Konzentration aufs Kerngeschäft Entertainment und so schnell wie möglich raus aus allen Beteiligungen, die nicht dazu passen - das war die Forderung, die MediaForEuropa an die damalige Führung von ProSiebenSat.1 stellte und dabei nicht mit harscher Kritik sparte, weil es aus Sicht des größten Aktionärs von ProSiebenSat.1 bei Weitem nicht schnell genug ging. Inzwischen hat MFE bekanntlich das Sagen in Unterföhring und hat dabei offenbar auch festgestellt, dass ein vollständiges Abstoßen aller Beteiligungen kein ganz leichtes Unterfangen im gegenwärtigen Marktumfeld ist.
Wie die Nachrichtenagentur Reuters in dieser Woche unter Berufung auf mehrere Insider berichtet, stehen zwar große Teile des Digitalgeschäfts aktuell zum Verkauf - darunter etwa Jochen Schweizer Mydays, billiger-mietwagen.de oder Marktguru. Doch bei zwei der dicksten Fische im Portfolio drückt demnach auch MFE auf die Bremse: Die Dating-Plattformen der ParshipMeet Group soll demnach ebenso wie der Online-Kosmetikhändler Flaconi vorerst im Konzern verbleiben.
Während MFE und ProSiebenSat.1 die Informationen nicht kommentierten, verweisen die Insider auf die profitablen Geschäfte der beiden Angebote. Ein Verkauf bleibe zwar eine "längerfristige Option", eilig hat man es hier aber angesichts dessen nicht mehr. ProSiebenSat.1-Chef Giordani hatte im vergangenen Monat von einem "behutsamen Vorgehen" gesprochen, um den maximalen Wert aus den Beteiligungen herauszuholen.
Angesichts der weiterhin schwächelnden Werbemärkte kann man bei ProSiebenSat.1 zum Einen sowohl die Verkaufserlöse der Beteiligungen gut gebrauchen - Gewinne, die die im Konzern verbleibenden Töchter abwerfen, aber ebenso.
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