Die KI-Bilder im "heute journal" sowie der verunglückte Versuch des ZDF, den Vorfall im Nachgang einzufangen, haben in den zurückliegenden Tagen für viele Schlagzeilen gesorgt. In der Sendung am Dienstag hatte sich der Sender noch einmal ausführlich mit dem Thema beschäftigt und nicht nur entschuldigt, sondern auch eine Aufarbeitung angekündigt. Mittlerweile hat man sich noch einmal in eigener Sache zu Wort gemeldet. 

Online hat das ZDF einen Beitrag veröffentlicht, in dem versucht wird zu erklären, wie das ungekennzeichnete KI-Material in die Sendung gekommen ist. "Die Autorin hat Videomaterial zur Bebilderung ihres Beitrags ausgewählt, ohne es vorher gewissenhaft und vollständig auf Herkunft und Authentizität überprüft zu haben", heißt es vom Sender. Das entspreche nicht den journalistischen Regeln und Standards im ZDF. "Auch von der heute-journal-Redaktion wurden die Prüf- und Verifikationsverfahren nicht wie vorgesehen angewendet."

Dunja Hayali, die den vielfach kritisierten Beitrag am vergangenen Sonntag im "heute journal" anmoderiert hatte, nimmt der Sender ausdrücklich in Schutz. "Die Moderatorin Dunja Hayali wusste nichts von den handwerklichen Fehlern im Beitrag", heißt es. Diese Stellungnahme geschieht nicht zuletzt auch vor dem Hintergrund vieler Anfeindungen und Beleidigungen, die Hayali seit der Sendung erhält. In gewissen Kreisen wird ganz offenbar angenommen, die Moderatorin sei für den Beitrag verantwortlich - das ist nachweislich nicht so. 

Im Nachgang an den Vorfall wolle man nun einen Maßnahmenkatalog erstellen, "um Abläufe bei der Verifikation von Bewegtbildmaterial noch strenger zu regeln". Dazu gehören nach ZDF-Angaben auch "zusätzliche, verpflichtende Schulungen" für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ziel sei es, die "hohen journalistischen Standards des ZDF zu sichern". In diesen Schulungen dürfte wohl ein Fokus auf KI-manipulierte Videos und Deepfakes liegen. Das KI-Material im "heute journal"-Beitrag war ziemlich offensichtlich als solches gekennzeichnet - es macht aber zunehmend den Eindruck, als hätten Autorin und Redaktion diese Kennzeichnung nicht einordnen können. 

Mehr zum Thema