Seit Warner Bros. Discovery den Free-TV-Sender Tele 5 übernommen hat, sind die Investitionen in Eigenproduktionen deutlich zurückgefahren worden. Das ändert sich nun: Schon ab Ostermontag wird Tele 5 nämlich eine tägliche Nachrichten-Satire ins Programm nehmen. Dabei handelt es sich einen TV-Ableger des "Postillon", der seit Jahren das aktuelle Geschehen im Netz aufs Korn nimmt - zwölf Jahre, nachdem mit "Postillon 24" schon einmal eine TV-Version im NDR zu sehen war.

Die neue Tele-5-Sendung hört auf den Namen "Postillon TELEvision" und kommt also Mini-Format vor Beginn der Primetime daher. Konkret sind 65 Folgen geplant, die ab dem 6. April montags bis freitags um 20:13 Uhr ausgestrahlt werden sollen. Samstags ist ab 20:06 Uhr außerdem noch einmal ein fast neun Minuten langer Wochenrückblick zu sehen. 

"Die Welt hat nicht danach gefragt, aber sie hat es dringend gebraucht", sagte Marion Rathmann, Programmchefin bei Warner Bros. Discovery Deutschland, über das Format. Der Schritt, den Postillon "nach all der Zeit im Verborgenen, im digitalen und gedruckten Jenseits, ins boomende lineare TV zu holen, ist ebenso folgerichtig wie die Entscheidung, es bei Tele 5 zu tun. Wenn eine satirische Nachrichtensendung in der deutschen TV-Landschaft überleben und aufblühen kann - ja womöglich sogar die Wahrheit sagen darf, dann im liebevoll gepflegten Irrsinn von Tele 5."

Von Seiten des "Postillon" heißt es: "In einer immer schnelleren Medienwelt, in der sich Menschen häufig nur noch über 2-Sekunden-Clips, schlechte Memes und zwielichtige Telegram-Gruppen informieren, herrscht eine tiefe Sehnsucht nach einem verlässlichen linearen Nachrichtenformat, das seriös über die wirklich wichtigen Ereignisse berichtet. Wir sind überzeugt: Das Internet wird sich langfristig nicht durchsetzen können. Lineares Fernsehen ist die Zukunft! 'Der Postillon' ist ein Vorreiter dieser neuen Zeit und liefert ab sofort werktäglich zwei Minuten lang die ehrlichsten aller Nachrichten auf Tele 5."

Kurios: Der "Postillon" selbst verweist in den sozialen Medien übrigens darauf, dass es sich bei der Nachricht angeblich um einen Aprilscherz handelt. Dagegen spricht allerdings, dass die Sendung bereits längst in gedruckten Programmzeitschriften ausgewiesen wird.