Sie löste nach ihrem Sendestart 2004 bei Sat.1 einen echten Impro-Boom in der deutschen TV-Comedy aus, wurde mit dem Deutschen Comedypreis, Deutschen Fernsehpreis, einer Romy und der Rose d’Or ausgezeichnet. 2011 war dann erst einmal Schluss mit der „Schillerstraße“, doch nach 15-jähriger Pause könnt es jetzt zum Comeback kommen. Und mindestens so spannend ist die Tatsache, wer daran arbeitet: Raab Entertainment.
Im vergangenen November erklärte Daniel Rosemann, Geschäftsführer der Raab Entertainment, im Gespräch mit dem Medienmagazin DWDL.de: „Natürlich haben wir durch Stefan und seine Programme einen sehr starken und geschätzten Partner in RTL, aber wir sind weder ‚nur‘ die Showbude von Stefan Raab, noch eine RTL-Tochter. Wir sind offen für alle.“ Ein angestrebtes Wachstum also auch über Raab-Formate bei RTL hinaus.
Nach Informationen des Medienmagazins DWDL.de ist die Neuauflage der „Schillerstraße“ eine Entwicklung ohne Stefan Raab als Gastgeber - und auch nicht für RTL. Interessanterweise aber offenbar ebenso wenig für Sat.1. Eine Anfrage zu dem Projekt bei Raab Entertainment blieb diese Woche unbeantwortet, doch die Arbeiten an einem Comeback des Comedy-Formats sind inzwischen öffentlich dokumentiert.
In den vergangenen Wochen hat sich Raab Entertainment die Wortmarken „Schillerstrasse“, „Schillerstraße“, „Schillerstrasse Reloaded“ und „Schillerstraße Reloaded“ gesichert - es sollte also nicht an der Schreibweise scheitern. Fans von Impro-Comedy können vermutlich schon mal die rosarote Brille aufsetzen, auch wenn noch nicht bestätigt ist welcher Sender bzw. Streamer es wird. Oder welcher Cast mitwirkt.
Die „Schillerstraße“, entwickelt von Maike Tatzig und produziert von Hurricane Fernsehproduktion, ging im Dezember 2004 erstmals auf Sendung und kam - mit einer kreativen Pause von April 2007 bis Januar 2009 - auf 150 Episoden bei Sat.1. Das Konzept des Formats: Prominente mit Knopf im Ohr spielen Impro-Theater vor Live-Publikum - und bekommen Anweisungen der Spielleitung, die nur sie und das Publikum hören können. Nicht aber die anderen Mitspielenden.
Als Setting diente zunächst die fiktive Wohnung von Cordula Stratmann, Hauptmieterin, später wurde Jürgen Vogel Hauptmieter und damit Hauptdarsteller. Spielleiter in den ersten Folgen war Georg Uecker bevor Format-Erfinderin Maike Tatzig die Rolle übernahm. Zu den Stammgästen des Formats gehörten damals u.a. Annette Frier, Martin Schneider, Michael Kessler, Ralf Schmitz, Dirk Bach, Bernhard Hoecker, Oliver Pocher, Tetje Mierendorf, Dieter Nuhr, Jürgen von der Lippe, Oliver Welke, Mike Krüger und Martin Klempnow.
Das Format wurde ein Export-Erfolg, lief u.a. in Italien, Russland, Frankreich und Finnland. Besonders langlaufend war eine Adaption in Südafrika, die von 2010 bis 2016 on air war. Jüngste Adaption war vor einigen Jahren eine kanadische Version. In Deutschland gab es nach dem Aus der „Schillerstraße“ 2011 mehrere Versuche die Grundidee in Abwandlung unter diversen Namen zurück zu bringen - ohne vergleichbaren Erfolg.
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