Nachdem ProSiebenSat.1 schon vor einigen Wochen einräumen musste, dass man selbst die erst im November nach unten korrigierte Prognose fürs Geschäftsjahr 2025 nicht würde halten können, weil der traditionell besonders wichtige Jahresendspurt noch schlechter lief als befürchtet, wurden die Zahlen der RTL Group mit um so größerer Spannung erwartet. Die gute Nachricht: Zumindest hier wurden die - ebenfalls im November nach unten korrigierten - Ziele noch erreicht.
So erwirtschaftete die RTL Group im Jahr 2025 einen Umsatz in Höhe von 6,018 Milliarden Euro. Das war ein Rückgang um rund eine viertel Milliarde oder 3,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Ursprünglich hatte RTL mit einem Wachstum auf etwa 6,45 Milliarden gerechnet, die Prognose im November aber auf ebenjene sechs Milliarden gesenkt.
Das Adjusted EBITA, also der operativen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, sank um gut 60 Millionen auf nun 661 Millionen Euro. Zuletzt hatte RTL hier nur noch 650 Millionen Euro in Aussicht gestellt, diese Prognose wurde also noch leicht übertroffen. Ursprünglich war das Unternehmen aber mal von 780 Millionen ausgegangen, davon blieb man freilich weit entfernt.
Der Nettogewinn kann sich auf den ersten Blick mehr als sehen lassen, lag er unterm Strich doch bei über einer Milliarde Euro – was allerdings vor allem am Verkauf von RTL Nederland liegt. Ansonsten hätten negative Sondereffekte vom operativen Gewinn nämlich wenig übrig gelassen: Rückstellungen für die gerade laufende Restrukturierung, Abschreibungen im Zuge der Migration aufs Bedrock-System und auch Wertberichtigungen bei Fremantle schlagen hier zu Buche.
TV-Werbemarkt macht weiter Probleme
Schwer zu schaffen macht der RTL Group weiterhin die Entwicklung des TV-Werbemarktes. Die Einnahmen sanken hier im Vergleich zum Vorjahr erneut um sieben Prozent auf 2,189 Milliarden Euro. Gleichzeitig stiegen zwar die Werbeeinnahmen im Digitalen um 28 Prozent - doch sie liegen bislang auf so deutlich niedrigerem Niveau, dass dieses Wachstum die Rückgänge im Linearen nicht ganz kompensieren kann. Über alle Gattungen hinweg - also TV, Streaming, Radio, Print und Sonstiges, sanken die Werbeeinnahmen der RTL Group 2025 um 2,9 Prozent. Im wichtigen vierten Quartal war es sogar ein Minus von 3,5 Prozent, wobei allein im TV hier -6,2 Prozent verzeichnet wurden.
Geschwächelt hat auch das Produktionsgeschäft von Fremantle, der Umsatz sank hier sogar um 9,4 Prozent auf 2,043 Milliarden Euro. Als Grund führt RTL vor allem niedrigere Umsätze mit Unterhaltungsformaten in den USA und Großbritannien an. Zugleich wurde die Umsatzrendite bei Fremantle allerdings gesteigert.
Streaming-Umsatz wächst kräftig
Hoffnung macht bei RTL vor allem der Blick auf den Streaming-Markt. Hier hat man schon vor langem das Ziel ausgegeben, im Jahr 2026 den Break Even zu erreichen - und man ist weiterhin auf dem besten Weg dorthin. Der Streaming-Umsatz wuchs um 26 Prozent auf 509 Millionen Euro, die Streaming-Anlaufverluste wurden im letzten Jahr massiv von 137 auf nur noch 47 Millionen Euro reduziert. Damit kam man deutlich schneller voran als zunächst gedacht, in der ersten Prognose vor einem Jahr war man noch von Verlusten in Höhe von 80 Millionen Euro ausgegangen.
Geholfen hat dabei das weiter anhaltende Abo-Wachstum, in Deutschland hat RTL+ bekanntlich die 7-Millionen-Marke zum Jahreswechsel knapp überschritten (was weiterhin zu einem guten Teil an der bis 2030 verlängerten Kooperation mit der Telekom liegt), konzernweit waren es 8,1 Millionen Abonnentinnen und Abonnenten. Zuletzt hatte man bei RTL+ zudem auch mehr Werbung ausgespielt, was ebenfalls zum Umsatzanstieg beigetragen haben dürfte.
© Bertelsmann/RTL
Thomas Rabe
"Treiber sind kontinuierlich steigende Streaming-Gewinne, Synergien aus der geplanten Übernahme von Sky Deutschland, höhere Gewinne von Fremantle, Effekte aus dem Einsatz von KI sowie Kostendisziplin", so Rabe. Dabei ist ein Rückgang der TV-Werbung im laufenden Jahr um weitere drei Prozent eingepreist. Der Umsatz soll 2026 leicht auf 6,1 bis 6,2 Milliarden Euro steigen.
Nicht eingerechnet ist in dieser Prognose freilich die geplante Übernahme von Sky Deutschland, die den Fokus des Gesamtunternehmens nochmal deutlich in Richtung Streaming verschieben würde. Noch fehlt hier die Wettbewerbsrechtliche Genehmigung durch die EU. Bei RTL ist man weiter optimistisch, den Deal im ersten Halbjahr über die Bühne zu bekommen. Nach der offiziellen Anmeldung bei der EU muss es bis zum 8. April nun zumindest mal eine erste Entscheidung geben, nach der man schon etwas klarer sehen wird.
Durch den Verkauf von RTL Nederland sitzt RTL nun nicht mehr auf Netto-Finanzschulden von -492 Millionen Euro, sondern verfügt sogar über Netto-Barmittel in Höhe von 126 Millionen Euro. Der Großteil der Einnahmen durch den Verkauf des Niederlande-Geschäfts verbleibt aber nicht im Unternehmen, sondern wird an die Aktionäre ausgeschüttet. Das erklärt, warum der Dividendenvorschlag mit 5,50 Euro mehr als doppelt so hoch ausfällt wie im vergangenen Jahr - trotz der Probleme im operativen Geschäft.
Mehr zum Thema
von 




