Nielsen-Zahlen

Werbemarkt zeigt sich zum Start ins Jahr 2026 stabil

Werbung im Fernsehen © Pixabay/DWDL

Keine größeren Verwerfungen hat es im Werbemarkt zum Start ins Jahr gegeben: Die Brutto-Werbezahlen lagen ziemlich genau auf dem Niveau des Vorjahres. Während das TV Zuwächse verzeichnete, taten sich das Radio und der Bereich Out of Home schwer.

von Timo Niemeier am 19.02.2026 - 11:44 Uhr

Das Marktforschungsunternehmen Nielsen hat neue Zahlen zum Brutto-Werbemarkt veröffentlicht - und diese sind mit Spannung erwartet worden. Über den nackten Zahlen steht die Frage, ob der Werbemarkt, allen voran im Bereich TV, nach einem jahrelangen Durchhänger 2026 wieder in Schwung kommt, oder ob es weiter bergab geht. Die Zahlen aus dem Januar geben darauf jetzt jedoch noch keine finale Antwort.

 

So lagen die Brutto-Werbeausgaben der Unternehmen im ersten Monat des Jahres bei 2,52 Milliarden Euro, das waren 0,1 Prozent mehr als im Januar des vergangenen Jahres. Oder um es anders zu formulieren: Der Werbemarkt hat nicht noch weiter verloren, konnte aber eben auch nicht spürbar zulegen. Beim Blick auf die verschiedenen Mediengattungen ergeben sich dagegen durchaus größere Unterschiede. 

Das Fernsehen, ein Sorgenkind der vergangenen Jahre, steigerte seine Brutto-Werbeeinnahmen um 2,3 Prozent auf 1,11 Milliarden Euro. Während die Ad Alliance mit einem Minus in Höhe von 1,6 Prozent leben musste, legte die Konkurrenz aus Unterföhring im Januar um 4,3 Prozent zu. Noch besser lief es für die neuen El Cartel Brothers, die sich über ein Plus in Höhe von 5,9 Prozent freuen konnte. 

Bei der Ad Alliance ist das Minus übrigens ausschließlich auf RTL zurückzuführen. Für den Hauptsender der Gruppe weist Nielsen ein Brutto-Minus der Werbeeinnahmen von 6,4 Prozent aus. Alle anderen Sender legten leicht oder auch stark zu - RTLup konnte seine Brutto-Einnahmen demnach um 16,1 Prozent steigern. Aber natürlich ist RTL der aus Sicht der Werbeeinnahmen wichtigste Sender der Gruppe - da fällt ein Rückgang stärker ins Gewicht. 

Die Zeitungen lagen derweil im Januar bei Brutto-Werbeeinnahmen in Höhe von rund 478 Millionen Euro, damit bewegte man sich ziemlich genau auf dem Niveau des Vorjahres (-0,1 Prozent). Andere Gattungen traf es zum Start ins neue Jahr deutlich härter: Das Radio verzeichnete einen Rückgang in Höhe von 4,7 Prozent, bei den Außenwerbern waren es sogar 6,5 Prozent. Vor allem im Bereich Out of Home kommt es aber immer mal wieder zu Nachmeldungen, die die Zahlen noch verändern. Der gesamte Bereich der Außenwerbung ist in den vergangenen Jahren zudem stark gewachsen. 

Der Online-Bereich, ausgenommen sind hier wie immer Social, Search und YouTube, legte im Januar leicht um 1,1 Prozent zu. Den prozentual höchsten Anstieg verzeichnete derweil das Kino, hier schossen die Brutto-Werbeeinnahmen um 29 Prozent in die Höhe. Mit einer Gesamtsumme von 8,1 Millionen Euro ist diese Gattung aber auch die mit Abstand kleinste in der Nielsen-Statistik.

Wie immer gilt es bei den Nielsen-Zahlen zu berücksichtigen, dass hier die Listenpreise zugrunde gelegt werden und Rabatte, Eigenanzeigen und Tauschgeschäfte nicht berücksichtigt sind. Die tatsächlichen Einnahmen etwa der TV-Sender sind teils deutlich geringer. Dennoch sind die Nielsen-Zahlen ein Indikator für die grundsätzliche Entwicklung des Marktes.