiftung Nordrhein-Westfalen gegründet. „Nordrhein-Westfalen ist ein Land der kulturellen Vielfalt und fesselnder Geschichten - dies wird jedes Jahr auf der Berlinale deutlich. Egal ob Comedy, Serie oder Krimi: Nirgendwo in Deutschland wird so viel für Film und Fernsehen produziert wie in Nordrhein-Westfalen“, so NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst.

NRW Empfang 2026 © FMS / Kurt Krieger

Er betont die politische Bedeutung der Branche: „Filme schaffen Räume für Meinungsfreiheit, Widerspruch und demokratischen Diskurs. Gerade in Zeiten, in denen Extremismus und Menschenfeindlichkeit unsere offene Gesellschaft bedrohen, ist dies unverzichtbar. Kunst und Kultur stärken den Zusammenhalt und verteidigen die Werte unserer Demokratie. Die Film- und Medienstiftung NRW ist seit 35 Jahren unser zentraler Akteur für eine kreative und vielfältige Medienbranche. Sie stärkt die internationale Zusammenarbeit und den interkulturellen Austausch.“ 

Das sieht auch Walid Nakschbandi, Geschäftsführer der Film- und Medienstiftung so und ergänzt stolz: „Mit elf Produktionen im Festival, davon zwei im Wettbewerb, präsentiert sich NRW der Weltöffentlichkeit auf internationalem Niveau (…) Wir richten unsere Scheinwerfer immer auf unsere Filmschaffenden und dieses Jahr auch auf 35 Jahre Filmstiftung in NRW.“ Neun Filme und zwei Serien-Produktionen aus Nordrhein-Westfalen werden 2026 auf der Berlinale gezeigt. Auf dem Roten Teppich war u.a. die Teams des Wettbewerbsbeitrags „Rose“ mit Caro Braun, Godehard Giese und Regisseur Markus Schleinzer  sowie „Die Blutgräfin“ , der heute Abend beim Festival Premiere feiert. Regisseurin Ulrike Ottinger wurde von Thomas Schubert und Bettina Brokemper begleitet.

NRW Empfang 2026 © FMS / Henning Schacht

Aus dem Gesellschafterkreis gab es im Vorfeld des Empfangs Gratulationen für die Film- und Medienstiftung, alles anderes wäre aber auch überraschend. „Die Arbeit der Film- und Medienstiftung NRW ist eine Erfolgs­geschichte, ohne die nicht nur die deutsche, sondern auch die internationale Film- und Kinolandschaft ein großes Stück ärmer wäre. Uns im WDR verbindet mit der Stiftung eine lange und intensive Zusammenarbeit, aus der zahlreiche herausragende Produktionen hervorgegangen sind“, sagt WDR-Intendantin Katrin Vernau. 

ZDF-Intendant Norbert Himmler: „Fiktion lebt von kreativen Köpfen – und diese brauchen den passenden Rahmen, um ihre Ideen umzusetzen. Die Film- und Medienstiftung NRW leistet hierbei seit Jahr­zehnten einen bedeutenden Beitrag, indem sie Talente fördert und innovative Film- und Serienprojekte unterstützt. Und Stephan Schmitter, CEO RTL Deutschland, spricht von beeindruckender Erfolgsgeschichte: „Seit ihrer Gründung ist die Stiftung ein zentraler Impulsgeber für die Branche – gemein­sam engagieren sich die FMS NRW und RTL intensiv dafür, große Produktionen wie zuletzt etwa ‚Euphorie´ zu realisieren oder mit den ‚Storytellers‘ neuen Talenten Chancen zu eröffnen und mutige Ideen sichtbar zu machen.“