Schon vor knapp drei Wochen berichtete die Katholische Nachrichtenagentur darüber, dass der RBB künftig auch um 21:45 Uhr eine halbe Stunde getrenntes Programm für Berlin und Brandenburg anbieten wird, nun hat der RBB das bestätigt. Ab Ende Mai wird es Montags bis Freitags um 21:45 Uhr jeweils eine halbe Stunde lang ein auseinandergeschaltetes Programm zu sehen geben - so wie es mit "Brandenburg aktuell" und der "Abendschau" auch um 19:30 Uhr bereits praktiziert wird. Die neue Abendausgabe löst dann die bislang 15-minütige "RBB24"-Nachrichten ab.
Hintergrund dieser Maßnahme ist der neue RBB-Staatsvertrag, der seit Anfang 2024 in Kraft ist. Darin heißt es wörtlich: "Der Rundfunk Berlin-Brandenburg veranstaltet (...) ein Landesfernsehprogramm für Berlin und Brandenburg mit regionalen Auseinanderschaltungen von mindestens 60 Minuten des täglichen Gesamtprogramms zur gesonderten Darstellung jedes Landes."
Der RBB ging zum Einen erfolglos mit einer Verfassungsbeschwerde dagegen vor, weil man einen unzulässigen Eingriff in die Rundfunkfreiheit sah. Zum Anderen brachte man Anfang 2024 aber auch schon die Sendung "Der Tag in Berlin & Brandenburg" an den Start, die 90 Minuten Berichterstattung aus der Region bietet. Es ist eine gemeinsame Sendung für beide Bundesländer, beim RBB hoffte man aber unter Verweis auf die dadurch gestiegene regionale Berichterstattung auch aus Brandenburg die Vorgaben schon erfüllen zu können.
Doch im RBB-Staatsvertrag ist eben explizit von "regionalen Auseinanderschaltungen von mindestens 60 Minuten" die Rede - und darauf hat die Brandenburger Seite, die sich im Vergleich zur Hauptstadt offenbar chronisch unterrepräsentiert fühlt, auch wortgetreu bestanden und das gegenüber dem RBB nochmals deutlich gemacht. Daher wurde nun diese Lösung entwickelt, die es ermöglicht, den neuen Vorabend als wichtigste Zeit für die Dritten unangetastet zu lassen und gleichzeitig keine allzu großen Eingriffe in der Primetime vornehmen zu müssen.
Beim RBB betont man daher auch, dass man zu regionaler Berichterstattung nicht gedrängt werden musste - dass man nur die Art und Weise lieber selbst bestimmt hätte. "Regionale Berichterstattung ist unsere DNA, regionale Information aus der Region für die Region, dafür ist der RBB erfunden worden. Diesen Auftrag erfüllen wir gern und mit großer Leidenschaft", so Intendantin Ulrike Demmer. Mit künftig dreieinhalb Stunden Live-Fernsehen mit Berichten über und aus dem Sendegebiet gebe es dann so viel regionale Information wie noch nie. "Darüber freuen wir uns sehr", so Demmer.
Inhaltlich sollen die neuen Abend- auf den jeweiligen Hauptausgaben vom Vorabend aufbauen, aber keine reinen Wiederholung dieser Sendung sein. "Die Sendungen werden vertiefen, was den Tag über wichtig war", sagt RBB-Programmdirektor Robert Skuppin. "Es wird aktuelle Gespräche, frisch erstellte Stücke und einen länderspezifisch moderierten Sportblock geben. Selbstverständlich blicken wir auch in den jeweils anderen Teil des RBB-Berichtsgebiets und in die Nachbarländer." Möglich seien auch Live-Schalten, um auf kulturelle und sportliche Ereignisse am Abend unmittelbar eingehen zu können.
von




