Beim ZDF läuft alles auf eine weitere Amtszeit für den amtierenden ZDF-Intendanten Norbert Himmler hinaus: Wenn der ZDF-Fernsehrat am kommenden Freitag zur Wahl schreitet, dann ist er der einzige Kandidat. Insgesamt hatte es zwar sieben Bewerbungen gegeben, die die formellen Vorgaben erfüllten - allerdings muss ein Bewerber oder eine Bewerberin dann auch von einem Mitglied des Gremiums zur Wahl vorgeschlagen werden.

Dies geschah nur bei Norbert Himmler und der Journalistin Dr. Floria Fee Fassihi, wie es noch am Mittwoch hieß. Das sorgte zunächst für einiges Rätselraten, denn den Namen Floria Fee Fassihi dürfte kaum jemand auf dem Zettel gehabt haben. Sie ist Journalistin und lehrt nach eigenen Angaben an mehreren Universitäten, ansonsten findet man im Internet nicht allzu viele Informationen über ihre Karriere. Fassihi wäre also als klare Außenseiterin ins Rennen gegangen - doch selbst dazu kommt es nun doch nicht, weil sie die Kandidatur noch am Donnerstag wieder zurückgezogen hat.

Gewählt ist Norbert Himmler damit noch nicht, trotzdem muss er drei Fünftel der Stimmen der gesetzlichen Mitglieder des Fernsehrates auf sich vereinen, insgesamt als 36 von 60. Ohne Gegenkandidatin bestehen daran aber kaum Zweifel. Bei der letzten Wahl hatte es drei Wahlgänge gebraucht, erst nachdem Tina Hassel ihre Kandidatur zurückgezogen hatte, kam Norbert Himmler schließlich auf die nötige Mehrheit. Die Wahl findet auf der Sitzung des ZDF-Fernsehrates am kommenden Freitag statt, die auch live im Internet übertragen wird.

Kuriosum am Rande: Zu den ersten, die am Donnerstag über den Rückzug von Floria Fee Fassihi berichtet hatten, gehörte Michael Hanfeld in der "FAZ", der Artikel wurde um 18:29 Uhr veröffentlicht. Wer am Freitagmorgen die gedruckte "FAZ" aufschlug oder das E-Paper aufrief, bekam trotzdem den Text "Floria Fee Fassihi im ZDF", ebenfalls von Michael Hanfeld, zu lesen.