Viele Football-Fans werden sich in der kommenden Saison wohl umstellen müssen. Die NFL hat ihren TV-Vertrag mit DAZN jetzt überraschend gekündigt. Es geht dabei um die sogenannten "Domestic Pay Rights", die es dem Streamingdienst ermöglichten, jede Woche exklusiv mehrere Spiele zu übertragen. Darüber hinaus war die deutschsprachige NFL-Konferenz, die unter dem Namen ENDZN etabliert wurde, ebenso Teil des Vertrags wie die co-exklusive Übertragung aller Playoff-Spiele und des Super Bowls.

Doch damit ist nun Schluss, wie "Bild" am Montag berichtete. Dabei besaß der TV-Vertrag eigentlich noch Gültigkeit für zwei Jahre. Allerdings besaß die NFL dem Bericht zufolge ein einseitiges Kündigungsrecht nach drei Jahren - dieses ist nun jedoch Ende Februar ausgelaufen. Wie "Bild" berichtet, soll die NFL an DAZN mit dem Wunsch herangetreten sein, die Frist noch einmal zu verlängern, was der Streamer jedoch ablehnte, sodass die Football-Liga von ihrem Kündigungsrecht Gebraucht machte.

Weshalb die NFL den Vertrag kündigte, ist offiziell nicht bekannt. Wahrscheinlich ist allerdings, dass man auf höhere Einnahmen hoffte - und die zusätzliche Zeit zur weiteren Sondierung des deutschen Pay-TV-Marktes nutzen wollte. Wie die Chancen stehen, einen neuen Partner zu finden, lässt sich aktuell schwer einschätzen. Denkbar wäre allerdings, dass RTL Deutschland sich die frei gewordenen Rechte sichert, um seine Positionierung als Heimat der NFL weiter zu stärken.

Offiziell hat sich DAZN zu der Kündigung des NFL-Vertrags bislang nicht geäußert. Doch selbst nach dem Verlust der Rechte wird der Streamingdienst auch in Zukunft nicht ohne die NFL dastehen. Möglich macht das durch den NFL Game Pass, den DAZN noch bis ins Jahr 2033 weltweit vertreibt. Dieser umfasst neben allen Einzelspielen, von denen mindestens vier pro Spieltag auch mit deutschem Kommentar übertragen werden, auch die "RedZone"-Konferenz.