Im Ringen um die Übernahme von Sky Deutschland durch RTL sind die Kölner offenbar zu Zugeständnissen bereit. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, biete RTL der zuständigen EU-Kommission solche Zugeständnisse an. Konkret wird Reuters in einem Artikel zum Thema jedoch nicht. Es heißt lediglich, als "mögliches Zugeständnis" gelte die Auslagerung der Werbevermarktung an Dritte. 

Bereits im vergangenen Sommer, nach der Ankündigung der angestrebten Übernahme, hatte DWDL.de berichtet, was der Deal, sollte er so durchgewunken werden, für die Werbebranche bedeutet. Tatsächlich würde die ohnehin schon große Ad Alliance auf dem Markt der TV-Werbung durch die Übernahme von Sky noch stärker werden, auch wenn der Pay-TV-Sender einen Großteil seiner Einnahmen natürlich über Abos macht. Dass besonders die Vermarktung im Mittelpunkt der Überprüfung durch de EU-Kommission steht, ist daher keine große Überraschung. 

Zuletzt musste sich die Ad Alliance bereits vom Plan verabschieden, RTLzwei zu vermarkten. Hier hatte das deutsche Bundeskartellamt Bedenken angemeldet, die Unternehmen ließen daher von ihren Plänen ab. Wie Reuters nun weiter berichtet, würde die Bereitschaft von RTL, die Werbevermarktung von Sky, oder Teilen davon, an Dritte auszulagern, die Frist für die vorläufige Prüfung bei der EU-Kommission um zehn Arbeitstage verlängern. Aktuell läuft eine erste Frist bis zum 8. April, bis dahin wird die EU-Kommission entscheiden, wie es in der Sache weitergeht. 

Die EU-Kommission wollte sich gegenüber Reuters nicht zur Sache äußern. RTL erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur, dass man laufende Verfahren nicht kommentiere. "Wir arbeiten konstruktiv mit der Europäischen Kommission zusammen und sind zuversichtlich, dass die Übernahme von Sky Deutschland in der ersten Hälfte des Jahres 2026 genehmigt und abgeschlossen wird."